Neonazi-Affäre Ruderverband wusste von Drygalla-Beziehung

Mehr als Kollegen
Traumpaare des Sports

Auch die Aussagen des Vorsitzenden des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommerns, Wolfgang Remer, lassen darauf schließen, dass die Verbindungen des Drygalla-Umfeldes regional bekannt waren, aber nicht in offizieller Form in die Spitzen des deutschen Sports weitergereicht wurden. «Wir wissen seit über einem Jahr, dass es Probleme gibt mit ihrem Freund», sagte Remer. Der LSB habe den DOSB aber nicht informiert.

«Auf die Idee sind wir gar nicht gekommen. Denn mit der ganzen Olympia-Mannschaft haben wir letzten Endes gar nichts zu tun. Wir erfahren hier erst von den Aktiven, oder den Trainern oder den Landesverbänden, wer für die Spiele nominiert ist. Dadurch, dass wir gar nicht eingebunden waren, haben wir gar nicht dran gedacht, den DOSB zu informieren.»

Mit seiner Marschroute im Umgang mit dem politisch brisanten Fall hatte der DOSB bislang Erfolg. Im Gegensatz zu ersten Befürchtungen spielte das Thema weder in Großbritannien noch im Rest der Welt eine größere Rolle. «Es ist auf der internationale Ebene nichts an mich herangetragen worden. Jeder kennt die Haltung des DOSB in dieser Frage. Unsere schnelle Reaktion wurde von IOC-Kollegen geschätzt und gewürdigt», berichtete Bach. Auch die sonst beim Thema Rechtsextremismus sehr sensiblen englischen Medien griffen den Fall Drygalla praktisch gar nicht auf.

Am Ufer des Dorney Lake sorgte das Thema an den letzten Finaltagen aber für reichlich Gesprächsstoff. Die meisten Sportler mieden öffentliche Kommentare zum Sachverhalt. Wenige ließen jedoch erkennen, von der Vorgängen um Drygalla bereits im Vorfeld gewusst zu haben. Solche Aussagen wollte Verbandspräsident Siegfried Kaidel nicht kommentieren. «Für uns ist sie bisher völlig sauber. Solange ich nicht weiß, ob sie aktiv tätig ist, werde ich sie nicht verurteilen.»

Nach seiner Rückkehr aus London will der DRV-Chef mehr Licht ins Dunkel bringen: «Ich habe mit ihr noch nicht sprechen können. Ich möchte mir deshalb persönlich ein Bild machen», sagte Kaidel. Funktionär Sennewald nahm Drygalla in Schutz. «Sie distanziert sich offen. Sie hat immer wieder betont, dass sie die politischen Überzeugungen von Michael Fischer nicht teilt», sagte er. Fischer selbst will sich nach Aussage des NPD-Landesvorsitzenden Stefan Köster vom Samstag zu der Affäre «nicht äußern».

wam/news.de/dpa

  • Seite:
  • 1
  • 2
Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Intermezzo
  • Kommentar 2
  • 05.08.2012 12:33

Warum wird jetzt in die olympischen Spiele auch noch Politik getragen? Sind wir Menschen nicht mehr mündig und benötigen ständige Belehrungen? War ja auch so bei der Fußball- EURO- es nervt....

Kommentar melden
  • Knoppka
  • Kommentar 1
  • 04.08.2012 18:02

Warum muß in der Mitte der Spiele so eine beknackte Debatte los getretten werden? Typisch ( Scheiß ) Deutsch!!!. Bestimmt ist die BILD mitbeteiligt. Und = Wer eine Medaille gewinnt wird in den Himmel gelobt, wer keine gewinnt in den Dreck gedrehten.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige