London 2012 Doppelvierer gewinnt fünftes Olympia-Gold

Sie waren die Pechvögel der WM vor einem Jahr und stehen nun ganz oben: Anders als 2011 behielten die Ruderer im Doppelvierer die Nerven und sicherten sich das zweite Ruder-Gold bei Olympia. Die Favoriten aus Kroatien hatten keine Chance.

Olympia London 2012: Die deutschen Medaillengewinner

Welch ein Coup! Im olympischen Finale von Eton ließ der Männer-Doppelvierer der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance. Mit einem bärenstarken Auftritt gewann die Crew das zweite deutsche Ruder-Gold und machte das WM-Missgeschick von 2011 vergessen.

Von Erschöpfung keine Spur. Schon beim Betreten des Siegersteges ließ Karl Schulze erneut die Muskeln spielen. Mit der Pose eines Bodybuilders strahlte er in die Kameras und brüllte vor Freude ein langgezogenes «Jaaaa». Zusammen mit seinen Teamkollegen aus dem Männer-Doppelvierer feierte er ausgelassen die verblüffende Triumphfahrt auf dem Dorney Lake zu Gold. Selbst der Weltcup-Sieger aus Kroatien hatte nicht den Hauch einer Chance. «Heute hat alles gepasst. Als die Kroaten angegriffen haben, sind wir weggezogen. Das war der Knackpunkt», kommentierte Schlagmann Tim Grohmann.

Revanche für die Pleite von 2011

Die überraschende Dominanz mit einer Bootslänge Vorsprung genossen die Kraftpakete in vollen Zügen. Inbrünstig sangen sie bei der Siegerehrung die deutsche Hymne mit und ließen sich im Anschluss von Familienmitgliedern und Freuden feiern. «Mein Gott, was gibt es Schöneres. Nach dem letzten Jahr war das die Revanche», kommentierte der überglückliche Schulze.

Anders als vor knapp 12 Monaten, als ein rudertechnischer Fehler kurz vor dem Ziel den sicher geglaubten Sieg gekostet hatte, bewahrte die Mannschaft diesmal die Nerven. Vom ersten Ruderschlag an übernahm sie die Regie. Bereits nach 500 Metern betrug die Führung eine halbe Bootslänge. Auf alle Versuche der Kroaten wussten die Deutschen die richtige Antwort. Deshalb war der Widerstand der Konkurrenten bereits weit vor dem Ziel gebrochen. Mit unerwartet großem Vorsprung kam das DRV-Boot ins Ziel. «Das war beeindruckend», lobte Cheftrainer Hartmut Buschbacher.

Ein Mentaltrainer half dem Pechvogel das Erlebnis zu verarbeiten

Besonders großen Grund zur Freude hatte Lauritz Schoof. Beim WM-Finale vor einem Jahr in Bled hatte sich der Rendsburger im Schlussspurt einem sogenannten «Krebs» eingefangen. Dieser Fehler kurz vor dem Ziel hatte Australien zum Sieg verholfen. Dem Unglücksraben machte das noch lange zu schaffen. Ein Mentaltrainer half, das Geschehen zu verarbeiten. Der famose Auftritt von Eton befreite Schoof von schwerer Last: «Auf den letzten 300 Metern habe ich gedacht. Jetzt bloß keine Gefühle zulassen. Wahnsinn, ich kann es immer noch nicht glauben. »

Damit steht der DRV nach Gold für den Achter und Silber für den Frauen-Doppelvierer bereits vor dem letzten Finaltag deutlich besser da als noch in Peking. Vor vier Jahren hatte es nach der dürftigen Bilanz mit jeweils einmal Silber und Bronze Kritik an dem über Jahrzehnte erfolgsverwöhnten Verband gegeben. «Gold im Achter und Vierer werden uns deutlichen Auftrieb geben», sagte Buschbacher.

kru/wam/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Andrzej Lignowski
  • Kommentar 1
  • 03.08.2012 15:24

Herzlichen Dank! Ein schönder Kampf. Danke! Andrzej Lignowski

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