Olympia Glücksbringer «Wilson» begleitet Storl ins Kugelstoß-Finale

London - Der 126-Kilo-Mann hatte seine Frühschicht erfolgreich beendet, an seinem Rucksack baumelte eine niedliche kleine Stoffente. «Das ist Wilson», erklärte Kugelstoß-Weltmeister David Storl und stellte erst mal höflich sein Maskottchen vor: «Ein Geschenk von meiner Freundin.» Wilson ist der kleine Glücksbringer des großen Kugelstoß-Weltmeisters, der am Freitag erleichtert aus dem Olympiastadion trottete.

Glücksbringer «Wilson» begleitet Storl ins Kugelstoß-Finale (Foto)
Glücksbringer «Wilson» begleitet Storl ins Kugelstoß-Finale Bild: dpa

Schließlich hatte der 22 Jahre alte Chemnitzer bei seinen ersten Olympischen Spielen auf Anhieb das Finale erreicht. 21,15 Meter im ersten Versuch - das war's dann. Qualifikation überstanden, im abendlichen Finale (21.30 Uhr MESZ) lag eine Medaille in der Luft.

Mit dem Victory-Zeichen machte sich Storl im Land von Winston Churchill schon mal Mut, die Stimmung im Olympiastadion mit 82 000 Zuschauern hatte schon am Vormittag Finalqualität. «Ich habe noch nie erlebt, dass ein Stadion schon in der Qualifikation ausverkauft ist. Wahnsinn!», meinte der jüngste Kugelstoß-Weltmeister der Leichtathletik-Geschichte.

Um 5.30 Uhr musste Storl aus dem Bett, dann ging alles recht zäh los. «Beim Frühstück sind mir fast die Augen zugefallen. Und beim Einstoßen war ich dann total aufgeregt und habe alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Das linke Bein wollte nicht so, wie ich wollte», berichtete der Schützling von Trainer Sven Lang. Doch dann ging ja alles glatt. Mit einem Stoß hatte der Sachse sein erstes Ziel erreicht.

Über acht Stunden Freizeit hatte Storl vor dem Finale, im olympischen Dorf legte er sich erst mal aufs Ohr. «Duschen, eine Stunde Mittagschlaf, auftanken, die Gedanken etwas ordnen. Ich hoffe, dass ich die Anspannung halten kann», sagte der Weltmeister von Daegu (2011) und Europameister dieses Jahres von Helsinki.

Team-Käpt'n Ralf Bartels musste dagegen von Bord. Der 34-Jährige aus Neubrandenburg schaffte sein selbst gestecktes Ziel - 20,50 Meter - diesmal nicht. 20,00 Meter reichten nicht, 25 Zentimeter fehlten dem EM-Sechsten von 2006 zum Finale. Der Kapitän des 77-köpfigen deutschen Leichtathletik-Teams war wegen einer Knie-Operation ohne erfüllte Norm nominiert worden.

Für den direkten Einzug ins Finale der besten Zwölf waren von den starken Männern 20,65 Meter gefordert - dies schafften nur fünf Kugelstoßer, sieben rückten nach. US-Mitfavorit Reese Hoffa war mit 21,36 Metern Quali-Bester; neben Storl buchte auch Peking- Olympiasieger Tomasz Majewski aus Polen (21,03) gleich mit dem ersten Stoß das Finalticket.

news.de/dpa

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