Olympia Florett: Vezzali verpasst Gold - K.o. für Golubytskyi

London - «La grande Valentina» hat es nicht geschafft, Valentina Vezzali blieb bei Olympia Historisches verwehrt. Missmutigen Blickes, aber äußerlich gefasst schlich Italiens große Dame des Florettfechtens von der Planche.

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Florett: Vezzali verpasst Gold - K.o. für Golubytskyi Bild: dpa

12:15 hatte die 38-Jährige das Halbfinal-Generationenduell gegen den eigenen Nachwuchs verloren. Die 14 Jahre jüngere Ariana Errigo kannte am Samstag vor 7000 faszinierten Zuschauern in den Londoner ExCeL-Arenen keine Gnade mit der 164 Zentimeter kleinen Sportriesin Vezzali.

Deren Nachfolgerin wurde Elisa di Francisca, im Achtelfinale Bezwingerin der deutschen Einzelkämpferin Carolin Golubytskyi. Di Francisca holte mit 12:11 nach nur einer Sekunde der Verlängerung gegen Errigo im Finale das erste Fecht-Gold von London 2012.

Valentina Vezzali wollte nach Olympia auf einer Stufe mit den US-Leichtathleten Al Oerter und Carl Lewis stehen, denen als bislang einzigen Olympioniken vier Siege nacheinander in der gleichen Disziplin gelungen waren: Oerter von 1956 bis 1968 mit dem Diskus, Lewis von 1984 bis 1996 im Weitsprung.

Immerhin blieb Vezzali nach dem dramatischen 13:12 nach Verlängerung in der Neuauflage des Peking-Finales gegen die Südkoreanerin Hyun Hee Nam Bronze - und damit kopierte Italiens Supertrio das deutsche Ergebnis von Seoul 1988. Damals gab es durch Anja Fichtel, Sabine Bau und Zita Funkenhauser Gold, Silber und Bronze.

Das London-Halbfinale war das Aufeinandertreffen der Top Vier der Welt: Vezzali als Nummer eins gegen Errigo als Nummer vier, di Francisca als Nummer drei gegen die zweitplatzierte Nam. Der «Sudden Death» verhalf di Francisca beim 11:10 in den Schlussgang, das Duell Vezzali - Errigo war eine ganz klare Angelegenheit. Vezzali verhalf zuvor nur der «plötzliche Tod» nach 21 Sekunden der Verlängerung beim 8:7 gegen die Tunesierin Ines Boubakri in die Vorschlussrunde.

Golubytskyi ging erst beinahe k.o., dann folgte das Achtelfinal-Aus - weil sie sich beim 9:15 gegen die spätere Goldmedaillengewinnerin di Francisca zu «nett» präsentierte. «Ich war einfach nicht gemein genug», stellte Sportsoldatin Golubytskyi fest. Die Tauberbischofsheimerin führte schon mit 7:2 und 8:3. Doch di Francisca holte Punkt für Punkt auf und traf Golubytskyi beim 7:8 mit der Glocke des 500 Gramm schweren Floretts am Hals - es war der Beginn des Knockouts.

Golubytskyi hielt sich mit offener Kritik an der Weltmeisterin von 2010 zurück. ««Ich bin nicht der Typ, jemandem etwas zu unterstellen. Es ist halt passiert. Ich kann nicht sagen, ob es Absicht war», meinte sie. Ihr wurde schwindlig, sie musste minutenlang behandelt werden und fand nicht mehr in das Gefecht zurück. Vorwürfe gab es nur gegen sich selbst: «Ich hätte es heimbringen müssen.»

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news.de/dpa

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