Olympia Riesentrubel um NBA-Stars - Bryant: Nur Gold zählt

Riesentrubel um NBA-Stars - Bryant: Nur Gold zählt (Foto)
Riesentrubel um NBA-Stars - Bryant: Nur Gold zählt Bild: dpa

London - Schon wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier herrschte im Olympic Park der Ausnahmezustand. Das Starensemble der US-Basketballer hielt Hof und verwandelte den größten Presseraum des Medien-Zentrums in ein Tollhaus.Hunderte Journalisten stolperten regelrecht übereinander, kletterten auf Stühle und Bänke - anders kann es zu den Hochzeiten der Beatlemania auf der Insel auch nicht zugegangen sein.«Wir verzichten auf das klassische Frage-Antwort-Spiel.

Wir setzen die Jungs in verschiedene Ecken, und dann kann jeder fragen, was er will», sagte der Mediendirektor des US-Teams - und löste damit ein völliges Chaos aus. Auch die sonst auf Recht und Ordnung so erpichten Aufpasser gaben den Kampf gegen die Medienmeute irgendwann auf.

Die US-Millionäre um NBA-MVP LeBron James und Lakers-Star Kobe Bryant nahmen das Treiben mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. Sie sind es aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga gewohnt, von Fragestellerin umringt zu sein.

Ruhig und geduldig standen die Korbjäger Rede und Antwort und ließen am Ziel für das am Sonntag beginnende olympische Turnier keinen Zweifel. «Für uns zählt nur die Goldmedaille», sagte Bryant. «Alles andere würden die Leute in den USA nicht akzeptieren. Ich glaube, sie würden uns sonst nicht mehr ins Land lassen», meinte der fünfmalige NBA-Champion mit einem Grinsen im Gesicht.

Doch arrogant und leichtfertig wollen die Amerikaner die Mission Gold nicht angehen. «Das Niveau des Welt-Basketballs ist gewaltig gestiegen», sagte Coach Mike Krzyzewski. «Wir müssen uns gehörig anstrengen, wenn wir hier gewinnen wollen.» Vor allem Weltmeister Spanien gilt als größter Konkurrent.

Die leisen Töne ehrten Krzyzewski, im Trubel rund um sein Ausnahmeteam verhallten sie aber wirkungslos. Neben Bryant standen vor allem James vom Meister Miami Heat und Kevin Durant sowie Russell Westbrook vom Finalgegner Oklahoma City Thunder im Fokus. «Olympia ist etwas ganz Besonderes. Es ist wieder eine Ehre, dabei zu sein», meinte James, für den es nach 2004 und 2008 die dritten Sommerspiele sind. Die Stars wollen daher auch in Zukunft nicht für Collegespieler weichen. «Ich will auch 2016 in Brasilien wieder dabei sein», kündigte Durant an.

James erlebte 2004 das Fiasko in Athen, als die NBA-Jungs an ihrer eigenen Überheblichkeit scheiterten. Der 27-Jährige appellierte deshalb an seine Teamkollegen, schon zum Auftakt gegen Frankreich am Sonntag mit voller Konzentration zu Werke zu gehen. «Das wird ein schweres Spiel. Die Franzosen haben auch viele Jungs aus der NBA dabei», sagte der Goldmedaillengewinner von Peking 2008.

Allerdings wollen James und Co. die Zeit in London auch genießen. «Es ist toll, wieder in Europa zu sein», sagte der in Italien aufgewachsene Bryant. Der 33-Jährige wohnt wie seine Teamkollegen nicht in einer teuren Luxusherberge, sondern wie die meisten anderen Sportler im Athletendorf. «Ich will mir auch einige andere Sportarten anschauen», kündigte Bryant an. Nach einer Stunde verschwanden die NBA-Stars wieder - und hinterließen den ersten bemerkenswerten Moment der Spiele.

news.de/dpa

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