Olympia Kerber und Lisicki treten zum Auftakt im Doppel an

Kerber und Lisicki treten zum Auftakt im Doppel an (Foto)
Kerber und Lisicki treten zum Auftakt im Doppel an Bild: dpa

London - Sie sind völlig unterschiedlich, doch sie haben das gleiche Ziel. Angelique Kerber und Sabine Lisicki wollen in London eine Medaille.

Die derzeit besten deutschen Tennisspielerinnen treten auch gemeinsam im Doppel an.

Für Angelique Kerber war es erst Liebe auf den zweiten Blick. Beinahe hätte Wimbledon das Ende ihrer Tennis-Karriere bedeutet, nun geht die deutsche Nummer eins als Mitfavoritin ins olympische Turnier, das an diesem Samstag auf der traditionsreichen Anlage im All England Lawn Tennis Club beginnt. «Ich freue mich riesig, wieder hier zu sein», sagte Kerber.

Vor drei Wochen stürmte sie beim Grand-Slam-Spektakel auf dem heiligen Rasen bis ins Halbfinale, unter den fünf Ringen soll es noch mindestens einen Schritt weitergehen. «Wenn es einen Belag gibt, der ihrem Spiel entgegen kommt, dann ist es Rasen», sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. Nicht nur sie hofft insgeheim, dass Kerber an der Church Road eine Medaille holt.

Die letzte deutsche Tennisspielerin, die bei Olympia Edelmetall gewann, war Steffi Graf. 1992 errang die Gräfin in Barcelona Silber, vier Jahre zuvor wurde sie in Seoul Olympiasiegerin. Da Graf in jenem Jahr auch die vier wichtigsten Turniere auf der Tour gewann, glückte ihr 1988 der bis heute unerreichte sogenannte Golden Slam.

Wie für viele Spielerinnen ist Graf auch für Kerber ein Idol. Dass es Anfang des Monats ausgerechnet in Wimbledon zum ersten Treffen mit ihrem Vorbild kam, macht den Ort für die Kielerin noch spezieller. Längst vergessen ist die Erstrunden-Niederlage von 2011, nach der sie beinahe den Schläger in die Ecke gestellt und ihre Laufbahn beendet hätte.

Nichts erinnert mehr an jene verzagte und frustrierte Kerber. Als sie Anfang der Woche nach einem Kurzurlaub und einer Woche Training in Offenbach nach London zurückkehrte, bekam sie auch ihre neue Popularität zu spüren. Zwar ist der Auflauf noch nicht so groß wie bei Steffi Graf, doch die Autogramm- und Fotojäger haben längst auch ein Auge auf Kerber geworfen. «Inzwischen erkennen mich die Leute, doch das macht auch Spaß», sagte die 24-Jährige.

Bei Olympia ist die Nummer sieben der Welt Deutschlands Mädchen für alles. Im Einzel trifft sie in der ersten Runde auf die Tschechin Petra Cetkovska, zudem ist sie für das Mixed mit Philipp Petzschner und das Doppel mit Sabine Lisicki vorgesehen.

Bei Lisicki war es anders als bei Kerber. Sie brauchte keinen zweiten Anlauf, um sich für Wimbledon zu begeistern. «Ich liebe das Turnier», sagte die Berlinerin immer wieder, nirgendwo sonst fühlt sie sich so wohl wie auf dem Rasen im Südwesten der britischen Hauptstadt. 2011 stand sie dort im Halbfinale, in diesem Jahr verlor sie im Viertelfinale gegen Kerber.

Der Händedruck nach dem deutschen Duell auf dem Centre Court fiel verhalten aus, doch um die Harmonie im Duo Kerber/Lisicki braucht sich niemand Sorgen zu machen. «Wenn wir gegeneinander spielen, sind wir Konkurrentinnen, doch danach reden wir wieder ganz normal miteinander», sagte Kerber. Auch Rittner befürchtet keine Probleme. «Es müssen nicht alle miteinander befreundet sein - aber so lange der Respekt und die Akzeptanz stimmen, ist das völlig okay.»

Schon an diesem Samstag können die beiden derzeit bestplatzierten deutschen Damen zeigen, dass sie auch gemeinsam funktionieren. Auf dem Weg zur erhofften Medaille wartet zum Auftakt das britische Duo Laura Robson und Heather Watson. Als Erster aus dem deutschen Team muss um 11.30 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ) Philipp Petzschner auf den Platz. Der kurzfristig für den verletzten Kroaten Ivo Karlovic nachgerückte Bayreuther trifft auf den Slowaken Lukas Lacko. Zudem spielt Mona Barthel gegen die Polin Ursula Radwanska.

Spielplan für Samstag

news.de/dpa

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