Paul Biedermann «Eine Olympia-Medaille ist mein Traum»

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Von Marc Zeilhofer und Christian Kunz
Das Freistil-Finale über 400 Meter wird heute Abend ohne ihn stattfinden. Dennoch hofft Paul Biedermann, einer der prominentesten und besten deutschen Sportler bei Olympia, weiter auf Edelmetall. Und auch Pläne für die Zeit nach den Spielen hat der Hallenser schon.

Blass, aber äußerlich gefasst hatte Paul Biedermann kurz nach seinem überraschenden Vorlauf-Aus keine Erklärung. «Ich bin unheimlich enttäuscht. Ich wollte von vorne gehen, das hat nicht so geklappt», sagte der Weltrekordler nach seinem zwölften Platz im olympischen Vorlauf über 400 Meter Freistil. Die erste Medaillenchance war vertan, da blieb zunächst nur das Prinzip Hoffnung: «Ich muss mich erstmal eine Stunde sammeln. Morgen geht es weiter», sagte der 25-Jährige am Samstag in den Katakomben des Aquatics Centre von London. Im Interview sprach er vor Wettkampfbeginn über seine Medaillen-Mission.

Paul Biedermann, seit 2009 kehrten Sie von jeder großen Meisterschaft mit mindestens einer Medaille zurück. Wie groß ist jetzt der Druck?

Biedermann: Ich versuche, die beste Leistung abzuliefern und keinen Druck von außen aufkommen zu lassen. Ich mache das für mich, weil es mein Sport ist, weil es mir Spaß macht. Wenn es Druck gibt, dann kommt er von mir selbst, weil ich wissen möchte, welche Leistung kann ich abliefern.

Wo sehen Sie die größten Chancen?

Biedermann: Das ist schwer abzuschätzen. Über 200 Meter Freistil ist mehr Konkurrenz da, über 400 Meter liegt sie weiter vor mir. Die Gewichtung ist für mich auf allen Strecken gleich. Die Staffel zählt auf mich und ist mir auch sehr wichtig. Insgesamt will ich besser sein als in Peking, aber natürlich nimmt sich keiner Platz vier vor. Ich will sehen, wie ich mich steigern kann. Eine Medaille ist immer ein Traum gewesen von mir.

Michael Phelps hat seinen Verzicht auf die 200 Meter Freistil erklärt. Ihr Trainer glaubt noch nicht so recht daran. Sie auch?

Biedermann: Ich glaube schon, dass die Amerikaner für eine Überraschung sorgen werden. Ich bin gespannt auf den Vorlauf, ob ein Michael Phelps starten wird oder nicht. Aber auch ohne Michael Phelps bleibt noch genügend Konkurrenz.

Was unterscheidet den Paul Biedermann des Jahres 2012 von dem 2011 oder 2009?

Biedermann: Ich glaube, dass ich von der Persönlichkeit her gereift bin. Von der Leistung her habe ich mich entwickelt. Ich bin Tests geschwommen, die ich vorher so noch nie schnell geschwommen bin.

Macht ihre Beziehung zu Britta Steffen das Unternehmen Olympia einfacher oder schwieriger?

Biedermann: Es macht es in der Hinsicht einfacher, weil man den Druck und gewisse Erfahrungen teilt. Es gibt keinen Punkt, der es schwieriger macht. Wir fokussieren uns, wir bleiben bei uns, werden getrennte Zimmer haben, sind da strikt organisiert. Natürlich durchleben wir das zusammen, schauen aber auch, dass wir die bestmögliche Leistung erreichen.

Wie sehr beruhigt die finanzielle Sicherheit durch einige neue Werbeverträge?

Biedermann: Das ist ein großer Luxus, den ich da erlebe, gerade im Schwimmen, da mache ich mir nichts vor. Ich habe das Glück, dass ich ganz tolle Sponsoren gefunden habe, die mir helfen, als Profi zu schwimmen. Ich weiß auch, dass es nicht immer so weiter gehen kann. Ich möchte auch arbeiten und etwas für die Allgemeinheit tun. Bis 2016 möchte ich auf jeden Fall schwimmen und dann höchstwahrscheinlich mit 30 meine Karriere beenden.

Sie und Britta Steffen wollen nach den Spielen in Deutschland urlauben. Keine Sorge, dauernd erkannt zu werden?

Biedermann: Wir haben da überhaupt kein Problem mit. Wenn, dann werde nicht ich erkannt, sondern Britta. Wir wollen nicht schon wieder Taschen packen und fliegen, sondern einfach unsere Ruhe haben. Und in Deutschland kann man auch ganz hervorragend Urlaub machen.

Zählt nur die Medaille oder kann Olympia auch ohne Edelmetall ein Erfolg sein?

Biedermann: Es wäre dann ein gutes Rennen, wenn ich weiß, mehr als ich jetzt gegeben habe, war nicht drin. Dann muss ich mich damit zufriedengeben und das muss man dann wahrscheinlich auch lernen. Ich möchte an dem Tag das abrufen, was möglich ist. Und dann werden wir sehen, was dabei herumkommt.

kru/zij/news.de/dpa

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