Olympia Fandel träumt von doppeltem deutschen Olympia-Finale

London - Die deutschen Fußball-Teams sind in London nur Zaungäste, doch für zwei DFB-Schiedsrichter geht der Traum von Olympia in Erfüllung.Bibiana Steinhaus und Felix Brych vertreten die deutschen Farben in London - und sollen dies nach dem Willen von Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel auch bis zum Schluss tun.

Fandel träumt von doppeltem deutschen Olympia-Finale (Foto)
Fandel träumt von doppeltem deutschen Olympia-Finale Bild: dpa

«Klar würde ich mir wünschen, dass beide das Finale pfeifen. Aber da gehört so viel dazu. Da braucht man etwas Glück, die Tagesform muss passen, die Spielpaarung muss passen. Warten wir es einfach ab», sagte Fandel der Nachrichtenagentur dpa.

Zum Auftakt des Frauen- bzw. Männerturniers sind Steinhaus und Brych nur am Spielfeldrand im Einsatz. Die 33 Jahre alte Hannoveranerin ist am Mittwoch in Coventry bei der Partie Schweden gegen Südafrika die Vierte Offizielle. Dem Münchner Juristen kommt diese Aufgabe am Donnerstag in Manchester beim Spiel Vereinigte Arabische Emirate gegen Uruguay zu.

Zweifel an der Klasse der beiden Referees hat Fandel nicht. «Bibiana Steinhaus ist die beste Schiedsrichterin der Welt. Das sage ich überall, wo ich es loswerden kann. Das sieht aber auch jeder, der von Fußball Ahnung hat. Felix Brych ist unsere Nummer 2 in Deutschland und europaweit sehr angesehen», lobte der ehemalige Weltklasse-Schiedsrichter.

Weil die DFB-Frauen, 2004 und 2008 jeweils Olympia-Dritter, durch die Viertelfinal-Pleite bei der Heim-WM im Vorjahr die Qualifikation verpasst hatten, darf vor allem Steinhaus auf einen langen Verbleib im Turnier hoffen. Olympia bedeutet für sie nicht nur Neuland, sondern bietet auch die Chance auf einmalige Erlebnisse.

«Neben der sportlichen Herausforderung finde ich es spannend, das olympische Flair in den großen Stadien in England live zu erleben. Das Wembley-Stadion in London oder Old Trafford in Manchester kenne ich bisher nur aus dem Fernsehen - denn dort wird normalerweise kein Frauenfußball gespielt», sagte Steinhaus in einem auf der DFB-Internetseite veröffentlichten Interview.

Auch Brych freut sich auf Olympia, auch wenn die Sommerspiele nur die Nummer drei in der Rangliste der Großereignisse sind. «Ich habe die Olympischen Spiele schon in meiner Kindheit im Fernsehen geschaut. Das Turnier hat natürlich nicht die mediale Aufmerksamkeit einer Europa- oder Weltmeisterschaft», sagte er. Die ohnehin schon große Bedeutung habe aber zugenommen, «denn für viele Perspektivspieler ist Olympia eine hervorragende Plattform, auf der sie sich präsentieren wollen.»

Das pralle Leben im olympischen Dorf kann das deutsche Schiedsrichter-Duo nicht genießen, weil es wie alle Unparteiischen in einem Hotel untergebracht ist. Dennoch hoffen beide darauf, «dass wir neben unseren eigenen Einsätzen ein bisschen von diesem olympischen Flair erleben und genießen können», meinte Brych. Und vielleicht wird ihr London-Aufenthalt durch einen doppelten Endspiel-Einsatz gekrönt.

news.de/dpa

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