Fußball Renaissance der «Jungen Wilden»: VfB setzt auf Jugend

Renaissance der «Jungen Wilden»: VfB setzt auf Jugend (Foto)
Renaissance der «Jungen Wilden»: VfB setzt auf Jugend Bild: dpa

Stuttgart - Beim VfB Stuttgart soll es weiter «offensiv, aggressiv, leidenschaftlich» zugehen - nach den Vorstellungen von Präsident Gerd E.

Mäuser allerdings nur auf dem Spielfeld.

Denn abseits des Platzes herrscht nach zwei turbulenten Spielzeiten, die den Fußball-Bundesligisten zunächst an den Rand des Absturzes in die Zweitklassigkeit führten und dann in die Europa League, derzeit Ruhe beim schwäbischen Club. Die Mitgliederversammlung am Montag kam fast ganz ohne Misstöne aus. Zum ersten Mal hielten Mäuser und seine Vorstandskollegen Hof in der Mercedes-Benz Arena.

Nach der stürmischen Versammlung im vergangenen Jahr, bei der Mäuser inthronisiert wurde, herrschte nun Harmonie. Den Gipfel des Ungehorsams bildete die Ablehnung einiger beantragter Satzungsänderungen durch die rund 1000 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder. So sollte künftig die Mitgliedschaft online beantragt werden können - abgelehnt. Dafür wurde der Vorstand mit 75 Prozent der Stimmen entlastet.

Zuvor hatte der verkündet, dass der VfB im Geschäftsjahr 2011 bei rund 117 Millionen Euro Umsatz 70 800 Euro Gewinn erwirtschaftet hat. Im Vorjahr hatte es noch einen Verlust gegeben. Und bei der Aussprache wurden Mäuser und der sportliche Vorstand Fredi Bobic von einigen Fans sogar gelobt. Das war nicht immer so in Stuttgart.

Aber Mäuser und Bobic haben den Erfolg auf ihrer Seite. Da nehmen es die Anhänger leichter hin, dass mit Julian Schieber gerade wieder ein Eigengewächs des Clubs verkauft wurde. Der deutsche Meister Borussia Dortmund rief und Schieber folgte. «Da können wir nicht mithalten», sagte Bobic. So wie es die Schwaben zuvor etwa bei Torwart Bernd Leno (Bayer Leverkusen), Stürmer Mario Gomez (Bayern München) und Mittelfeldmotor Sami Khedira (Real Madrid) nicht konnten. Oder nicht wollten. Denn wie Mäuser erklärte, versteht sich der VfB mehr denn je als «Ausbildungsverein», der Talente zu Profis macht - und letztlich zu Geld.

Dies sei «eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Darin liegt unsere Zukunft», sagte Mäuser. «Um überlebensfähig zu bleiben, sind wir gezwungen, Spieler auszubilden und einen Teil zu halten und einen Teil zu verkaufen.» Denn wie Finanzvorstand Ulrich Ruf vortrug, ist der VfB «kein Werksverein, wir haben keinen Mäzen. Dafür aber sind wir ohne Wenn und Aber Herr im eigenen Haus.»

Mäuser hat die Wiederbelebung des Konzepts der «Jungen Wilden» ausgerufen. Am Montag kündigte er an, künftig noch stärker auf die Jugend zu setzen. Es sollen mehr hauptamtliche Scouts für die Jugendklassen eingestellt werden, gerade wurden Nachwuchs- und Scoutingabteilung zusammengelegt. Schon jetzt kann sich die Bilanz sehen lassen. Die B-Jugend des VfB wurde in der abgelaufenen Spielzeit deutscher Vizemeister, die A-Jugend Sechster in der Junioren-Bundesliga.

In Raphael Holzhauser, Kevin Stöger, Antonio Rüdiger und Andre Weis sind gerade wieder vier Spieler aus der zweiten Mannschaft in den Profikader von Trainer Bruno Labbadia aufgerückt. «Diese Vier können jetzt den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen. Wir bieten ihnen perfekte Entfaltungsmöglichkeiten», sagte Bobic. Demgegenüber stehen in Tunay Torun (Hertha BSC) und Leihgabe Tim Hoogland (Schalke) lediglich zwei kostengünstige Neuzugänge. Zudem ist der nach Nürnberg ausgeliehene Daniel Didavi zurückgekehrt.

Weil Bobic kein Saisonziel formulieren wollte, blieb es einem jungen Wilden vorbehalten, die Kampfansage zu formulieren. Per Videoschaltung aus dem Trainingslager in Donaueschingen meldete sich der 25 Jahre alte Kapitän Serdar Tasci zu Wort. «Unser Ziel als VfB muss es sein, immer international zu spielen», sagte Tasci. «Letztes Jahr haben wir mit fast der identischen Truppe den sechsten Platz belegt. Jetzt müssen wir uns verbessern.»

news.de/dpa

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