Formel 1 Alle gegen Sebastian Vettel?

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Valencia, Bahrain und nun Hockenheim: In dieser Rennsaison wurden einige Entscheidungen gegen Sebastian Vettel getroffen. Zufall oder nur das Ergebnis eines Machtgerangels zwischen Fia-Chef Jean Todt und Chef-Vermarkter Bernie Ecclestone?

Es waren nur noch sechs Kilometer ins Ziel, als Sebastian Vettel beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim zum Überholmanöver ansetze. Vor ihm Jenson Button mit seinem McLaren, langsamer als der deutsche Formel-1-Fahrer. Sebastian Vettel will überholen, kommt ein Stück von der Fahrbahn ab und zieht an Button vorbei.

Die Regeln der Formel 1 besagen: Verlässt ein Fahrer die Strecke, um sich einen Vorteil zu verschaffen, ist dies Grund für eine Strafe. Button soll direkt nach dem Manöver seine Box angefunkt haben: «Er hat die Strecke verlassen, um mich zu überholen.» Sebastian Vettel bestreitet dies, ihm wird nicht geglaubt. Kurz nachdem er auf dem Podest seinen zweiten Platz gefeiert hat, wird ihm mitgeteilt, dass ihm 20 Sekunden Zeitstrafe aufgebrummt werden. Der 25-Jährige rutscht auf den fünften Platz ab.

Wird mit zweierlei Maß gemessen?

Es ist nicht die erste Entscheidung zu Ungunsten des Weltmeisters. Im Fußball, wo es auch immer wieder einmal zu Fehlentscheidungen kommt, gibt es das Sprichwort, bis zum Ende der Saison würden sich Schiedsrichterentscheidungen ausgleichen. Im Fall von Sebastian Vettel kann man kaum noch an kommende ausgleichende Gerechtigkeit glauben.

In Barcelona bekam der Heppenheimer eine Strafe für einen geöffneten Heckflügel, Michael Schumacher hatte seine Heckklappe in einer ähnlichen Situation in Valencia ebenfalls geöffnet: keine Strafe. In Bahrain fuhr Nico Rosberg wegen eines Überholmanövers auch über den Streckenrand - er bekam ebenfalls keine Strafe. Vor vier Wochen wurde ein deutlicher Vorsprung von Sebastian Vettel durch eine - seiner Ansicht nach unnötige - Safety Car-Phase zunichte gemacht.

«Seb wird zurückkommen»

Für den Weltmeister ist all das frustrierend, nach dem Rennen und dem gemeinsamen Essen verließ er die Strecke durch eine Hintertür. «Er ist natürlich sehr enttäuscht. Die Strafe ist sehr hart, vor allem wenn du vorher so einen guten Job gemacht hast», sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner in einem Interview nach dem Rennen.

Es liegt nach all den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit der Verdacht nahe, dass Sebastian Vettel nur ein Bauernopfer im Machtgerangel zwischen Red Bull und Chef-Vermarker Bernie Ecclestone auf der einen, und Mercedes und Fia-Präsident Jean Todt auf der anderen Seite ist. Es geht um weitreichende Änderungen für das Jahr 2014. Unter anderem soll dann nicht mehr das Chassis für einen Sieg ausschlaggebend sein, sondern der Motor. Es geht dabei nicht nur um die Glaubenssache Motor/Chassis, sondern um viel mehr: Geld.

Der nächste Teil des Machtkampfest mit Sebastian Vettel als Spielball - sollte es denn so sein - ist bereits am kommenden Wochenende in Budapest. «Seb hat einen sehr starken Charakter. Er wird sicher wieder zurückkommen», ist Christian Horner sicher.

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wam/news.de/dpa

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