Fifa Deutscher Richter leitet Ethikkommission

Ein deutscher Richter sitzt der Ethikommission vor. (Foto)
Ein deutscher Richter sitzt der Ethikommission vor. Bild: dpa

Im Kampf gegen Korruption und undurchsichtige Geschäfte macht die Fifa einen weiteren Schritt: Auf einer Pressekonferenz wurden die zwei Vorsitzenden der neuen Ethikkommission vorgestellt. Der deutsche Joachim Eckert und der US-Amerikaner Michael Garcia sollen es richten.

Der umstrittene Fifa-Chef Joseph Blatter kommt den zahlreichen Forderungen nach seinem Rücktritt nicht nach und treibt stattdessen seine eigenen Reformen im schwer angeschlagenen Fußball-Weltverband weiter voran.

Das Exekutivkomitee ernannte den deutschen Richter Joachim Eckert und den amerikanischen Staatsanwalt Michael Garcia anstelle des favorisierten Argentiniers Luis Moreno Ocampo zu den Vorsitzenden der beiden Kammern der neuen Ethikkommission, die den Kampf gegen die Korruption in der FIFA voranbringen soll. «Ich bin ein glücklicher Präsident, weil unserer Reformprozess weitergeht. Ich als Präsident werde diesen Reformprozess weiter begleiten», sagte Blatter in Zürich.

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Die neuesten Enthüllungen im Fifa-Bestechungsskandal und auch sein möglicher Rücktritt waren nach Angaben des Schweizers kein Thema bei der Sitzung des Exekutivkomitees. «Über die Position des FIFA-Präsidenten kann nur der Kongress entscheiden», sagte Blatter.

Zwanziger steht hinter Blatter

Der 64 Jahre alte Eckert leitet die 6. Strafkammer des Landgerichts München und ist dort auf Wirtschaftsverfahren spezialisiert. Er soll in einer juristisch ähnlichen Konstruktion wie beim Deutschen Fußball-Bund ein Sportgericht der FIFA leiten. Garcia arbeitet in den USA als Ankläger und war in dieser Funktion unter anderem auch im Doping-Prozess gegen die frühere Sprint- Olympiasiegerin Marion Jones tätig. Er soll in der Ethikkommission einer Art Kontrollausschuss vorsitzen. «Die Vorsitzenden der beiden Kammern sind komplett unabhängig», sagte Blatter. Die Fifawerde allen Entscheidungen der neuen Ethikkommission folgen.

Unterdessen hat sich der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger im Fifa-Bestechungsskandal hinter den umstrittenen Präsidenten Joseph Blatter gestellt.«Aus Sicht der Fifa-Exekutive ist er absolut tragbar. Der Reformprozess wäre gar nicht weitergegangen ohne ihn», sagte das Mitglied des Exekutivkomitees des Fußball-Weltverbandes in Zürich. Ein Rücktritt Blatters, wie ihn unter anderem der deutsche Ligapräsident Reinhard Rauball gefordert hatte, sei kein Thema gewesen, bekräftigte Zwanziger am Rande der Komitee-Sitzung. «Ich hatte keinen Auftrag, ihn zu fordern.»

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beu/news.de/dpa

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