Fifa, Fia, IOC So korrupt ist der Sport

Gerüchte und Skandale
Korruption im Sport

Von news.de-Redakteur Martin Walter
Korruption, wohin das Auge blickt: Fifa-Boss Sepp Blatter steht wegen Bestechungsgeldern unter Dauerbeschuss, Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone traut sich nicht mehr nach Deutschland. Viele Sportverbände kämpfen mit korrupten Strukturen, auch das Olympische Komitee.

Die Augen der Welt richten sich gen London. Die Olympischen Spiele werden am morgigen Freitag eröffnet, zweieinhalb Wochen lang kämpfen in der britischen Haupstadt mehr als 10.000 Sportlerinnen und Sportler um Gold, Silber und Bronze.

Auch ein älterer Herr in Zürich dürfte sich in diesem Jahr ganz besonders auf das Spektakel freuen. Nicht allein aus sportlichen Gründen, sondern schlichtweg aus Erleichterung, dass der Fokus der Sportöffentlichkeit für einige Wochen nach Großbritannien wandert. Die Rede ist von Sepp Blatter. Der 76-jährige Fifa-Boss hat mit den Spielen per se wenig zu tun, doch gerade im Moment ist er um jede Ablenkung froh, die seine eigenen Probleme aus dem medialen Rampenlicht zerren.

Denn die Großwetterlage in der Schweizer Fifa-Zentrale ist mal wieder trüb. Vor allem für Blatter verheißen die aktuellen Vorhersagen schlechte Aussichten. Gut für den Fifa-Boss, dass er sich als langjähriger Patriarch des Weltverbands mit rauem Klima auskennt, so manchen Sturm hat Blatter unbeschadet überstanden. Dieses Mal könnten sich die Unannehmlichkeiten allerdings zu einem echten Orkan auswachsen.

Blatter in Erklärungsnot

Entfesselt worden war das Unwetter Anfang Juli durch die Staatsanwaltschaft in Zug. Diese hatte Papiere veröffentlicht, die jahrelange Gerüchte zur Gewissheit machten: Hochrangige Fifa-Funktionäre haben sich im Zuge der Rechtevergabe für Fußball-Weltmeisterschaften in den 1990er Jahren mit millionenschweren Summen schmieren lassen.

Blatters Name selbst befand sich nicht auf der Liste. Trotzdem geriet der allmächtige Fifa-Boss in Erklärungsnot, da er von den Zahlungen wusste. Auch wenn die Betroffenen rechtlich nicht mehr belangt werden können, hat der Weltverband eine Korruptionsdebatte an den Hacken. Ausgerechnet in einer Phase, in der sich die Fifa endlich zur Bekämpfung selbiger aufraffen konnte. 

Mit dem Schweizer Strafrechtler Max Pieth ist ein Fifa-interner Aufklärer am Werk, der Vollgas geben will. Höchste Zeit möchte man meinen, diagnostizierte der Anti-Korruptions-Beauftragte der Fifa doch persönlich, dass der Weltverband im Vergleich mit internationalen Firmen bei der Korruptionsbekämpfung 30 Jahre im Rückstand sei. Im Sport nennt man das uneinholbar, in der Sportpolitik ist so etwas offenkundig kein Grund, hektisch zu werden. Sepp Blatter sieht jedenfalls keinerlei Anlass, einen Gedanken an einen Rücktritt zu verschwenden. Die Frage ist, ob Pieth tatsächlich so unvoreingenommen ermittelt, wie er es eigentlich sein sollte.

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