Fußball Mehr Geld für Schiedsrichter - Keine Torrichter

Altensteig-Wart - Deutschlands Spitzen-Schiedsrichter avancieren zu Top-Verdienern und dürfen sich neben einer finanziellen Grundabsicherung auch über die Einführung technischer Hilfsmittel ab der Saison 2013/14 freuen.

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Mehr Geld für Schiedsrichter - Keine Torrichter Bild: dpa

Mit der Zahlung eines Fixgehaltes von mindestens 15 000 und maximal 40 000 Euro will der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Rahmenbedingungen für die Referees weiter professionalisieren. «Profi-Schiedsrichter wird es aber auch künftig nicht geben», stellte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Samstag bei der Schiedsrichtertagung in Altensteig-Wart klar.

Damit bleibt der DFB auf Konfrontationskurs zu FIFA-Präsident Sepp Blatter, der Ende 2011 die Einführung von Profi-Referees in Deutschland gefordert hatte. Nach dem Willen des Schweizers sollen bei der WM 2014 nur noch hauptamtliche Schiedsrichter zum Einsatz kommen. «Der Mann, der nichts anderes tut als Fußballspiele zu leiten, ist nicht gewollt. Das machen wir nicht. Die Schiedsrichter bleiben in ihren Jobs, haben jetzt aber noch mehr Freiräume, die sie für die Spiele einfach brauchen», sagte Niersbach.

Insgesamt berappt der DFB pro Saison zusätzlich eine Million Euro für die Unparteiischen, deren Jahreseinkommen in der Bundesliga damit locker im sechsstelligen Bereich liegt. «Das ist ein wunderbares Signal, über das wir sehr froh sind», erklärte Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel. Es sei ein gutes Gefühl, dass der Verband den Weg der Professionalisierung mitgehe.

Neben dem Grundgehalt und den Spielhonoraren, die in der Bundesliga unverändert 3800 Euro und in der 2. Liga 2000 Euro betragen, erhalten die Unparteiischen ab sofort auch eine bessere medizinische Betreuung. Künftig steht ihnen bei jedem Einsatz ein Physiotherapeut zur Verfügung.

Die fünf FIFA-Schiedsrichter der Eliteklasse - Wolfgang Stark, Felix Brych, Florian Meyer, Manuel Gräfe und Deniz Aytekin - kassieren ab dieser Saison die Maximalsumme von 40 000 Euro. Die anderen FIFA-Referees und die Schiedsrichter der Bundesliga mit mehr als fünf Jahren Erfahrung bekommen 30 000 Euro. Alle anderen Unparteiischen in der Bundesliga erhalten 20 000 Euro. In der 2. Liga werden 15 000 Euro gezahlt, die gleiche Summe erhalten die FIFA-Assistenten. Die Einnahme der Bundesliga-Assistenten beläuft sich auf 10 000 Euro, in der 2. Bundesliga gibt es 2500 Euro.

Neben der finanziellen Unterstützung wird es für die Referees bald auch technische Hilfe bei der Bewertung kniffliger Spielsituationen geben. «Der DFB und der Ligaverband sind für die Einführung der Torlinientechnologie. Das geht aber nicht vor der Saison 2013/14», erklärte Niersbach. Er rechnet aber nicht damit, dass die Technik auch im DFB-Pokal zum Einsatz kommt, weil sie für die Amateurvereine zu teuer ist. «Da geht es um die Einheitlichkeit des Wettbewerbes. Deshalb sehe ich das nicht», meinte der DFB-Chef.

Er machte unmissverständlich klar, dass es für den DFB keine Alternative zur Technik gebe. «Wir sind uns mit unseren Schiedsrichtern einig, dass wir, anders als die UEFA, im nationalen Bereich nicht die Torrichter einführen werden», sagte Niersbach.

Auch Fandel hält nichts von den Torrichtern, die von der Europäischen Fußball-Union favorisiert werden und in der Champions League sowie der Europa League zum Einsatz kommen. «Das System gaukelt etwas vor, was es am Ende nicht halten kann: Fehlerlosigkeit. Das da alles sicher ist, kriegen wir damit nicht hin, weil die Verantwortung nur von einem Menschen auf den anderen Menschen verlagert wird», sagte Fandel und fügte hinzu: «Ich will, dass gesichert wird, wenn der Ball im Tor ist, dass es ein Tor ist, und nicht möglicherweise doch keins.»

news.de/dpa

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