Radsport Wiggins besteht Tour-Meisterprüfung in den Alpen

La Toussuire-Les Sybelles - Bradley Wiggins hat seine Meisterprüfung in den Alpen bestanden und ist dem ersten Sieg eines Briten in 109 Jahren Tour de France ein weiteres großes Stück näher gekommen.Der Spitzenreiter wehrte auf der 11.

Wiggins besteht Tour-Meisterprüfung in den Alpen (Foto)
Wiggins besteht Tour-Meisterprüfung in den Alpen Bild: dpa

Etappe am Donnerstag über vier schwere Anstiege alle Attacken der zunehmend verzweifelten Konkurrenten ab und kann im Gelben Trikot Richtung Mittelmeer fahren. Nachdem sich der französische Radprofi Pierre Rolland auf der nur 148 Kilometer langen Alpen-«Königsetappe» den Sieg geholt hatte, ließen Wiggins und Edelhelfer Christopher Froome dahinter nichts anbrennen. Zum Verlierer wurde Vorjahressieger Cadel Evans.

Der Australier konnte den Tempoverschärfungen des Sky-Starduos Wiggins/Froome gut sechs Kilometer vor der Skistation Les Sybelles nicht mehr folgen und fiel mit gequältem Gesichtsausdruck zurück. Neuer Zweitplatzierter im Klassement ist Froome, dahinter folgt Vincenzo Nibali. Der Italiener hatte sich am finalen Anstieg als erster gleich doppelt gezeigt: Seinen zweiten Antritt musste Wiggins dann persönlich parieren, was auch gelang. Auf den letzten Kilometern zeigten Wiggins und Froome - der hinter Thibaut Pinot auf den dritten Tagesrang sprintete - eine beeindruckende Standfestigkeit.

In der Gesamtwertung führt Wiggins nun 2:08 Minuten vor Froome und 2:23 Minuten vor Nibali. Evans rutschte aus den Top drei und weist einen Rückstand von 3:19 Minuten auf die Spitze auf. Auf den fünften Rang kletterte der Belgier Jurgen Van den Broeck.

Titelverteidiger Evans hatte sich klar verpokert: Der BMC-Kapitän begann das Geplänkel der Favoriten schon am zweiten Berg, dem Col de la Croix de Fer. Kurz nach der Hälfte des Anstiegs griff er an, brachte die Sky-Truppe aber nicht in Verlegenheit. Die Helfer von Wiggins erhöhten nur marginal das Tempo, was aber locker reichte, um den aufmüpfigen Australier bald wieder einzuholen. Womöglich hatte Wiggins Evans etwas angestachelt, als er am Vortag meinte: «Wenn er jetzt nicht attackiert, würde mich das enttäuschen.» Im Finish folgte für Evans dann womöglich die Quittung für den Übereifer.

Der erste Träger des Gelben Trikots in diesem Jahr hat indes die Tour verlassen: Fabian Cancellara stand in Albertville nicht mehr am Start. Stattdessen reiste der RadioShack-Profi zurück in die Schweiz zu seiner schwangeren Frau, die in Kürze das zweite Kind erwartet. «Es ist ein persönlicher Wunsch, bei der Geburt dabei zu sein», sagte der Zeitfahr-Olympiasieger. «So eine "Trophäe" ist wichtiger als irgendein Tour-Etappensieg oder eine olympische Medaille.»

Cancellara ist als Titelverteidiger einer der Topfavoriten auf Zeitfahr-Gold in London. Auch der verletzte Tony Martin, der die Frankreich-Rundfahrt zwei Tage vor Cancellara abgebrochen hatte, hofft auf Edelmetall. Dafür wird er am Wochenende mit dem Training beginnen. Coach Sebastian Weber prognostizierte am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, Martins Kahnbeinbruch werde die Leistung in London «um etwa zehn Prozent schmälern».

news.de/dpa

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