Haye vs. Chisora Wer ist der größte Skandalboxer?

Hass-Duell: David Haye kämpft gegen Derek Chisora. (Foto)
Hass-Duell: David Haye kämpft gegen Derek Chisora. Bild: dapd

Von news.de-Redakteur Philip Seiler
David Haye gegen Dereck Chisora: Das bedeutet am Samstagabend Krieg im Box-Ring. Die beiden hassen sich so sehr, dass sie bereits bei einer Pressekonferenz aufeinander losgingen. Wir machen den Vergleich: Wer von beiden ist der größere Skandalboxer?

Es ist noch gar nicht lange her, da lieferten sich David Haye und Dereck Chisora einen heißen Fight. Allerdings nicht im Box-Ring, sondern am Rande der Pressekonferenz nach dem Sieg von Vitali Klitschko über Chisora. Die beiden Briten provozierten und beleidigten sich zunächst und gingen anschließend heftig aufeinander los. Sogar Betreuer und Trainer aus beiden Lagern waren involviert.

Jetzt treffen Haye und Chisora im Ring aufeinander. Am Samstagabend um 22 Uhr, vor 35.000 Zuschauern, im Stadion des Londoner Fußballvereins West Ham United. Nachdem die ARD einen Rückzieher gemacht hat, überträgt Sky den Skandal-Kampf unter dem Motto «Licensed to thrill» live - für 25 Euro am Kampftag und 20 Euro bei Buchung bis zum 13. Juli.

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Die Verbalattacken beider Boxer lieferten bereits einen Vorgeschmack auf das Hass-Duell. Chisora verkündete, dass er im Ring zum Tier werde und seinem Gegner den Arsch aufreißen werde. Haye bezeichnete Chisora als Psychopathen. «Ich werde den Narren ausknocken», sagte er. News.de macht vorab den Check, wer im Skandal-Vergleich vorne liegt.

Die Skandale von David Haye:

Mit Klitschko-Kopf auf der Titelseite. Nach seinem Aufstieg ins Schwergewicht hat David Haye ein großes Ziel: ein Kampf gegen einen der Klitschko-Brüder Wladimir oder Vitali. Damit es schneller geht und er sich in der Weltrangliste nicht mühsam nach oben kämpfen muss, beginnt er die beiden zu provozieren. Das gipfelt darin, dass eine Fotomontage von Haye mit abgetrenntem Kopf von Wladimir Klitschko auf der Titelseite der Zeitschrift Men's Health erscheint.

T-Shirt mit abgetrennten Klitschko-Köpfen. Die Aktion mit der Fotomontage zeigt offenbar Wirkung. Kurz darauf wird ein Titelkampf gegen Wladimir Klitschko für Juni 2009 arrangiert. Noch vor dem Kampf dann der nächste Skandal: Haye trägt auf den Pressekonferenzen ein T-Shirt, dass ihn in Siegerpose mit beiden abgetrennten Klitschko-Köpfen zeigt.

Umstrittene Absagen gegen Klitschko-Brüder. Als der Kampf gegen Wladimir Klitschko bevorsteht, sagt Haye diesen wegen einer umstrittenen Rückenverletzung ab. Nachdem ein Kampf gegen Bruder Vitali für September 2009 vereinbart wird, steigt der Brite auch aus diesem Vertrag aus - aber aus anderen Gründen. Haye ist mit den vereinbarten Konditionen nicht einverstanden. Im Juli 2011 ist es schließlich doch soweit. Haye tritt gegen Wladimir Klitschko an, verliert jedoch deutlich nach Punkten und damit seinen Weltmeistertitel als WBA-Champion.

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Prügelei mit Kamerastativ. Eigentlich ist David Hayes Karriere im Februar 2012 seit vier Monaten beendet. Beim Kampf zwischen Vitali Klitschko und Dereck Chisora ist er nur als TV-Kommentator zu Gast. Doch auf der anschließenden Pressekonferenz fordert er Klitschko plötzlich zu einem Kampf auf. Erst dann mischt sich Chisora ein, fordert wiederum Haye heraus und geht dann auf ihn los. Die beiden Briten liefern sich eine wilde Prügelei vor laufender Kamera, Haye schlägt sogar mit einem Kamerastativ zu und verletzt dabei seinen eigenen Trainer Adam Booth. Während Chisora festgenommen wird, schafft es Haye, nach Großbritannien zu flüchten. Dort wird später wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung gegen ihn ermittelt.

Die Skandale von Derek Chisora:

Straßenbande und Jugendknast. In der Jugend ist Chisora Mitglied einer Londoner Straßenbande. Im Stadtteil Cricklewood bricht er einem anderen Bandenmitglied einmal die Nase und schlägt ihm mehrere Zähne aus, obwohl dieser viel größer gewesen sei, wie er später in einem Interview erzählt. Wegen verschiedener Delikte sitzt er zwischenzeitlich im Jugendgefängnis. Sein Bewährungshelfer soll ihn später übrigens erst auf die Idee mit dem Boxen gebracht haben.

Mike Tyson lässt grüßen. Seinen ersten Skandal im Ring leistet sich Chisora im Mai 2009. Während des Kampfes gegen den Briten Paul Butlin macht er den Mike Tyson und beißt ihm ins Ohr. Der heute 28-Jährige darf aber weiterboxen und siegt, weil der Ringrichter die Attacke nicht mitbekommt. Anschließend wird Chisora vier Monate gesperrt und erhält eine Geldstrafe von 2500 Pfund.

Provokanter Kuss beim Staredown. Chisora kann auch anders. Seinen Gegner Carl Baker küsst er im Februar 2010 beim sogenannten Staredown (Blickduell) auf den Mund. Im Ring macht er kurzen Prozess und knockt den Briten in der zweiten Runde aus.

Ex-Freundin wegen SMS verprügelt. Auch privat ist Dereck Chisora für Skandale gut. Das bekommt seine Ex-Freundin im Mai 2010 zu spüren. Nachdem Chisora eine SMS von einem anderen Mann auf ihrem Handy entdeckt, verprügelt er sie und wird zu zwölf Wochen Knast auf Bewährung verurteilt.

Klitschko-Ohrfeige, Prügelei und Morddrohung. Für den Kampf gegen Vitali Klitschko überlegt sich Chisora eine neue Provokation. Beim Wiegen verpasst er dem Ukrainer eine Ohrfeige. Nach Klitschkos Einmarsch spuckt er ihm Wasser ins Gesicht. Den Kampf über zwölf Runden verliert Chisora dennoch deutlich nach Punkten. Auf der Pressekonferenz liefert er sich dann den nächsten Ausraster und attackiert den als TV-Kommentator anwesenden David Haye. Nach der Schlägerei droht er gar, ihn zu erschießen. Chisora wird daraufhin die britische Boxlizenz entzogen. Außerdem bekommt er eine Geldstrafe von 100.000 Pfund. Nur mit einer Lizenz des luxemburgischen Boxverbandes kann Chisora, genauso wie Haye, nun überhaupt antreten.

Das Urteil. Dereck Chisora gewinnt den Skandal-Vergleich mit 5:4. Während Haye überwiegend mit Provokationen auffällt, hat Chisora die volle Bandbreite an Skandalen zu bieten.

beu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • HenryTT
  • Kommentar 1
  • 13.07.2012 16:01

Die ARD hat vollkommen recht. Diese kriminellen Schwachköpfe muss ich nicht sehen. Und Sie sollten so etwas keinen Artikel mehr widmen. Denn nur durch dieses widerliche Medieninteresse können solche Kreaturen noch Geld verdienen.

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