Balotelli Mario Cool-otelli, bleib so wie Du bist!

Balotelli: ein Spielertyp, an dem sich die Fangeister scheiden. (Foto)
Balotelli: ein Spielertyp, an dem sich die Fangeister scheiden. Bild: dapd

Von news.de-Mitarbeiterin Johanne Becker
Shisha und nackte Frauen in Saint Tropez: Mario Balotelli lässt es sich nach der für ihn enttäuschenden EM so richtig gut gehen. Und das soll er auch. Mögen all die Kritiker noch so sehr mit dem Finger auf ihn zeigen: Eine Sache können wir von dem italienischen Stürmer auf jeden Fall lernen.

Lässig sitzt er da. Ganz ohne Hemd, die Tätowierungen auf der dunklen Haut, Frauen drängen sich um ihn, die Wasserpfeife hat er zwischen die Beine geklemmt: Mario Balotelli macht Urlaub in Saint Tropez. «So vertreibt Skandalspieler Mario Balotelli den EM-Frust» schreibt Welt Online dazu. Würde dieses Foto jemand bei Facebook online stellen, würden vermutlich alle «Gefällt mir» klicken und Kommentare über die Coolness des Gezeigten machen.

Internet-Hype
Balotelli in Star Wars und Titanic

Aber Mario Balotelli darf man nicht cool finden. Über den 21-Jährigen herzuziehen, seine Jubelposen lächerlich zu machen, ist nach der EM 2012 eine Art Trendsport geworden. Aber warum eigentlich? Mario Balotelli ist cool. Sogar verdammt cool.

Irgendwann, merken Sie sich das, liebe Leser, werden wir unseren Kindern von Mario Balotelli erzählen. Wie er sich das Hemd vom Leib riss, wie er in einen Frauenknast einbrach, um zu sehen «wie es dort so ist», wie sein Auto innerhalb kürzester Zeit 27-mal abgeschleppt wurde. Wir werden uns lachend auf die Knie schlagen und sagen: «Solche Typen gibt es heute im Fußball gar nicht mehr.»

Jubel-Poser
Der japanische Balotelli
Video: youtube

Ein Balotelli braucht keine Spielerfrau

Vielleicht ist Mario Balotelli der letzte wirkliche Typ in einem Sport, der immer mehr von Kosmetikunternehmen und retortenmäßigen Spielern geprägt ist. Vielleicht wird man seinen Namen später in einem Atemzug mit Eric Cantona, Vinnie Jones und Paul Gascoigne nennen, mit dem weißen Brasilianer Ansgar Brinkmann und dem - leider stürzenden - Lothar Matthäus. Nett und normal vergisst man eben schnell.

Mario Balotelli braucht keine Spielerfrau, die ihn interessant macht. Er braucht nur sich. Und die interessanteste Meldung über ihn wird nie sein, dass er am Abend gerne die Simpsons guckt und dazu Trüffelnudeln isst (gemeint ist übrigens Thomas Müller, der mit Recht als der absolute Gegenpol zu Balotelli bezeichnet werden kann).

Hoffnung besteht - das Beispiel Vinnie Jones

Sicherlich: Zwei Platzverweise in nur 13 Ligaspielen sind nicht zu entschuldigen. Aber die meiste Kritik entsteht, weil er das tut, was jeder mit 21 Jahren tun sollte: Spaß haben, Grenzen ausloten und ab und zu über diese Grenzen hinausgehen. Ernst wird es, wenn er in fünf oder sechs Jahren immer noch so ist. Aber warum sollte er sich nicht ändern? Eric Cantona ist mittlerweile verheiratet und arbeitet als Schauspieler, Raubein Vinnie Jones macht sogar Werbung für die British Heart Foundation und zeigt, wie man Menschen rettet - während er zu seiner aktiven Zeit nur «die Axt» genannt wurde und immerhin dreizehnmal vom Platz flog. Und erste Anzeichen für eine Besserung soll es geben, glaubt man Gerüchten im Netz: Balotelli soll große Teile seines Gehalts für soziale Zwecke spenden. Glauben wollen das viele nicht so recht - der Badboy Balotelli ist zu allgegenwärtig.

Fußball-EM 2012
Ein Balotelli im Kornfeld

Moralapostel winken ohnehin schon mit dem Zeigefinger. «Vorbildfunktion von Stars» rufen sie. Aber mal ehrlich: Mario Balotteli glaubt an sich und seine Fähigkeiten. Was kann es für ein besseres Vorbild geben?

beu/phs/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • cardarello renato
  • Kommentar 1
  • 11.07.2012 22:21

BALOTELLI e` un grande.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-WM 2014 Liveticker ++
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige