Tour de France Die Wiedergeburt des Bradley Wiggins

Andreas SchloderVon news.de-Redakteur
Die Tour de France schreibt auch wieder positive Schlagzeilen: Die Große Schleife wird immer mehr zur Bradley Wiggins-Show. Nach seinem fulminanten Zeitfahrsieg ist der Sky-Kapitän Topfavorit auf den Gesamtsieg. Das Leben des Briten war bisher ein einziges Auf und Ab.

War das ein Paukenschlag: Zwar wussten die Experten um die Qualitäten von Bradley Wiggins im Kampf gegen die Uhr. Wer dreifacher Olympiasieger auf der Bahn ist, kann Tempo bolzen. Dass der baumlange und spindeldürre Brite mit den markanten Koteletten die Konkurrenz im Einzelzeitfahren jedoch so deklassierte, hatten nur wenige auf der Rechnung. Schon jetzt hat der Gesamtführende der Tour einen Vorsprung von knapp zwei Minuten auf Titelverteidiger Cadel Evans. Allein beim Zeitfahren wurde der Australier mit einer Differenz von 1,43 Minuten ausgebremst.

Noch beeindruckender war Wiggins' Höllenritt im Vergleich zu den anderen Chrono-Spezialisten. Wer dem vierfachen Zeitfahrweltmeister Fabian Cancellara auf der 41 Kilometer langen Strecke 57 Sekunden abnimmt, setzt mehr als ein Ausrufezeichen. Auch den amtierenden Zeitfahrweltmeister Toni Martin ließ er weit hinter sich. Wobei der Rückstand von 2,16 Minuten auf einen Raddefekt und das angebrochene Handgelenk des Deutschen zurückzuführen ist. Wie erwartet verließ Martin am Dienstag die Tour, um sich ganz auf die Olympischen Spiele in London zu konzentrieren.

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Wiggins ist in der Form seines Lebens. Bei seiner Vita ist das keine Selbstverständlichkeit. Salopp formuliert: Jetzt trägt der 32-Jährige Gelb, früher war er permanent Blau. So charmant und beliebt der Sky-Kapitän wegen seines feinen britischen Humors ist, so ist Wiggins das beste Beispiel, wie hart es im Spitzensport zugeht.

Wasser weicht Bier

2004, Athen. Wiggins hatte nur ein Ziel: Olympiasieger in der Einerverfolgung auf der Bahn zu werden. Das hat er auch geschafft. Zudem fuhr er zu Silber in der Mannschaftsverfolgung – Bronze im Madison rundete den Medaillen-Regen ab. Doch nach Olympia kam das tiefe Loch. Die Motivation war weg, der Brite flüchtete sich in den Alkoholkonsum. «Ich hatte mit 24 Jahren alles erreicht, da blieb nur noch das Bier. Sechs Stunden am Tag, eine Flasche nach der anderen», wird er in der Bild-Zeitung zitiert.

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Der Brite ließ sich ganze neun Monate gehen, nahm an Gewicht zu und griff immer stärker zur Flasche. Erst die Geburt seines Sohnes Ben holte ihn ins Leben zurück. Und er trainierte härter denn je. Er stellte seine Ernährung um, verlor sechs Kilogramm Gewicht. Dafür entdeckte er wieder eine seiner größten Leidenschaft: das Gewinnen. Was er mit seinen beiden Olympiasiegen auf der Bahn in Peking eindrucksvoll bewies.

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