Bernie Ecclestone Das schwerste Rennen der Formel 1

Die Korruptionsvorwürfe gegen Bernie Ecclestone werden zu einer Belastungsprobe für den gesamten Formel-1-Zirkus. Auch wenn der Patriarch selbst kaum fallen wird, droht sein Lebenswerk doch zu zerbrechen.

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Nein, ein Kind von Traurigkeit ist Bernie Ecclestone ganz sicher nicht. Wenn es ums Wohl seines Rennzirkus' geht, scheut sich der 81-Jährige nicht davor, auch einmal aktiv in politische Wahlen einzugreifen oder gegen alle Proteste und trotz Todesfällen einen Grand Prix im neureichen Bahrain abzuhalten.

Wer quasi aus dem Nichts über vierzig Jahre hinweg eine gigantische Rennserie wie die Formel 1 aufgebaut und sich selbst zum Multimilliardär gemacht hat, den dürften wenige Skrupel plagen. Dem mag man kaum glauben, dass er sich von einem im Rennsport unerfahrenen Bankmanager über den Tisch hat ziehen lassen.

Erpresst worden sei er, verteidigt sich Ecclestone gegenüber den Vorwürfen des verurteilten Bernhard Gribkowsky. Doch nicht einmal die Staatsanwaltschaft in München machte vor der Urteilsverkündigung gegen den ehemalige BayernLB-Manager einen Hehl daraus, dass sie Ecclestone für den aktiven Part im Schmiergeldskandal hält.

Ohne Sponsoren keine Formel 1

Noch ist offen, ob gegen Ecclestone Anklage erhoben wird. Ein möglicher Prozess könnte die Formel 1 allerdings in eine nie dagewesene Krise stürzen. Ein Sport, der wie kein Zweiter von den Millionen seiner potenten Sponsoren lebt, ist zwingend auf den guten Willen seiner Geldgeber angewiesen. Sollte einer der Hersteller kalte Füße bekommen und aus Imagegründen aussteigen, könnte eine Kettenreaktion folgen.

Das ist vermutlich die größte Angst, die Ecclestone umtreibt. Auf dem Spiel steht schließlich nicht weniger als sein Lebenswerk. Einem juristischen Nachspiel dürfte er demgegenüber fast gelassen entgegen sehen. Zu mächtig und reich erscheint der Multimilliardär, als dass er wirklich fallen könnte.

Während in der richtigen Politik oft vergleichsweise harmlose Verfehlungen Konsequenzen nach sich ziehen, erscheint die Sportpolitik mitunter wie ein rechtsfreier Raum. Nur ein weiteres Beispiel: Der Fußballverband Fifa, dessen Boss Sepp Blatter seine ausgesessenen Korruptionsverdächtigungen und Bestechungsvorwürfe wohl selbst kaum noch zählen kann. Auch im Sinne der Fans ist es höchste Zeit, an diesen Zuständen etwas zu ändern.

ham/news.de

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