Boxen in Bern «Tiger» Thompson will Klitschko verprügeln

Boxen
Die legendärsten Schwergewichtskämpfe

Von Arne Leyenberg
Zum zweiten Mal trifft Box-Weltmeister Wladimir Klitschko auf Tony Thompson. Beim ersten Aufeinandertreffen vor vier Jahren ging der Amerikaner k.o. - und macht für seine Niederlage bis heute eine Verletzung verantwortlich. Dieses Mal gibt es keine Ausrede.

Wladimir Klitschko wird zum Wiederholungstäter. Weil dem Box-Weltmeister langsam die Gegner ausgehen, bekommt er es an diesem Samstag in Bern (RTL/22.10 Uhr) ein zweites Mal mit Tony Thompson zu tun. Der Amerikaner, Kampfname «Tiger», ist mit einer Körpergröße von 1,96 Meter und einem Gewicht von rund 115 Kilogramm immerhin ein echtes Schwergewicht.

Zuletzt hatte Klitschko im Cruisergewicht, der Klasse bis 90 Kilogramm, gewildert. Die in die Königsklasse aufgestiegenen Weltmeister Jean-Marc Mormeck (Frankreich) und David Haye (Großbritannien) waren jedoch leichte Beute für den Champion der Verbände IBF, WBO und WBA aus der Ukraine.

«Klitschko»
Die Gebrüder Faust

Klitschko provoziert Thompson: «Bist Du diesmal gesund?»

«Tiger» Thompson will es im Stade de Suisse besser machen. Mut zieht er aus seinem Auftritt vor vier Jahren. Im Juli 2008 hielt er in Hamburg elf Runden lang mit, ehe ihn Klitschko entscheidend traf. Bis heute macht Thompson eine Knieverletzung für seine K.o.-Niederlage verantwortlich.

«Es ist schwer genug, Wladimir Klitschko auf zwei Beinen zu boxen, ich ging damals praktisch nur auf einem Bein», sagte Thompson. «Ich hatte einen angerissenen Meniskus im rechten Knie und konnte deswegen nicht richtig trainieren. Ich hatte die Verletzung damals ignoriert, weil ich unbedingt um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht kämpfen wollte. Aber dieses Mal bin ich gut vorbereitet. Wir werden das Ergebnis von 2008 umdrehen.»

Klitschko zeigte sich unter der Woche irritiert von der angeblichen Verletzung Thompsons. Direkt an den Amerikaner gewandt sagte der Weltmeister bei der letzten Pressekonferenz am Dienstag: «Ich habe über Dritte gehört, dass Du vorgegeben hättest, bei unserem ersten Kampf am Knie verletzt gewesen zu sein. Ich habe viel Respekt vor Dir, aber da hatte ich plötzlich auch ein ganz anderes Bild von Dir», erzählte Klitschko. «Deswegen will ich dieses Mal gerne vorher wissen: Ist alles gut mit Dir, bist Du gesund?» Der schweigsame Thompson hatte als Erwiderung nur ein zaghaftes Lächeln übrig - er will die Antwort im Ring geben.

Thompson: «Ich verspreche keinen Sieg, aber einen Fight»

Thompson bestritt nach dem ersten Aufeinandertreffen mit Klitschko fünf Kämpfe - er gewann sie allesamt durch K.o. Er kämpfte sich zum offiziellen Herausforderer des Weltverbandes IBF zurück. Allerdings ist Thompson mit 40 Jahren nicht mehr der Jüngste und stand zuletzt vor 14 Monaten im Ring.

Thompson treibt es an, den Titel wieder nach Amerika zu holen. Das einstige Mekka des Schwergewichts-Boxens steckt tief in der Krise. Der letzte Titelträger aus den USA war Shannon Briggs, der den WBO-Gürtel vor fünf Jahren verlor. «Es wird eine große Sache für mich, meine Familie und die Vereinigten Staaten», kündigte Thompson an. Im Gegensatz zu Mormeck und Haye komme er, um zu fighten. «Ich verspreche keinen Sieg. Aber ich verspreche einen Fight», sagte Thompson. «Ich werde mich nicht zurücklehnen und abwarten, sondern nach vorne gehen.» Solange ihn seine Knie tragen.

kru/news.de/dpa

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