Fifa erlaubt Tor-Technik Nie wieder Wembley

Drin oder nicht drin?
Die größten Tor-Skandale des Fußballs
Der Torklau von Kiew (Foto) Zur Fotostrecke

Moderne Technik hält Einzug in den Fußball. Die Torlinientechnologie ist ab sofort erlaubt und soll bei der Klub-WM im Dezember erstmals eingesetzt werden. Doch die Revolution liefert Stückwerk. Außerhalb der großen Fifa-Turniere ist die Lage weiter unklar. So auch in der Bundesliga.

Nach der größten Regel-Revolution im modernen Fußball tauchte Joseph Blatter ganz schnell ab. Fragen der wartenden Weltpresse zur bahnbrechenden Einführung der Torlinientechnologie wollte der Fifa-Präsident nicht beantworten und ging zu einem exklusiven TV-Interview in ein Séparée. Die historische Entscheidung stehe für sich, meinte Blatter wohl. Doch nach der Sitzung des International Football Association Board (Ifab) am Donnerstagabend in Zürich bleibt weiter vieles im Unklaren.

So ist weiter unsicher, wann und ob die Systeme Hawk-Eye oder GoalRef zur zweifelsfreien Torerkennung in Deutschland zum Einsatz kommen. Plötzlich stehen die nationalen Funktionäre von DFB und DFL unter Entscheidungszwang. «Aus Sicht des DFB ist es ein Schritt in die richtige Richtung, aber Schnellschüsse in der Umsetzung darf es nicht geben. Zur neuen Saison ist eine Einführung absolut unmöglich. Es ist der richtige Weg, den Einsatz der Technik zunächst auf die großen Fifa-Turniere zu konzentrieren», sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Sehen Sie zur Fifa-Technikinnovation den news.de-Videokommentar:

Tor-Technik
Die dilettantische Revolution
Video: news.de

Auch Liga-Präsident Reinhard Rauball begrüßte zwar das Votum für technische Hilfsmittel, hält aber eine Einführung in der Bundesliga in der kommenden Spielzeit für «absolut ausgeschlossen». «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der längst überfällig war. Der erneute Test bei der Klub-WM ist im Sinne der Sache. Mit einer Entscheidung mit Wirkung für die nun startende Saison war ohnehin nicht zu rechnen. Der Ligaverband wird sich alsbald im Hinblick auf die Saison 2013/14 mit dem Einsatz der Torlinien-Technologie befassen. Dabei werden die zuständigen Gremien sicherlich auch über die Kosten und deren Trägerschaft sprechen», sagte Rauball.

Blatter: «Ein historischer Tag für den Fußball»

Fest steht immerhin: Erstmals sollen Schiedsrichter bei der Klub-WM im Dezember in Japan technische Hilfe offiziell in Anspruch nehmen können. Beim Confederations Cup 2013 und der WM 2014 in Brasilien wird das System einem großen, weltweiten Publikum präsentiert - Wembley-Tor-Mythen und Torklau-Schlagzeilen sollen dann endgültig der Vergangenheit angehören.

«Natürlich ist es ein ganz entscheidender Tag für den Fußball. Es wurde jahrelang diskutiert. Nun haben wir eine klare Richtlinie», sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke. Beide Systeme müssten noch einen Fifa-Stempel als Zertifikat erhalten und ständig auf ihre Tauglichkeit überprüft werden. Blatter sprach im Schweizer Fernsehen von einem «absolut historischen Tag». «Es gibt keine Pflicht, aber für uns war es ein Muss», erklärte der Schweizer zur Entscheidung des Regelkomitees.

  • Seite:
  • 1
  • 2
Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig
Anzeige
++ Fußball-Liveticker ++
 

Live-Ticker powered by live-ticker.com

Fußball im Überblick
news.de auf Facebook
Follow us on Facebook!
News.de auf Twitter
Follow us on Twitter!
Anzeige