Tennis Aus der Traum: Kerber im Wimbledon-Halbfinale raus

Aus der Traum: Kerber im Wimbledon-Halbfinale raus (Foto)
Aus der Traum: Kerber im Wimbledon-Halbfinale raus Bild: dpa

London - Aus der Traum: Angelique Kerber hat den Finaleinzug in Wimbledon als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 verpasst. Der Siegeszug der Weltranglisten-Achten aus Kiel wurde bei dem wichtigsten Rasentennisturnier der Welt von der Polin Agnieszka Radwanska gestoppt: Mit 3:6, 4:6 musste sich die 24-Jährige der Nummer drei der Welt nach nur 1:10 Stunde Spielzeit geschlagen geben.

Es war für Kerber das zweite Halbfinale ihrer Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier nach den US Open im vorigen Herbst.

«Wir waren beide etwas nervös, die Hand hat etwas gezittert», sagte Radwanska im Anschluss. Die gute Freundin von Kerber trifft nun im Finale entweder auf die viermalige Wimbledon-Siegerin Serena Williams aus den USA oder Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner bescheinigte Radwanska ein «perfektes Match». «Schade, aber sie war heute einen Tick besser als Angie. Trotzdem war das ein Klasse-Turnier!»

Kerber hatte ihr großes Idol Steffi Graf am Mittwoch noch kennengelernt. Graf - auf Stippvisite in Wimbledon - traf sie für 15 Minuten in der Umkleide. Kerber schwärmte hinterher: «Es war unglaublich - ich hatte Gänsehaut.» Im Gespräch habe es sich so angefühlt, als ob sie einander schon «seit zehn Jahren» kennen.

Tags darauf schaffte sie es dann aber nicht, auf Grafs Spuren zu wandeln. Deutschland wartet weiter seit Grafs Finalniederlage in Wimbledon gegen die Amerikanerin Lindsay Davenport 1999 auf eine Endspielteilnehmerin bei einem Grand-Slam-Turnier. Insgesamt gelang dieses Kunststück erst Helga Masthoff (French Open 1970), Sylvia Hanika (1981 French Open), Graf und Anke Huber (Australian Open 1996) - Masthoff, Hanika und Huber verloren jeweils. Alle 22 deutschen Grand-Slam-Turniersiege holte die Brühlerin Graf.

Über das Spiel gegen Radwanska hatte Kerber vorher gesagt: «Wir kennen uns seit wir klein sind. Meine Familie kommt ja auch aus Polen. Wir reden Polnisch zusammen und sind gute Freundinnen.» Sie hatte sich auf ein «langes und hartes Match» eingestellt und via Twitter voller Vorfreude verkündet, dass der altehrwürdige Centre Court von Wimbledon ihr «Lieblingsspielplatz» sei.

Ihrer Mutter Beata kam in aller Aufregung zehn Minuten zu spät zum Match ihrer Tochter: So verpasste sie just Kerbers sehr guten Start. 3:1 führte die laufstarke Linkshänderin, ehe Radwanska deutlich anzog und mit fünf Spielen in Folge den ersten Satz holte.

Im Duell zweier Spielerinnen mit variablem, sehr überlegtem Spiel machte dann Radwanska alles einen Tick besser als Kerber. Manchmal musste sie sich vorwerfen lassen, nicht aggressiv genug gespielt zu haben. In der Dramatik und von Kerbers Leistung her war die eher unspektakuläre Partie nicht mit dem hochemotionalen Viertelfinal-Kracher gegen Sabine Lisicki vergleichbar.

Aber die 23-jährige Radwanska spielte auch nahezu fehlerlos und schraubte ihre Bilanz im Vergleich mit Kerber nun auf 3:2. Sie ist die erste polnische Grand-Slam-Finalistin in der Profi-Ära. Und Radwanska sicherte sich ihren mit Abstand größten Karriere-Preisgeldscheck in Höhe von umgerechnet rund 715 000 Euro.

news.de/dpa

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