Matthias Sammer Bayern kauft das Sieger-Gen zurück

Matthias Sammer
Die Karriere des neuen Bayern-Strategen

Von news.de-Redakteur
Ein Ex-Dortmunder soll die Bayern das Siegen lehren: Die Inthronisierung von Heißsporn Matthias Sammer als Bayern-Sportdirektor ist der wichtigste Münchner Transfer seit dem von Ottmar Hitzfeld 1998. Der DFB gibt dagegen genau den Mann ab, der dem Nationalteam fehlt.

In Deutschland wird gerade wieder eine Führungsspielerdebatte geführt. Die flachen Hierarchien, der sanfte Führungsstil der Generation Lahm und Schweinsteiger stehen nach dem Halbfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien nicht sehr hoch im Kurs. Es wird danach gefahndet, was trotz des unbestrittenen fußballerischen Könnens fehlt, um Titel zu holen.

Matthias Sammer, der ab sofort der neue Sportdirektor des FC Bayern München ist, verkörperte früher als Spieler wie heute als Funktionär dieses Fünkchen Siegermentalität, was dem FC Bayern genau wie der deutschen Nationalmannschaft dieser Tage abgeht. Der Feuerkopf aus Dresden, der einst «Motzki» getauft wurde, ist jedoch kein plumper Ex-Leitwolf à la Stefan Effenberg, sondern ein intelligenter Anführer, der auch nach Ende seiner Spielerkarriere genau weiß, wann er zu einer Grätsche ansetzen muss und wann ein Doppelpass besser geeignet ist.

Sammer ist Bayerns wichtigste Verpflichtung seit Hitzfeld

Als langjähriger DFB-Sportdirektor bringt Sammer beste Referenzen mit: Er hat die Nachwuchsarbeit und die Zusammenarbeit mit den Vereinen strukturiert und professionalisiert sowie eine einheitliche Philosophie für den DFB-Nachwuchs entwickelt. Eine, die Siegertypen fördern soll.

Für den FC Bayern muss Sammer nun all seine Fähigkeiten in der Funktion des Sportbosses kanalisieren. Er muss auf den Tisch hauen und diplomatisch sein, den Nachwuchs fördern und gleichzeitig die Stars umsorgen und antreiben. Dazu soll der Sachse für die Saison 2013/2014 einen neuen Trainer für den scheidenden Jupp Heynckes suchen. Über zu wenig Arbeit muss sich der 44-Jährige also nicht beklagen.

Genau das war wohl ab und an beim DFB das Problem, wo seine Kompetenzen durch das A-Team-Führungsduo Löw/Bierhoff beschnitten waren. Dabei wären Sammers Kernkompetenzen dort aktuell genauso gefragt wie beim FC Bayern. Doch nun bringt Sammer eben die Bayern-Stars in die Spur. Falls sich der unbequeme Sachse mit dem Bayern-Granden nicht ins Gehege kommt, ist seine Verpflichtung die wichtigste beim Rekordmeister seit dem Transfer von Ottmar Hitzfeld. Der Meistertrainer kam 1998 ebenfalls vom Konkurrenten aus Dortmund, um den Bayern das Siegen zu lehren - mit durchschlagendem.

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/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Fussballgott
  • Kommentar 1
  • 07.07.2012 07:55

Wer Sammer kennt, der weiss wie sehr er für den Fussball lebt. Ihn bei den Bayern an Bord zu holen, ist sicher eine positive Überraschung. Unmittelbar mit der Lizenzspielerabteilung Erfolg zu haben wird sicher eine Aufgaben sein. Aber auf lange Sicht gesehen, wird man bei den Bayern trotz guter Jugendarbeit, eine Phylosophie und ein Konzept ala Barcelona aufbauen wollen oder müssen. Die Spanische Nationalmannschaft die jetzt den Titel holte, kennen sich schon sehr sehr lange und haben in der La Masia zusammen als Jugendspieler dort das Fussballspielen gelernt. Nur so funktionierts.

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