Fußball Trotz Spanien: Ronaldo ist die Werbe-Ikone der EM

Düsseldorf - Cristiano Ronaldo und dann kommt lange nichts. Der portugiesische Weltstar ist nicht nur auf dem Rasen eine der schillernsten Figuren, er ist auch der mit Abstand am besten bezahlte Spieler der Fußball-EM.

Trotz Spanien: Ronaldo ist die Werbe-Ikone der EM (Foto)
Trotz Spanien: Ronaldo ist die Werbe-Ikone der EM Bild: dpa

Schätzungen zufolge bringt es der 27 Jahre alte Top-Stürmer von Real Madrid insgesamt auf ein Jahreseinkommen von fast 40 Millionen Euro. Damit liegt Ronaldo noch vor Weltfußballer Lionel Messi. Der Argentinier kommt nach Branchen-Berechnungen auf etwa 31 Millionen Euro pro Jahr.

Allein Ronaldos Gehalt bei Real beträgt 13,5 Millionen Euro, dazu nimmt der smarte Portugiese durch Werbung u.a. für den Sportartikel-Giganten Nike (6,5 Millionen Euro), das Modelabel Armani (Jeans und Unterwäsche) und viele weitere Produkte insgesamt etwa 25 Millionen Euro ein. Nicht nur in den TV-Spots war der Frauenschwarm während der EM allgegenwärtig, auch in den Spielorten in Polen und der Ukraine strahlte «CR7» die Fans von Plakaten und Häuserwänden an.

Nach Angaben des Internetportals «transfermarkt.de» beträgt Ronaldos Marktwert zurzeit 90 Millionen Euro. Das bittere Halbfinal-Aus im Elfmeterschießen gegen den alten und neuen Europameister Spanien hat der Anziehungskraft und Beliebtheit des dreifachen EM-Torschützen nicht geschadet.

Auch wenn die Spanier schon den dritten großen Titel in Serie holten - keiner der Fußball-Zauberer kommt nur in die Nähe von Ronaldos Werbewert. Immerhin hat sich auch Spaniens Abwehr-Ass Gerard Piqué als Model für den Herrenausstatter Mango eine erkleckliche Summe verdient. Mitspieler Xabi Alonso ist schon länger im Geschäft. Gillette und Hugo Boss sicherten sich die Dienste des gut aussehenden Basken, dessen Marktwert auf 35 Millionen Euro taxiert wird. Durch ihre brillante Final-Vorstellung beim 4:0 gegen Italien dürften die Spanier das Brancheninteresse weiter gesteigert haben.

Von solchen Summen können deutsche Kicker nur träumen. Wie das Branchenmagazin «Werben & Verkaufen» (W&V) in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, haben aber auch die DFB-Spieler ihren Werbewert verbessert, der die jährlichen Zusatzeinkünfte durch Werbung angibt. Allerdings wurden die Zahlen noch vor der Halbfinal-Pleite erhoben. Laut «W&V» ist Mesut Özil der Werbestar im DFB-Team. Der Sportvermarkter «Sport+Markt» schätzt die Einkünfte Özils auf etwa vier Millionen Euro. Lukas Podolski soll es auf 3,5 Millionen bringen. Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller, der von der WM 2010 profitierte, haben einen Werbewert von rund 2,5 Millionen Euro.

Einen neuen Star hat Italien hervorgebracht. Der Werbewert des bislang als Enfant Terrible gefürchteten Stürmers Mario Balotelli, der die DFB-Elf mit zwei Toren im Halbfinale aus dem Turnier schoss, ist explodiert. Der Sohn ghanaischer Einwanderer war der am meisten fotografierte Azzurri-Profi. Die Bilder vom mit blankem Oberkörper posierenden Muskelprotz gingen um die Welt. Dass der oft als «Mad Mario» verhöhnte Balotelli nach dem 0:4 gegen Spanien im Finale am Sonntag wie ein Häufchen Elend noch lange schluchzend auf dem Rasen von Kiew kauerte, verleiht dem Stürmer von Englands Meister Manchester City eher eine sympathische und menschliche Note.

In Polen waren vor allem die Profis vom deutschen Meister Borussia Dortmund, Robert Lewandoski, Lukasz Piszczek und Jakub «Kuba» Blaszykowczki, auf Plakatwänden zu sehen. Als Dressman im Boss-Outfit ähnelt «Kuba» dem Bond-Darsteller Daniel Craig. Begehrt war trotz des Vorrunden-Aus das Trikot von Lewandowski. Bei einer Internetauktion des TV-Senders TVN brachte das Leibchen mit der Nr. 9 knapp 405 000 Zloty (100 000 Euro) für die Renovierung eines Kinderkrankenhauses.

Der Marktwert der Franzosen dürfte nach dem schwachen EM-Auftritt eher gelitten haben. Stars wie Karim Benzema oder Franck Ribéry dürften als Werbeträger nicht mehr so gefragt sein. Am meisten hat Samir Nasri verspielt, der mit seinem Ausraster dem französischen Verband einen Imageschaden bescherte und dafür heftig gerügt wurde.

Bericht in Werben & Verkaufen

news.de/dpa

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig