Finaltriumph gegen Italien Europameister Spanien feiert das Titel-Triple

EM-Finale 2012
Spanien feiert in Familie, Italien weint

Historischer Rekord: Nach den Erfolgen bei EM 2008 und WM 2010 holt Spanien auch den EM-Titel 2012. In ihrem besten Spiel des Turniers ließen die Spanier den Italienern um Pirlo, Balotelli & Co. keine Chance und feierten gegen den zuletzt dezimierten Gegner ein beeindruckendes Torefestival.

Spaniens Ausnahme-Mannschaft hat ihre große Ära mit einem Abend für die Fußball-Geschichte gekrönt. Der teilweise brillant aufspielende Welt- und Europameister zerlegte den Deutschland-Bezwinger Italien am Sonntagabend in einem einseitigen EM-Finale in Kiew mit 4:0 (2:0) und gewann als erstes Team zum dritten Mal in Serie einen großen Titel. Dank der Tore von David Silva (14. Minute), Jordi Alba (41.), Fernando Torres (84.) und Juan Mata (88.) gelang den Spaniern damit ein historischer Erfolg, den nicht einmal die deutsche Jahrhundert-Elf um Franz Beckenbauer in den 70er Jahren geschafft hatte. Italien muss nach einem Auftritt ohne Esprit weiter auf seinen ersten Europameistertitel seit 1968 warten.

Für die magischen Momente in einem über weite Strecken einseitigen Finale sorgten allein die Spanier, die in Xavi und Andres Iniesta die herausragenden Persönlichkeiten des Spiels in ihren Reihen hatten. Mit ihrem Gala-Auftritt straften die Iberer zudem alle Kritiker Lügen, die ihnen zuletzt unproduktives Ballgeschiebe vorgeworfen hatten. Gegen zögerliche Italiener zeigte das Team brillante Kombinationen, zelebrierte Tempofußball und nutzte seine Chancen eiskalt. Am Ende stand der bisher höchste Sieg in einem EM-Finale.

Balotelli wurde kaum bedient und fand keine Mittel

Damit ging auch das Konzept von Vicente del Bosque auf, der erneut auf einen klassischen Mittelstürmer verzichtet hatte. Der Coach ist nun der erste, der in seiner Karriere Weltmeister, Europameister und Champions League-Sieger geworden ist. Torhüter Iker Casillas überstand auch das zehnte K.o.-Spiel in Serie ohne Gegentor und feierte beim spanischen Final-Triumph seinen 100. Länderspielsieg - eine einmalige Marke.

Dagegen waren die Azzurri drei Tage nach ihrem 2:1-Triumph im Halbfinale gegen Joachim Löws Elf nicht wiederzuerkennen. Dem Team um den diesmal wirkungslosen Regisseur Andrea Pirlo fehlte es an Entschlossenheit und Biss. Auch der im Halbfinale gegen die DFB-Auswahl überragende Mario Balotelli fand gegen Gerard Pique und Sergio Ramos keine Mittel, um seine Stärken auszuspielen.

Sexy EM-Fans
Die schönste Seite der Euro

Mit dem Selbstbewusstsein des Titelverteidigers starteten die Spanier in die Partie und gönnten dem Gegner kaum eine Atempause. Während die Iberer Tempo und Rhythmus der Partie diktierten, lief die Squadra der Musik meist hinterher. In der 10. Minute kam Italiens Abwehr erstmals in Schwierigkeiten, als Xavi nach Doppelpass mit Cesc Fabregas aus 16 Metern zum Abschluss kam, den Ball aber knapp über den Kasten schoss. Vier Minuten später wurde die Hintermannschaft der Azzurri durch einen Musterpass von Iniesta auf Fabregas ausgehebelt. Dessen scharfe Flanke köpfte David Silva unhaltbar für Gianluigi Buffon in die Maschen.

Italien 23 Minuten mit zehn Mann

Erst danach gelang es dem vierfachen Weltmeister, die Begegnung etwas offener zu gestalten. In der Vorwärtsbewegung unterliefen Prandellis Team aber zu viele Fehler. So drohte dem spanischen Tor lange Zeit vor allem nach Eckbällen Gefahr. Erst in der 33. Minute hatte Iker Casillas die erste Prüfung zu bestehen, als er einen Distanzschuss von Antonio Cassano entschärfen musste. Die genialen Augenblicke des Spiels lagen indes weiter aufseiten der Iberer. Vier Minuten vor der Pause schickte Xavi mit einem präzisen Anspiel Außenverteidiger Jordi Alba auf die Reise, der den Ball gekonnt an Buffon vorbei zum 2:0 ins Tor schob.

Mit spanischer Dominanz ging es auch nach dem Seitenwechsel weiter. Nur mit vereinten Kräften konnte die italienische Abwehr Fabregas bei seinem Solo im Strafraum stoppen (48.). Beim Kopfball des eingewechselten Antonio Di Natale machte die Squadra Azzurra zwar noch einmal auf sich aufmerksam, doch insgesamt boten die Italiener in der Offensive zu wenig. Nach einer Verletzung von Thiago Motta musste Italien in den letzten 23 Minuten mit zehn Mann auskommen, weil Prandelli bereits drei Mal gewechselt hatte. Am Ende schraubten die Spanier durch die eingewechselten Torres, der mit seinem dritten Turniertor zugleich Torschützenkönig der EURO wurde, und Mata den Erfolg weiter in die Höhe.

kru/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Lee
  • Kommentar 2
  • 02.07.2012 12:26
Antwort auf Kommentar 1

Da spricht erstmal Purer Neid und zweitens ein Unwissen was die Finanzielle Lage der Spanischen Top Clubs angeht das einem Schlecht werden möchte. Was z.B. nur Real an Sportstätten und jugendarbeit Leistet schaffen nichtmal die besten 10 Bundesligamanschaften zusammen. Und wenn man nunmal Imobilien im Wert von Mrd besizt bekommt man darauf nunmal auch Hohe Kredite um Spieler zu Kaufen. Nur so zur Info das Bernabeo Stadion gehört Real Madrid .. keiner Bank oder Investorengruppe. Und von der Sportstadt fang ich mal besser nicht an die es in Madrid und auch dem Verein gehört.

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  • trtrtr
  • Kommentar 1
  • 02.07.2012 02:29

Verdient? Mit Sicherheit haben sie am meisten ausgegeben.........Um sich den Stellenwert des Fussballs in Spanien vorstellen zu koennen , muss sich nur die finanzielle Situation ihrer Spitzenklubs vor Augen halten.Geld spielt k eine Rolle .Schon die Klubs bedienen sich bei der Stadt, beim Staat und dieser bei Merkel und sie bedient sichbeim deutschen Steuerzahler und dieser finanziert so dann seine Niederlagen im Fussball.Die Spanier haben wahrscheinlich nicht mehr Geld als nötig fuer den Titel ausgegeben.

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