Ewige Zweite Eine Frage der Mentalität

Einzelkritik
Badstuber im Tiefschlaf, Khedira unermüdlich

Von news.de-Redakteur , Warschau
Wieder kein Titel: Die deutschen Nationalspieler laufen dem großen internationalen Erfolg hinterher wie der Hase dem Igel. Trotz aller Vorteile hinsichtlich Taktik und Spielphilosophie verliert das DFB-Team die entscheidenden Spiele. Es fehlt der letzte Siegeswille.

Vor einigen Tagen wurde noch stolz damit geworben, dass es die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Fußball-EM 2012 wieder ins Halbfinale geschafft hat. Nach 2006, 2008 und 2010 war der Einzug in die Runde der letzten Vier der vierte in Serie. Nach dem 1:2-Halbfinalaus gegen Italien seufzen Fans und Beobachter traurig, genervt oder anklagend: schon wieder NUR Halbfinale. Der einst Goldenen Generation Lahm/Schweinsteiger bleibt wieder nur der Trostpreis. Zweifelsohne ist es keine schlechte Leistung, zu den besten vier Teams Europas zu gehören. Doch gemessen an den Ansprüchen, die das deutsche Team geweckt hat, ist das Halbfinale nicht mehr genug.

Direkt nach dem Spiel wurde gerätselt, was denn diesen Unterschied nun tatsächlich ausmache, zwischen einem Semifinal-Abonnenten und einem Gewinnerteam. Und es drängt sich dabei der Verdacht auf, dass der letzte Biss fehlt, ein paar Prozent Einsatz und Selbstvertrauen. Die Italiener waren motiviert bis in die strähnigen Haarspitzen von Torhüter Gigi Buffon. Bereits als vor dem Anpfiff die Hymnen gespielt worden, musste man Angst haben, dass Mittelfeldzerstörer de Rossi einen deutschen Spieler umgrätscht oder Buffon dem Schiedsrichter den Ball aus den Händen faustet. Italiens Durchmarsch bei dieser Euro ist zweifelsohne auch ein Triumph der Siegermentalität des Teams von Cesare Prandelli.

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Nur Khedira war ein Anführer

Solche Anführer fehlten der deutschen Mannschaft anno 2012. Bastian Schweinsteiger, der diese Rolle 2010 inne hatte, war dazu wegen seiner Formschwäche nicht in der Lage; Kapitän Philipp Lahm, Rekordspieler Miroslav Klose oder der 101-Länderspiele-Mann Lukas Podolski sind nicht diese Anführer. Sami Khedira war der einzige deutsche Akteur, der Leidenschaft und Einsatzbereitschaft in der Ausprägung verkörperte und vorlebte, wie man sich das vorstellt.

Doch Typen wie Buffon kann man sich nicht schnitzen, in der modernen Welt der Fußballinternate wird offensichtlich zu wenig Wert darauf gelegt, solche Spieler mit Ecken und Kanten zu fördern, die später den Unterschied machen können. So bleibt der fleißigen, begabten und braven Klasse von Jogi Löw nichts anderes übrig, als sich weiter an den charakterstärkeren Mannschaften wie Spanien oder Italien zu reiben.

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wam/news.de

Leserkommentare (7) Jetzt Artikel kommentieren
  • maro 12
  • Kommentar 7
  • 01.07.2012 14:47

Es ist schon peinlich,wenn unsere überbezahlten Profiis mit deutschen Pass nicht die Nationalhymne singen,für ein Land,welches denen erst einmal die Möglichkeit gegeben hat,ihren Traum zu leben.Undankbare, Überkanditelte Möchtegernprofis.Was interessiert mich der Rest der Welt.Geld verdirbt den Charakter.Und zuviel Geld verdirbt den Menschen.

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  • Der immer seinen Nickname vergisst
  • Kommentar 6
  • 30.06.2012 15:14

Teil 2 : Dann stimmt vielleicht auch der Wille und der Einsatz wieder. Beim Sami Khedira scheint es ja trotzdem so zu sein. Früher haben alle über den deutschen Rumpelfußball gespottet, hatten aber einen Heidenrespekt vor uns, weil unsere Mannschaften den WILLEN hatten, bis zur letzten Minute zu gewinnen. Nun reichen schon ein schwarz gefärbter Irokese und zwei alte Männer, um "die goldene Generation" wie ein Schülerteam aussehen zu lassen. Zum hochtechnischen Fußball müssen wieder die deutschen Tugenden Kampfeswillen und Hartnäckigkeit kommen, DANN können wir wieder Jeden schlagen.

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  • Der immer seinen Nickname vergisst
  • Kommentar 5
  • 30.06.2012 15:05

Dass die bzw. ein Teil der deutschen Spieler die Nationalhymne nicht mitsingt, liegt doch an dieser "override polital correctness" des DFB. Wer hat denn nicht schon diesen nervig-peinlichen Multikulti-Spot aus 2006 (!!) gesehn, der dann nocht nicht mal auf deutsch sondern auf spanisch "mas integración" endet. Wundert sich da noch jemand, das der Özil bei der Hymne aussieht wie ein gefoltertes Kaninchen, dem gleich die Glubschi-Augen rausfallen. Genauso schien Poldi in seinen"polnischen" Emotionen gefangen. Es muss wieder eine Auszeichnung sein, für Deutschland zu spielen und keine Pflicht !

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EM 2012 Halbfinale: Deutschland - Italien: Eine Frage der Mentalität » Sport » Aktuelles

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