Cesc Fàbregas Spaniens Hellseher macht das Finale klar

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Von Florian Lütticke
Cesc Fàbregas wusste, was kommt. «Nein, ich will den letzten», sagte er zu Spanien-Trainer Vicente del Bosque, als der ihn im Elfmeterschießen gegen Portugal als zweiten antreten lassen wollte. Der Stürmer hatte geträumt, dass er das Halbfinale entscheidet. Und so war es.

Dank einer wundersamen Vorahnung bestätigte Spaniens Aushilfsangreifer seinen Ruf als Mann für die besonderen Momente. «Heute hatte ich eine Intuition», berichtete der 25-Jährige nach seinem entscheidenden Elfmeter zum 4:2 im EM-Halbfinale gegen Portugal. «Heute Nachmittag habe ich gedacht, dass es ein Elfmeterschießen gibt und es ist passiert.»

Sein Trainer Vicente del Bosque habe ihm vorgeschlagen, dass er als zweiter Schütze an den Punkt gehen solle. Doch der eingewechselte Profi vom FC Barcelona lehnte ab. «Ich habe gesagt: Nein, ich will den letzten. Das Leben hat mir eine weitere Chance gegeben und das ist unglaublich», erzählte Fàbregas begeistert. «Ich habe zum Ball gesagt, dass wir Geschichte schreiben müssen und er hat mich nicht im Stich gelassen.»

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Der Coach zeigte sich vom Selbstvertrauen des Matchwinners beim Welt- und Europameister äußerst angetan: «Cesc hat mir gesagt, dass er als Fünfter schießen will, um uns den Sieg zu sichern», berichtete del Bosque.

2008 leitete Fàbregas die Erfolgswelle der Spanier ein

Als Fàbregas' Schuss vom linken Innenpfosten ins Netz rauschte, schrie er die unbändige Freude mit weit aufgerissenem Mund heraus und sprang Torwart Iker Casillas in die Arme. Fàbregas kennt das Gefühl, der umjubelte Held zu sein. Bereits beim 4:2-Erfolg über Italien im EM-Viertelfinale 2008 hatte er nervenstark den letzten Elfmeter verwandelt und die goldene Epoche des spanischen Fußballs eingeleitet. Im WM-Endspiel vor zwei Jahren eröffnete sein Pass Andrés Iniesta die Möglichkeit zum 1:0-Siegtreffer gegen die Niederlande.

«Er ist ein Phänomen», sagte Casillas schmunzelnd über den hellseherischen Teamkollegen, «er hat übersinnliche Kräfte.» Der Keeper von Real Madrid hatte mit seiner Parade gegen João Moutinho wie schon vor vier Jahren großen Anteil am Weiterkommen der Selección. «Casillas und Cesc wiederholen die Geschichte», titelt Marca.

Fernando Torres bleibt auf der Bank

Auf die Rolle als Einwechselspieler wie schon vor den Geniestreichen 2008 und 2010 hätte Fabregas allerdings gerne verzichtet. Beim Turnier in Polen und der Ukraine musste er trotz seines Ausgleichstreffers beim 1:1 gegen Italien nach dem Auftakt auf die Bank und kehrte erst gegen Frankreich in die Startelf zurück. Nach einem mäßigen Auftritt im Viertelfinale musste er nun 54 Minuten ausharren, bis er den überraschend nominierten Álvaro Negredo auf der ungewohnten Position des zentralen Angreifers ersetzte. Sein Sturmrivale Fernando Torres verfolgte den Showdown komplett an der Seitenlinie.

«Ich bin sehr bewegt», berichtete Fàbregas anschließend von seinem Gefühlsleben, «ich denke an viele Menschen, meine Familie, die nicht hierherkommen konnte.» Er bedauere es, dass er ihnen von einer Reise in die Ukraine abgeraten habe - ein Fehler, den er vor der Partie am Sonntag in Kiew nicht wieder begehen will. «Zum Finale werden sie da sein», sagte Fàbregas. So bleibt nur abzuwarten, welche Eingebung Spaniens Fußball-Wahrsager dieses Mal ereilt.

iwi/news.de/dpa

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