Leichtathletik Gabius holt Silber - Behrenbruch auf Medaillenkurs

Gabius holt Silber - Behrenbruch auf Medaillenkurs (Foto)
Gabius holt Silber - Behrenbruch auf Medaillenkurs Bild: dpa

Helsinki - 5000-Meter-Läufer Arne Gabius ist zum Auftakt der 21. Europameisterschaften in Helsinki ein glänzender Silber-Coup gelungen. Nach dem EM-Titelgewinn von Dieter Baumann 1994 an gleicher Stelle beendete der Tübinger auf dieser Distanz eine lange Durststrecke.

Auch Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch als Zweiter des ersten Tages darf von seiner ersten Edelplakette und sogar dem EM-Titel träumen. Wermutstropfen zum Auftakt war für die Deutschen war die EM-Absage von Hochsprung-Hoffnung Ariane Friedrich.

Der Tübinger Gabius wollte endlich seine Sehnsucht nach einer Medaille befriedigen. In einen couragierten Rennen gab er alles und musste sich in 13:31,83 Minuten nur dem Europameister von 2010, dem Briten Mo Farah (13:29,91), beugen. «Es ist meine erste Medaille, und das mit 31 Jahren», sagte Gabius überglücklich. «Das finde ich unglaublich, ich hatte nichts zu verlieren.»

Ausgerechnet der Außenseiter Behrenbruch kann als erster deutscher Zehnkämpfer seit 1990 wieder auf das Treppchen kommen. Nach vier Disziplinen liegt der Frankfurter mit seiner «Halbzeit»-Bestleistung von 4291 Punkten auf Platz zwei - nur 61 Zähler hinter dem führenden Alexej Kasjanow. «Den Ukrainer hole ich mir auch noch», verkündete Behrenbruch, dem der deutsche Verband mit Blick auf Olympia einen EM-Verzicht geraten hatte. Auch Norman Müller (Halle) liegt mit 4193 Zählern nur 20 Punkte von einer Medaille entfernt.

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) begann die EM zunächst mit einer großen Enttäuschung. Hochsprung-Ass Ariane Friedrich musste eine Stunde vor der Qualifikation den Start wegen Magenproblemen absagen. «Ariane war sehr optimistisch, sie wollte hier eine Medaille gewinnen», sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. «Das Aus ist großes Pech für sie.» Für die deutsche Rekordlerin geht nun das Nervenzittern um die Olympia-Norm (1,95 Meter) weiter. Die letzte Möglichkeit, das London-Ticket zu holen, ist das Meeting am Sonntag in Eberstadt.

Dafür haben andere deutschen Medaillentrümpfe an EM-Tag eins gestochen. Kugelstoß-Weltmeister David Storl sowie die Olympia-Dritte Christina Obergföll, Titelverteidigerin Linda Stahl und die EM-Vierte Katharina Molitor (beide Leverkusen) im Speerwurf haben die Finals am Freitag erreicht. Hüne Storl schaffte die für den Finaleinzug geforderte 20,30 Meter ohne Probleme. Nun ist er Topfavorit auf den Titel. «Im Finale geht es im ersten Versuch schon um alles», erwartet der 21-jährige Chemnitzer. «Eine Medaille möchte ich schon mitnehmen, aber Europameister klingt schön.»

Ähnlich denkt die Offenburgerin Obergföll, die im Olympiastadion in Helsinki bei der WM 2005 Europarekord (70,03 Meter) warf und Silber gewann. Da Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien) und Weltmeisterin Maria Abakumowa (Russland) fehlen, könnte dies ihre große Chance zum ersten großen Titelgewinn werden. «Eine Medaille ist eigentlich kein Thema, das sollte klappen. Ich würde aber auch Gold mitnehmen», sagte Obergföll, die in der Qualifikation aber nur 59,49 Meter weit warf. Allerdings will ihr Linda Stahl das Leben schwer machen. «Für Medaillen kommen Fünf infrage», meinte sie und hofft insgeheim auf eine «Sternstunde wie in Barcelona 2010».

Auch im Lauf läuft's richtig gut. 100-Meter-Titelverteidigerin Verena Sailer aus Mannheim rannte mit 11,17 Sekunden ins Finale. Tatjana Pinto (Münster/11,39) und Anne Cibius (Mannheim/11,36) komplettierten das neue Sprinter-Glück. Um zwei Hundertstelsekunden verpasste der Berliner Jakob Jakubczyk (10,32) den Einzug in den Endkampf. Auch Julian Reus (Wattenscheid/10,44) schied aus.

Über 400 Meter Hürden zogen Georg Fleischhauer (Dresden) und Tobias Giehl (Würm) ebenso ins Halbfinale ein wie über 800 Meter Sören Ludolph (Braunschweig) und Sebastian Keiner (Erfurt). Nicht nachstehen wollte da Esther Cremer (Wattenscheid), die über die Stadionrunde in 52,76 Sekunden den Vorlauf erfolgreich meisterte. Trotz eines Sturzes an der letzten Hürde erreichte 3000-Meter-Hindernisläufer Steffen Uliczka (Kiel) in 8:29,55 Minuten noch den Endlauf.

Homepage der EM

news.de/dpa

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