Halbfinale! DFB-Elf schießt Griechen aus der Euro-Zone

Einzelkritik
Reus surft auf der perfekten Welle, Schweini blass
Marco Reus und Jerome Boateng (Foto) Zur Fotostrecke

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Kombination siegt gegen Beton: Die deutsche Nationalelf hat die griechischen Defensivkünstler entzaubert und steht nun im Halbfinale der EM. Wieder ging Löw personell ins Risiko und wieder wurde er belohnt.

Ein wenig erinnerte der Treffer an das erste Tor der Weltmeisterschaft 2006. Philipp Lahm zog nach innen, nahm Maß und zog unwiderstehlich ab. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft kann das heute genauso gut wie vor sechs Jahren. In der 39. Minute des EM-Viertelfinales gegen Griechenland schlug sein Geschoss unhaltbar für Torhüter Michalis Sifakis im Kasten der Griechen ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel reckte ihre Fäustchen in die Höhe und jubelte auf der Tribüne des mit 40.000 vollbesetzten Danziger Stadions ebenso drollig wie 2006. Nach einer Vielzahl von vergeben Chancen erlöste Lahm das DFB-Team und ebnete der deutschen Elf den Weg ins Halbfinale am kommenden Donnerstag in Warschau. In den zweiten 45 Minuten besiegelten Sami Khedira, Miroslav Klose und Marco Reus den 4:2 (1:0)-Sieg und damit den triumphalen Einzug in die Runde der letzten Vier, wo nun England oder Italien warten.

Die Elf von Jogi Löw machte von Beginn an klar, dass sie das destruktive Defensivspiel der Griechen nicht beeindrucken würde. Die mit Marco Reus, André Schürrle und Miroslav Klose runderneuerte Offensive biss sich nicht an der griechischen Abwehr fest, sondern eroberte sich die Bälle, kombinierte und stieß in die Lücken. Vor allem der überraschend für Müller aufgebotene Reus bot in den ersten 45 Minuten eine tolle Partei. Der künftige Dortmunder hatte selbst drei große Torgelegenheiten (11., 24., 25.) und bereitete dazu drei Chancen vor. Bei der größten Gelgenheit der ersten Hälfte hätte der offensiv stark verbesserte Mesut Özil den Ball nur noch ins Tor schieben müssen, doch der Madrilene schob Sifakis den Ball  bloß in die Arme (23.).

Acht Großchancen bis zu Lahms Treffer

Zwar standen die Griechen teilweise mit zehn Spielern um den eigenen Strafraum herum. Doch wer gedacht hatte, dass sich die DFB-Elf an der dicht gestaffelten Abwehr festlief, sah sich getäuscht. Immer wieder fand die deutsche Offensive Räume. Bis zu Lahms Treffer hatten sich Deutschlands beste Kicker angetrieben vom starken Sami Khedira acht Großchancen herausgespielt, dazu hatte Schürrle einige gefährliche Distanzschüsse. Höchstens das bisweilen etwas zu überhastete und ungenaue Kombinationsspiel sowie die mangelnde Chancenverwertung darf man der deutschen Mannschaft in dieser starken ersten Hälfte vorwerfen.

Nach der Pause verlor Löws junge Elf für einige Minuten die richtige Einstellung zur Partie. Die nun zwangsweise etwas offensiver eingestellten Griechen nutzten ihre erste richtige Chance zum 1:1. Nach einem Ballverlust von Schürrle stürmte Dimirios Salpingidis blitzschnell die Seitenlinie herunter und bediente den bärtigen Georgios Samaras, der sich gegen Jerome Boateng durchsetzte (55.).

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Reus erzielt den vierten Treffer per Vollspann

Die deutsche Elf war nur kurz geschockt; Boateng ließ den Fehler nicht auf sich sitzen und bereitete mit einer tollen Flanke die erneute Führung durch Sami Khedira vor, der den Ball aus etwa zehn Metern wuchtig mit dem Vollspann ins Tor beförderte. Danach wurde die Gegenwehr der Griechen geringer; beim 3:1-Kopfballtreffer durch Miroslav Klose kamen sowohl die Abwehrspieler als auch der Torhüter zu spät. Özil hatte Kloses 64. Länderspieltreffer per Freistoß vorbereitet.

Zwar hatte Klose auch noch das 65. Tor seiner glorreichen Länderspielkarriere auf dem Fuß. Doch der Schlusspunkt aus deutscher Sicht war Reus vorbehalten, der den Abpraller von Klose per herrlichen Vollspannschuss unter die Latte zum 4:1 verwandelte. Nach einem von Boateng verschuldeten Handelfmeter verwandelte Salpingidis per Elfmeter zum Endstand.

beu/news.de

Leserkommentare (4) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ruediger Mueller
  • Kommentar 4
  • 23.06.2012 17:03
Antwort auf Kommentar 1

Die deutsche Medienhetze geht weiter . Allein schon die Ueberschrift zu diesem Artikel . Waehrend in allen griechischen Medien Anerkennung fuers deutsche Spiel herrschte geht es in den deutschen Medien weiter. Erbaermliches Verhalten. !!!

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  • thatsit
  • Kommentar 3
  • 23.06.2012 06:15

Die Kombination Reus und Goetze wird der Joker gegen Spanien. 1.Schwergewichte werden die spanische Abwehr nicht schwindelig spielen. 2.Die Spanier können sich kaum einstellen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. 3. Schweinsteiger muss wie Podolski behandelt werden.Khedira ist einfach besser.

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  • hellboy
  • Kommentar 2
  • 23.06.2012 00:03

4 Tore!!! -Und es hätten noch mehr sein können. Griechenland ist zur Adoption freigegeben. Mama Merkel wird´s schon machen.

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