Tennis Deutsches Duell zum Wimbledon-Auftakt

Deutsches Duell zum Wimbledon-Auftakt (Foto)
Deutsches Duell zum Wimbledon-Auftakt Bild: dpa

London - Los-Pech für Deutschlands Tennis-Herren in Wimbledon: Halle-Champion Tommy Haas und Deutschlands Nummer eins Philipp Kohlschreiber treffen bei dem wichtigsten Rasen-Turnier der Welt in der ersten Runde aufeinander.

Das ergab die Auslosung in London.

«Das ist unglücklich. Ich hatte mir erhofft, dass Deutschlands beste Rasen-Spieler der letzten Wochen hier beide weit kommen können», sagte Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen der dpa. «Das ist ein Los, das für keinen der beiden leicht ist, aber wir können ein spannendes Match erwarten.»

Der 34-jährige Haas, der im Halbfinale von Halle Kohlschreiber bezwungen und überraschend im Finale gegen den Schweizer Roger Federer gewonnen hatte, ist in Wimbledon nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld gelangt. In Runde drei könnte es für Haas oder Kohlschreiber zum Duell mit dem Spanier Rafael Nadal kommen. Bei der Generalprobe im englischen Eastbourne musste Kohlschreiber im Viertelfinale am Freitag allerdings verletzt aufgeben. Ob die Blessur Auswirkungen auf seinen Start in Wimbledon hat, war zunächst unklar.

Die Weltranglisten-Achte Angelique Kerber erwartet auch gleich ein Prüfstein: Die mit einer Erkältung zuletzt etwas angeschlagene Kielerin bekommt es mit der aufschlagstarken Lucie Hradecka zu tun, der Madrid-Halbfinalistin und Nummer 68 der Welt aus Tschechien. «Hradecka ist als Erstrunden-Los nicht ohne», sagte Bundestrainerin Barbara Rittner über die French-Open-Viertelfinalistin. «Für Angie ist es das Wichtigste, dass sie gesund ist. Dann trau' ich ihr auch hier viel zu. Wenn ein Belag ihrem Spiel besonders gelegen kommt, dann ist es Rasen.»

Im vergangenen Jahr war die 24-jährige Kerber zwar bereits in Runde eins ausgeschieden, aber erst im Herbst mit ihrem Halbfinaleinzug bei den US Open begann ihr Karriere-Höhenflug. Im Achtelfinale könnte auf Kerber die Belgierin Kim Clijsters warten, im Viertelfinale die Weltranglisten-Erste Maria Scharapowa.

Kerbers derzeit formschwache Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicki, die an Nummer 15 gesetzte Vorjahres-Halbfinalistin aus Berlin, spielt zum Auftakt gegen die aufstrebende, junge Kroatin Petra Martic. «Wenn Sabine wieder zu ihrem Spiel findet, gewinnt sie die ersten Runden und tankt wieder Selbstbewusstsein», sagte Rittner. Julia Görges aus Bad Oldesloe (22 der Setzliste) misst sich mit der Israelin Shahar Peer, Mona Barthel (Neumünster) mit Vera Swonarewa (Russland/12). French-Open-Juniorinnen-Siegerin Annika Beck aus Bonn, die erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers steht, trifft auf die schlagbare Weißrussin Olga Goworzowa.

Neben den fünf Damen sind zehn deutsche Herren für die am Montag beginnende dritte Grand-Slam-Veranstaltung der Saison qualifiziert. «Wir müssen jetzt den guten Schwung aus den Vorbereitungsturnieren auf Rasen mitnehmen nach Wimbledon», forderte Kühnen. Der Bayreuther Florian Mayer, als Nummer 31 einziger gesetzter deutscher Herrenspieler neben Kohlschreiber (27), spielt in der ersten Runde gegen den guten Rasenspieler Dimitri Tursunow aus Russland.

Cedric-Marcel Stebe (Vaihingen/Enz), Tobias Kamke (Lübeck) und Dustin Brown (Winsen/Aller) messen sich mit gesetzten Spielern. Am schwersten hat es der Deutsch-Jamaikaner Brown, der wie Beck den Sprung über die Qualifikation in Hauptfeld geschafft hat. Er trifft auf den Weltranglisten-Sechsten David Ferrer aus Spanien. Stebe spielt gegen den Kroaten Marin Cilic, der das Vorbereitungsturnier im Queen's Club gewann. Kamke muss gegen den Franzosen Richard Gasquet (18) ran. Bessere Lose erwischten der Bayreuther Philipp Petzschner (gegen Blaz Kavcic aus Slowenien), der Weilerswister Björn Phau (gegen Wayne Odesnik) und der Dachauer Matthias Bachinger (gegen Kenny de Schepper aus Frankreich). Benjamin Becker (Mettlach) spielt gegen den ehemaligen Top-Ten-Spieler James Blake (USA).

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news.de/dpa

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