Cristiano Ronaldo Glamourboy triumphiert über seine Kritiker

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Cristiano Ronaldo schießt Portugal gegen Tschechien im Alleingang ins EM-Halbfinale. Aber der Superstar von Real Madrid polarisiert selbst, wenn er jubelt. Schon zu häufig zeigte er seine arrogante Seite. Doch seine gestrige Galavorstellung lässt die Kritiker verstummen. Vorerst.

Cristiano Ronaldo mag man - oder man mag ihn nicht. Die einen sehen in ihm einen begnadeten Fußballer, andere sehen nur einen Mann, der sich allzu gerne als Posterboy produziert. Eines aber ist klar: CR7, wie er im Netz genannt wird, ist ein Weltstar.

Auch beim 1:0-Erfolg im ersten EM-Viertelfinale der Portugiesen gegen Tschechien zeigte Cristiano Ronaldo wieder all das, was ihn zum vermutlich meist polarisierenden Fußballer der Welt machen. Das erste K.o.-Spiel des Turniers geriet zu einer Ein-Mann-Show. Der Star von Real Madrid war weder von Werder-Neuzugang Theodor Gebre Selassie noch vom Leverkusener Michal Kadlec zu kontrollieren, trickste, dirigierte und schoss aus allen Lagen.

Gleichzeitig fiel der Schönling von der Insel Madeira einmal mehr mit seinen typisch theatralischen Gesten nach jeder Aktion auf.  Auch der Torjubel: Extravagant. Ronaldo schraubte mit den Händen, lief Slalom in Richtung Eckfahne und schickte Küsschen in die Fernsehkameras. Immerhin: Das Tor widmete er seinem Sohn Cristiano Junior. Und das ist schon irgendwie menschlich.

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Cristiano Ronaldo - Zu schön, um gemocht zu werden?

Bis zu seinem dritten Turniertor musste er allerdings bis elf Minuten vor dem Ende warten, zuvor war er zweimal am Torgestänge gescheitert, hatte nach diesen Versuchen beinahe theatralisch in Richtung der Kameras gesehen. Versagen - das gibt es in seiner Welt nicht. Er möchte und muss überall der Beste sein. Und das ist seine große Schwäche.

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Wenn man den selbstverliebten Superstar ärgern möchte, schafft man das mit «Messi»-Rufen. Mit dem Argentinier duelliert er sich seit langem um die internationale Fußballkrone; es geht darum, wer von beiden letztlich besser ist. Jede weitere Kritik prallt an dem 27-Jährigen ab. «Sie beneiden mich einfach, weil ich reich, schön und ein großer Fußballer bin», sagte Ronaldo beispielsweise einmal. Und man merkt: CR7 meint es ernst.

Dabei ist im Leben von Glamourboy Cristiano Ronaldo nicht alles Glitter. In den ersten Spiele der EM hatte er enttäuscht und war unter seinem eigenen Leistungsniveau geblieben. Nach dem Spiel gegen Dänemark sank er zu Boden wie der größte Verlierer in der hell erleuchteten Arena von Lwiw. Dabei gehörte der «Chancentod» zu den portugiesischen Gewinnern, die durch das 3:2 gegen Dänemark in der Verlosung um einen EM-Viertelfinalplatz bleiben.

Der kommende Gegner zittert schon

Nach seinem eindruckslosen Auftritt gegen Deutschland hatte er gegen die Dänen in kläglichster Art und Weise zwei Großchancen vergeben - und das im vorentscheidenden Gruppenspiel ums Weiterkommen. «Ronaldo braucht einen Psychologen», titelte die seriöse Zeitung Público: «Man kann sich nicht erklären, wie sein Talent plötzlich wie verrostet ist.»

Nach dem Spiel gestern sind die Kritiker nun verstummt. Und der nächste Gegner - Frankreich oder Spanien - zittert schon vor dem wieder erwachten CR7.

wam/beu/news.de/dpa

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