Deutschland - Dänemark Bender schießt DFB-Team ins Viertelfinale

Die Einzelkritik
Matchwinner Bender, schwacher Özil

Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Spannendes Gruppenfinale: Der neu ins Team gerückte Lars Bender hat Deutschland nach einer Zitterpartie erlöst. Durch seinen Siegtreffer gegen Dänemark zieht das DFB-Team letztlich souverän ins Viertelfinale gegen Griechenland ein.

Mit welch goldenem Händchen Jogi Löw Personalentscheidungen trifft, ist beeindruckend. Nach den richtigen Entscheidungen für Hummels in der Innenverteidigung und Gomez in der Sturmspitze hat der Bundestrainer auch auf der Rechtsverteidigerposition gepunktet. Ausgerechnet der für den gelbgesperrten Jerome Boateng in die Viererkette gerückte Lars Bender hat die deutsche Mannschaft endgültig ins EM-Viertelfinale geschossen.

Gegen Dänemark gewann die deutsche Elf 2:1 (1:1) und zieht damit letztlich souverän als Gruppenerster in die Runde der letzten Acht ein. Als Gruppenerster spielt das DFB-Team am kommenden Freitag in Danzig gegen Griechenland. «Das ist ein absoluter Freudentag für mich. Dass es dann auch noch zum Sieg gereicht hat, ist natürlich ein schönes Geschenk. Ich habe mich wohlgefühlt auf der Position und war auch recht locker», sagte Matchwinner Bender.

Die coolste Nationalelf
Hip, hipper, Boateng

Die Partie im ukrainischen Lwiw vor knapp 33.000 Zuschauern begann aus deutscher Sicht schwungvoll. Thomas Müller hatte in den ersten Minuten zwei riesige Gelegenheiten nach Vorbereitung von Sami Khedira (2.) und Lukas Podolski (6.). Vor allem die zweite Chance hätte der Münchner nutzen müssen. Doch der 22-Jährige traf die Hereingabe nicht richtig und ließ so Dänemarks Torhüter Thomas Sörensen die Chance zur Parade.

Besser machte es Lukas Podolski in der 19. Minute, als Thomas Müller in die Mitte passte, Mario Gomez für den Jubilar per Hacke auflegte und «Poldi» in seinem 100. Länderspiel mit einem straffen Schuss zum 1:0 vollendete (19.); sein erster Treffer seit September vergangenen Jahres. Nach den ersten beiden offensiv schwachen EM-Partien von Podolski war das Tor eine echte Befreiung für den künftigen Londoner. Und genauso euphorisiert jubelte der gebürtige Pole auch. «Das war ein hart umkämpftes Spiel gegen eine starke dänische Mannschaft. Dass ich in diesem Spiel ein Tor mache und dann auch noch mit rechts, ist natürlich eine schöne Sache. Aber das wichtigste ist, dass wir im Viertelfinale stehen», sagte der Jubilar.

Deutschland fehlte es an Präzision beim letzten Pass

Doch Dänemark ließ sich kein Stück einschüchtern von der deutschen Führung. Im Gegenteil: überlegt, kombinationssicher, aggressiv und taktisch klug suchten die Mannen von Trainer Morten Olsen ihre Chance. Und sie mussten nicht lange warten. Nach einer raffinierten Eckball-Variante bediente Dänemarks starker Stürmerstar Nicklas Bendtner seinen Kollegen Michael Krohn-Dehli, der unbedrängt zum Ausgleich einköpfte (24.). «Natürlich waren die Deutschen heute besser als wir, teilweise sogar eine Klasse. Sie spielten eine Menge Chancen heraus, aber wir haben auch ein paar gehabt. Wir haben in unserer Gruppe gezeigt, dass wir mithalten können», sagte der Torschütze nach der schweißtreibenden Partie.

In einer von beiden Seiten stark geführten Partie erspielten sich die Deutschen gegen hervorragend eingestellte Dänen weiterhin gute Gelegenheiten. Gomez (32., 43.), Podolski per Freistoß (37.) und Sami Khedira hatten Chancen zur erneuten Führung. Doch im Vergleich zu den vorangegangenen Partien fehlte Deutschlands Offensive die Effektivität. Dem letzten Pass fehlte entweder ein Hauch an Geschwindigkeit oder an Präzision.

In den zweiten 45 Minuten biss sich die DFB-Elf zunehmend an den kompakten Dänen die Zähne aus. Teilweise in Manndeckung verfolgten die dänischen Kicker die Deutschen, und wenn ein Pass den Weg in den Strafraum fand, hatte einer der extrem sicheren Innenverteidiger Simon Kjaer und Daniel Agger immer wieder einen Fuß dazwischen. Es entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen den angreifenden Deutschen und den abwehrenden Dänen.

Ein Treffer und Deutschland wäre raus gewesen

Obwohl sich Lahm & Co. mehr Ballbesitz erspielten, hatte Dänemark die größte Gelegenheit zur Führung. Nach Hereingabe von Bendtner traf Linksverteidiger Simon Poulsen den Pfosten (51.). «Stellen Sie sich mal vor, wir hätten da den Ausgleich kassiert, da wären wir jetzt draußen», sagte der komplett ausgepumpte Bastian Schweinsteiger nach der Partie. André Schürrle hatte nach seiner Einwechslung für Podolski lange die beste Gelegenheit des DFB-Teams in der zweiten Hälfte (67.).

Als Cristiano Ronaldo im parallelen Gruppenspiel zwischen Portugal und den Niederlanden das 2:1 zur Viertelfinalqualifikation erzielte (74.), hätte nun ein einziger Treffer von Dänemark genügt, um die Deutschen aus dem Turnier zu schießen. Und diese Drucksituation war der deutschen Nationalmannschaft deutlich anzumerken.

Erst in der 80. Minute sorgte Lars Bender für die Erlösung. Zwar verpasste der für Gomez eingewechselte Miroslav Klose zunächst die zu ungenaue Hereingabe von Mesut Özil, doch der mit in die Sturmspitze geeilte Bender vollstreckte zum so wichtigen 2:1. Eine märchenhafte Geschichte in seinem ersten Spiel von Beginn auf der ungewohnten Rechtsverteidiger-Position. In der Nationalmannschaft hatte Bender bislang noch nie in der Abwehr gespielt, in der Bundesliga bislang nur einmal für einige Minuten dort ausgeholfen.

/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Andrzej Lignowski
  • Kommentar 1
  • 19.06.2012 21:28

Die deutsche Mannschaft kann bestimmt EM gewinnen! Andrzej Lignowski

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