Tennis DTB und DOSB verhandeln über olympisches Tennis-Aufgebot

Berlin - Die Olympia-Teilnahme wird für Deutschlands beste Tennis-Herren zur Zitterpartie. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) verhandeln derzeit darüber, ob Philipp Kohlschreiber und möglicherweise auch Florian Mayer für das Einzel nominiert werden.

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DTB und DOSB verhandeln über olympisches Tennis-Aufgebot Bild: dpa

Beide haben nicht die nationalen Kriterien erfüllt. «Wir haben Philipp dem DOSB vorgeschlagen. Ich gehe davon aus, dass Philipp eine gute Chance hat», sagte DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard. Mit Mayer will Eberhard am Montag noch einmal sprechen. Infrage kommt seinen Angaben zufolge auch ein Start des Doppels Philipp Petzschner und Christopher Kas.

Tommy Haas kann trotz seines Turniererfolgs im westfälischen Halle nur auf eine Wild Card durch einen Ausschuss des Internationale Tennis-Verbandes (ITF) hoffen. «Natürlich wäre ich bereit zu spielen, aber ich überlasse denen das», sagte Haas nach seinem überraschendem 7:6, 6:4 gegen Roger Federer im Endspiel der Gerry Weber Open.

Scharfe Kritik an den deutschen Auswahlkriterien gab es vom Schweizer Federer. «Das ist ein absoluter Witz. Philipp Kohlschreiber hat in Halle Rafael Nadal geschlagen und Tommy Haas hat Roger Federer besiegt. Nadal und Federer sind ganz große Favoriten für Wimbledon», sagte der ehemalige Weltranglisten-Erste und fügte in Richtung deutsche Funktionäre hinzu: «Sie sollten mal die Augen aufmachen.»

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper mochte sich zum momentanen Stand nicht äußern. «Das ist alles mitten in den Verhandlungen. Wir geben keine Wasserstandsmeldung ab», sagte Vesper. Kohlschreiber hatte am Samstag nach seiner Halbfinal-Niederlage gegen Tommy Haas beim ATP-Turnier in Halle erklärt. «Stand heute ist: Ich bin nicht nominiert.» Der Augsburger und Mayer kämen derzeit als deutsche Einzelstarter für das Olympia-Turnier in Wimbledon infrage.

Der Internationale Tennis-Verband macht nur einen Platz unter den besten 56 der aktuellen Weltrangliste nach den French Open zur Bedingung, maximal vier Teilnehmer pro Nation sind zugelassen. Die deutschen Nominierungskriterien sind strenger: Sie fordern einen Platz unter den ersten 24 der bereinigten Weltrangliste.

Dies bedeutet, dass Spieler nicht mitgezählt werden, wenn sie nicht zu den besten Vier ihres Landes zählen. So stehen jeweils mehr als vier Spanier und Franzosen vor Mayer und Kohlschreiber, der in dieser Rangliste laut Eberhard 26. war. Zudem hatte er Pech, dass seine Punkte für den Turniersieg in Halle im vorigen Jahr komplett abgezogen wurden, weil das Turnier in diesem Jahr später stattfindet. Mayer hatte zuletzt sogar noch ein unterklassiges Challenger-Turnier gespielt und gewonnen.

Alternativ würde das Erreichen eines Viertelfinales bei den vergangenen drei Grand-Slam-Turnieren oder der Halbfinal-Einzug bei einem Masters-Turnier in diesem Jahr für die Nominierung genügen.

Bei den Damen erfüllen Angelique Kerber, Sabine Lisicki, Julia Görges und Andrea Petkovic die nationalen Kriterien. Der Start von Petkovic ist nach ihrem Bänderriss allerdings fraglich.

news.de/dpa

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