Fechten EM-Silber: Florettstar Kleibrink greift wieder an

EM-Silber: Florettstar Kleibrink greift wieder an (Foto)
EM-Silber: Florettstar Kleibrink greift wieder an Bild: dpa

Legnano - Das war Benjamin Kleibrinks Kampfansage zur rechten Zeit: Der Olympiasieger ist nach langem Darben zurück im internationalen Medaillengeschäft.

Silber bei den Fecht-Europameisterschaften in Legnano macht dem Florett-Ass mächtig Mut für London. Erstmals seit seinem Olympia-Coup von Peking 2008 kletterte der Mann vom FC Tauberbischofsheim im Einzel wieder auf einen Podestplatz bei einem bedeutenden Großereignis.

«Das hat ja auch lange auf sich wartenlassen», sagte Bundestrainer Ulrich Schreck schon vor Kleibrinks Halbfinalauftritt im schwül-warmen Fechtzelt neben dem alten Castello Visconteo von Legnano, 60 000-Einwohner-Stadt in der Nähe von Mailand. Der 26-jährige Kleibrink trumpfte wie in besten Zeiten auf, machte in der Vorschlussrunde beim 15:14 gegen den Polen Michal Majewski ein 10:14 wett und wurde erst im Goldgefecht von dem Russen Alexej Tscheremisinow beim 7:15 gestoppt.

Für Deutschlands Fechter ist es beim Europachampionat die zweite Medaille, die Kleibrink nach dem 15:12 im Viertelfinalduell gegen seinen Bonner Trainingspartner André Weßels schon vorzeitig sicher hatte. Zum Auftakt hatte Degenfechterin Monika Sozanska (Heidenheim) am Freitag den dritten Platz belegt.

In einem Florettwettbewerb der gestürzten Favoriten schied der viermalige Weltmeister Peter Joppich bereits unter den besten 32 mit 7:15 gegen Andrea Cassara aus Italien aus. Joppich nahm es keineswegs tragisch. «Die EM hat bei mir noch nie funktioniert», sagte der Koblenzer, dem noch immer eine EM-Einzelmedaille fehlt.

Cassara ist für Joppich Goldanwärter Nummer eins bei den Olympischen Spielen in London: «Er ist generell der Favorit. Schließlich hat er in diesem Jahr die meisten Weltcups gewonnen und ficht absolut eine Supersaison.»

Doch dass Cassara nach dem Erfolg über Joppich 12:15 gegen Majewski verlor, machte Italiens Debakel perfekt: Für den Gastgeber gab es durch das Zweitrunden-Aus für Titelverteidiger Giorgio Avola, den WM-Zweiten Valerio Aspromonte und den früheren Weltmeister Andrea Baldini herbe Enttäuschungen. Weßels, der schon 2002 in Lissabon WM-Zweiter war, als Achter und der Bonner Sebastian Bachmann als 14. machten Bundestrainer Schreck Mut für den Teamwettbewerb am Dienstag. Dabei geht es um wichtige Punkte für die Olympia-Setzliste.

Die nicht für London qualifizierte deutsche Säbelmeisterin Stefanie Kubissa (Dormagen) verpasste das Viertelfinale beim 14:15 gegen die russische WM- und EM-Dritte Julia Gawrilowa nur um einen Treffer und belegte Platz 16. Olympia-Starterin Alexandra Bujdoso aus Koblenz wurde 25., die ehemalige EM-Dritte Sibylle Klemm vom FC Tauberbischofsheim kam nicht über Rang 35 hinaus. Die Ukrainerin Olga Charlan verteidigte mit dem 15:14 gegen die Griechin Vassiliki Vougiouka ihren Titel von Sheffield 2011.

news.de/dpa

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