Fußball-EM 2012 Schweinsteiger erklärt Löws Titeltaktik

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Ullrich KroemerVon news.de-Redakteur
Sie wollen endlich Titel: Für den ersten großen Erfolg hat der Bundestrainer seinem Team eine neue Defensivstrategie verpasst. Löws Verteidigungskünstler Bastian Schweinsteiger hat die Defensiv-Renaissance perfekt verinnerlicht. Der Münchener erklärt, wie man Europameister wird.

Bastian Schweinsteiger war einmal ein unbekümmerter Offensivfußballer; einer, der Abwehrarbeit als lästige Pflicht betrachtete und sich auf dem linken Flügel oder später auf der Spielmacherposition austobte. Das war zu Beginn seiner Karriere bei Bayern München und der Nationalmannschaft. 2009 entdeckte der eigenwillige Holländer Louis van Gaal Schweinsteigers strategische Defensivbegabung und beorderte ihn auf die Sechser-Position im defensiven Mittelfeld. Und anno 2012 ist der Mann, der nicht mehr «Schweini» genannt werden will, zu Joachim Löws erstem Ansprechpartner und Verfechter in Sachen Verteidigungskunst gereift. Heute sagt Schweinsteiger Sätze wie: «Für mich ist wichtig, dass wir defensiv gut stehen und den Gegner immer wieder attackieren in unserer Hälfte.»

Löw hat nach dem titellosen Rauschfußball der vergangenen Jahre genau wie Schweinsteiger erkannt: Im Sturm gewinnt man Spiele, in der Abwehr Titel. Schweinsteigers Tenor: Offensive können wir uns während der EM nur leisten, wenn die Defensive das Spiel im Griff hat. «Die Defensive ist enorm wichtig. In einem Turnier wird die Mannschaft weit kommen, die defensiv gut steht. Es gibt viele Situationen während eines Spiels, in denen man selbst wenn man in die Offensive spielt, schon an die Defensive denken muss. Man muss nachschieben, man muss sich zum Gegner orientieren, wenn vorn die ersten Vier den Ball haben, damit die die Narrenfreiheit haben, sich zu bewegen», dozierte Schweinsteiger am Tag nach dem 2:1 gegen die Niederlande.

Schweinsteiger: «Wir werden unseren Stil noch besser zeigen»

Er meint damit ausdrücklich nicht nur die Abwehrspieler, sondern alle auf dem Platz. «Das geht ein bisschen unter: Die Arbeit, die die Offensiven in der Defensive machen, ist enorm wichtig für die Mannschaft, dass wir dann auch stehen wie eine Mauer und dass der Gegner nicht einfach durchkommt.» Sicher auch eine Lehre aus der noch immer unwirklich erscheinenden Pleite im Champions-League-Finale gegen das Abwehrbollwerk von Chelsea London.

Angesprochen auf die Leistungssteigerung gegen die Niederländer reagiert Schweinsteiger immer wieder aufs Neue mit Unverständnis. Aus seiner Sicht schätzt die Öffentlichkeit den Kampfsieg gegen Portugal zu gering. Dabei sind es gerade diese Erfolge, die den neuen Defensiv-Schweinsteiger entzücken. Auch gegen Cristiano Ronaldo & Co. habe er sein volles Leistungsvermögen abgerufen, nur eben weniger auffällig und defensiv strategischer, als bei seinen beiden Torvorlagen gegen die Oranje-Abwehr.

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«Es ist auch mal gut, sich mit dem Ball auszuruhen und den Gegner. Einfache Pässe zu spielen, kluge Pässe zu spielen und dann effektiv vor dem gegnerischen Tor aufzutauchen. Ich bin sehr zuversichtlich für die nächsten Spiele, dass wir unseren Stil noch besser zeigen können», sagt der heimliche Spielführer des DFB-Teams abgeklärt. Wie kein anderer steht er für Löws neuen Realismus, der endlich den ersehnten ersten Titel der Goldenen Generation bringen soll.

Schweinsteiger: «Jeder Spieler muss ein bisschen böse sein»

Dafür kündigte der Defensivkünstler Schweinsteiger an, notfalls auch van Bommelsche Kämpferqualitäten zu zeigen: «Wenn der Punkt gegeben ist, wo man ein bisschen böse sein muss, dann werde ich das auch sein. Jeder Spieler muss ein bisschen böse sein», sagte der Münchener sanft lächelnd.

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Zwar denkt auch Schweinsteiger öffentlich nur von Spiel zu Spiel, doch alles ist darauf ausgerichtet, endlich den deutschen Serienbezwinger Spanien zu schlagen. So ist es kaum verwunderlich, dass auch die neue deutsche Defensiv-Offensive am Verteidigungssystem der Spanier ausgerichtet ist. Barcelona und der Welt- und Europameister dienen als Vorbild.  Voller Verzückung sagt Bastian Schweinsteiger: «Wenn man mal im Spiel darauf achtet, wie sich die Verteidiger an die Stürmer vom Gegner orientieren, dann ist das das perfekte defensive Spiel.» Das DFB-Team wird sich daran messen lassen müssen.

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kls/news.de

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ulli
  • Kommentar 2
  • 15.06.2012 13:32
Antwort auf Kommentar 1

Platini ist Uefa-Boss.

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  • jurisdiccion
  • Kommentar 1
  • 15.06.2012 12:43

Deutschlands groesster Gegner ist Platini und seine Fifa.Suedeuropaeische Laender zeigen, wie mit Geld Fussball gespielt wird.Jetzt hat die Fifa auch noch die Bildregie uebernommen, damit ihre Schiedsrichter bei anglosprachigen Titelanwaertern noch unbekuemmerter pfeifen koennen.Mit Abseits , 11 metern und gelben Karten haben sie die Platzhoheit .

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