Holland jammert Die Elftal, zerkocht wie Gulasch

Von dick bis rassistisch
Die größten Vorurteile der Holländer

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Letzter Ausweg: auswandern. Die Niederlage gegen Deutschland hat die niederländischen Fans schwer getroffen. Hollands Medien und Fans sind fassungslos, denn man war sicher gewesen, den Fußballkrieg gewinnen zu können. News.de zeigt, was man im Nachbarland zum Spiel sagt.

Im Fußball, das zeigte das Spiel Deutschland gegen die Niederlande wieder einmal eindringlich, geht es manchmal um mehr als das Spiel an sich. Bei einigen Partien geht es auch um das Getöse der Medien und Fans davor - vor allem dann, wenn es sich um solch ein Klassiker-Duell handelt. Da dreht sich plötzlich alles um die Ehre, um das eigene Land.

Gäbe es einen Sieg außerhalb des Platzes, für kreative Ideen und das Mürbemachen des Feindes, gestern hätten die Niederlande zumindest diesen für sich beanspruchen können.

«Ein Gemetzel von den Niederlanden gegen Joachim Löw»

Das VKmag, angeblich die härteste Internetseite der Niederlande, sammelte schon Tage vor dem Spiel die kuriosesten Fundstücke aus dem Netz. Der Film Der Untergang bekam den Untertitel «Ein Gemetzel von den Niederlanden gegen Joachim Löw», ein paar Kreative hatten das Filmplakat zu Inglorious Basterds derart abgewandelt, dass nun Wesley Sneijder, Raffael van der Vaart und Klaas-Jan Huntelaar auf Nazijagd gingen. Dass all das mit einem zwinkernden Auge betrachtet werden sollte, zeigte sich, als das Bild ab der 70. Minute plötzlich Schweinsteiger und Gomez zeigte, die die Elftal jagte.

Fußball-EM 2012
Die Jungstars der EM

Bereits ab sieben Uhr am Morgen tickerte die Sportredaktion des Algemeen Dagblads und forderte die Spieler auf, die «Deutschen zu fressen». Getickert wurde nicht nur vom Stadion, sondern auch vom Flughafen Schiphol in Amsterdam, wo angeblich Tausende Oranje-Fans sich aufmachten, um ihrer Mannschaft bei dem Spiel die volle Unterstützung zukommen zu lassen. Selbst die Belgier standen den Spielern ihres orangefarbenen Nachbarlandes zur Seite - und tanzten einen Haka, den Kriegstanz der neuseeländischen Maori, um den Deutschen Angst zu machen.

Ob die Fans diesen Aufwand bereut haben? Schon während des Spiels machte sich über die sozialen Kanäle im Netz der Unmut über die Personalpolitik von Trainer Bert van Marwijk breit. «Wisselen», also «wechseln» forderten die Nutzer bei Twitter bereits nach einer Minute - eine Aktion dagegen, dass der bei Schalke 04 spielende Klaas-Jan Huntelaar auf der Bank saß, während Robbie van Persie von Arsenal London auflaufen durfte.

Götz Widmann
Die Holland-Hasser-Hymne
Video: YouTube

In der Bratpfanne von Charkow zerkochten die Niederlande

Nach dem Spiel zeigte sich: So gnadenlos die niederländischen Medien mit der deutschen Mannschaft umgegangen waren, so hart gingen sie auch mit ihren eigenen Mannen ins Gericht. Die Tageszeitung Volkskrant schrieb, in der Bratpfanne von Charkov sei das Team auseinandergefallen wie zu lange gekochtes Gulasch. De Telegraaf schrieb «Oh, oh, Oranje» und «Schande für die niederländischen Fans». Das Dossier zur EM nannte die Zeitung um in «Alles over Drama Oranje» («Alles über das Oranje-Drama»), Wesley Sneijder entschuldigte sich für das Spiel «bei allen» - er hätte bei seinem Leben gewettet, dass man gegen Deutschland gewinnen könne. Und das Algemeen Dagblad schrieb über das kommende Spiel: «Die gebrochenen Oranjes fahren mit einem kräftigen Kater zum rettenden Strohhalm

Bei Twitter nannte User Siobhan Spruijt das Spiel, ein Wurst-Case-Szenario, Veerle Slegers schrieb: «Die Deutschen haben Berlin, Rammstein und das Oktoberfest - und wir Wilders. Sie sollten uns mal etwas gönnen.» Jeffreyvdsluis wurde ganz hart - und griff auf die deutsch-niederländische Geschichte zurück: «Das war ein Beispiel für Blitzkrieg», schrieb er - und blieb damit nicht der einzige. Nach dem Anschlusstreffer durch Robin van Persie, wollten einige Nutzer bei Facebook und Twitter sogar einen Blitzkrieg gegen die Deutschen auf dem Spielfeld sehen. Genutzt hat es nichts.

«Damit müssen wir nun vier Jahre leben», schrieb Wouter W bei Twitter. Dafür hat Daniel Visser eine Lösung: «Ich ziehe nach Spanien. Dann haben wenigstens meine Kinder eine glückliche Jugend.»

kru/news.de

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