Fußball Spanien: Remis okay, aber «noch einiges verbessern»

Spanien: Remis okay, aber «noch einiges verbessern» (Foto)
Spanien: Remis okay, aber «noch einiges verbessern» Bild: dpa

Danzig - Prima präsentiert, Punkt gewonnen, aber noch ein paar Probleme: Spanien steckt nach dem gerechten Remis im mitreißenden Auftaktmatch gegen Italien im Zwiespalt.

Der Titelverteidiger bewies beim hochklassigen 1:1 (0:0) in der Arena Danzig eindrucksvoll, dass er auch bei dieser Fußball-EM zu den Top-Favoriten gehört. Indes haben die bärenstarken Azzurri um ihren genialen Spielmacher Andrea Pirlo und den souveränen Not-Abwehrchef Daniele De Rossi auch Defizite der Selección schonungslos aufgedeckt. «Wir konnten unsere Philosophie nicht wie gewohnt umsetzen», räumte Innenverteidiger Sergio Ramos (Real Madrid) ein. «Italien war beeindruckend.»

Spaniens Strategie ging - zumindest in der ersten Halbzeit - nur teilweise auf. Nationaltrainer Vicente del Bosques Kniff, anstelle eines klassischen Stürmers in Cesc Fàbregas einen sechsten Mittelfeldmann einzusetzen, brachte nicht das erhoffte Resultat. «Ich war selbst am meisten überrascht, dass ich in der Startelf stand», sagte Fàbregas. Zwar erzielte der Barça-Star den eminent wichtigen, schnellen Ausgleich (64. Minute) nach Antonio Di Natales 0:1 (61.), aber insgesamt fehlten Tordrang und Durchschlagskraft.

Zudem leistete sich das weltbeste Mittelfeld um Ideengeber Xavi trotz numerischer Überlegenheit im Zentrum (6:5) erstaunlich viele Ballverluste. Neben dem traumwandlerisch sicheren Kombinationswirbel «Tiki taka» bot Spanien auch häufig schludrigen «Hick-Hack». Keeper und Kapitän Iker Casillas kritisierte: «Wir können noch einiges verbessern, vor allem in punkto Ballbesitz und Torabschluss.»

Während die Mängel im Mittelfeld angesichts der unbestreitbaren Extra-Klasse eine Momentaufnahme gewesen sein dürften, könnte die fast schon chronische Abschlussschwäche das große Problem der Spanier werden. Auch die Einwechslung des eigentlich von Beginn an erwarteten Fernando Torres machte keine Hoffnung. Zwar schuf der wendige Stürmer vom FC Chelsea zwei gefährliche Situationen, versagte dann aber kläglich. Del Bosque verkniff sich direkte Kritik an seinem Sorgenkind und wies nur auf «die Überlegenheit am Schluss» hin.

Torres gestand zerknirscht: «Ich bin nicht zufrieden. Ich hätte ein Tor machen müssen.» Am Sonntag offenbarte sich brutal, dass «El Niño» (das Kind), beim EM-Finale von Wien wegen seines Siegtreffers gegen Deutschland noch der gefeierte Held, den verletzt fehlenden Tor-Garanten David Villa auch nicht annähernd ersetzen kann. «Wenn Cesc weiter Tore schießt, sollte er auch spielen», meinte Torres. «Fàbregas ist kein normaler Mittelfeldspieler. Er hat viel Offensivdrang», begründete der Coach seine Entscheidung.

Del Bosque hat vor der zweiten Partie gegen die kampfstarken Iren am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD) in Danzig nun ein Problem: Soll er erneut auf ein Sechser-Mittelfeld mit Fàbregas setzen und damit wieder wenig Vertrauen in sein Mittelstürmertrio demonstrieren? Oder erhält Torres bzw. eine seiner Alternativen Alvaro Negredo (FC Sevilla) oder Fernando Llorente (Athletic Bilbao) in der Hoffnung auf mehr Torgefahr eine Chance. Auflösung folgt.

Indes ist Irland nicht mit Italien zu vergleichen. Die Spanier feierten das Remis gegen den Weltmeister von 2006 fast wie einen Sieg. «Es war wichtig, beim Start nicht zu verlieren», sagte Real Madrids umsichtiger «Sechser» Xabi Alonso mit Verweis auf die WM-Auftaktpleite gegen die Schweiz 2010. «Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir im Fall eines Siegs gegen den nächsten Gegner große Chancen aufs Weiterkommen haben. Wir sind sehr ruhig.» Der als «Mann des Matches» ausgezeichnete Andrés Iniesta (FC Barcelona) meinte entspannt: «Irland ist ein anderer Gegner als Italien. Ich habe volles Vertrauen in unser Team.»

news.de/dpa

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