Fußball Mandzukic: In Kroatien ein Held, beim VfL vor Abschied

Mandzukic: In Kroatien ein Held, beim VfL vor Abschied (Foto)
Mandzukic: In Kroatien ein Held, beim VfL vor Abschied Bild: dpa

Posen - Vor Mario Mandzukic verneigte sich am späten Sonntagabend die halbe Fußball-Welt. Sein Teamkollege Josip Simunic trug den Torjäger des VfL Wolfsburg auf den Schultern vor die Kurve mit den kroatischen Fans, um dort das 3:1 (2:1) gegen Irland und ein spektakuläres EM-Debüt zu feiern.

Wenig später drückte ihm Predrag Mijatovic die Trophäe für den «Spieler des Spiels» in die Hand. Der früheren Stürmer-Legende von Real Madrid war es in diesem Moment völlig egal, dass er als Serbe ausgerechnet einen Kroaten auszuzeichnen hatte, er sagte nur: «Mach so weiter. Dann wirst du bei diesem Turnier noch mehr Tore schießen.»

Auch Kroatiens Trainer Slaven Bilic nannte Mandzukic voller Überzeugung einen «Top-Class-Player». Nur Felix Magath, sein Trainer und Manager in der Fußball-Bundesliga, sieht das offenbar anders. Er möchte den 26-Jährigen in Wolfsburg nicht mehr haben.

Magath und Mandzukic hatten schon immer ein merkwürdiges Verhältnis, doch nach diesem Doppelpack des Stürmers auf der großen internationalen Bühne ist das noch viel schwerer zu verstehen als vorher. Magath will beim VfL in Zukunft auf Neuerwerbungen wie Ivica Olic und Bas Dost setzen, er hat den Kroaten quasi zum Verkauf freigegeben. Mandzukic wiederum genoss in Posen jede Sekunde dieses wohl schönsten Abends seiner Karriere. Nur auf Fragen zum Thema Wolfsburg reagierte er genervt. «Dazu sage ich nichts», meinte er.

Der gleichermaßen kopfball-, schuss- und spielstarke Angreifer hatte jeweils zu Beginn beider Halbzeiten getroffen - erst zum 1:0, dann zum Endstand. «Wenn wir so weiterspielen, müssen wir vor keinem Gegner Angst haben. Ich habe heute viele Leute glücklich gemacht», sagte er stolz. Das galt in gewisser Weise auch für Magath, der nach solchen Spielen noch mehr Geld für den Torjäger verlangen kann als ohnehin schon. Mandzukic hatte bei seiner Aussage aber eher Andere im Sinn.

Seinen Vater zum Beispiel, «den ich hier grüßen muss, weil er mir gesagt hat, dass ich mehr Tore mit dem Kopf machen soll». Oder seinen Nationalcoach Bilic, der nach diesem Sieg der Technik und Spielkunst über die reine Kampfkraft der Iren von «zwei Matchbällen» sprach, die die Kroaten nun hätten. «Ich kann meinen Spielern nur gratulieren zu der Art und Weise, wie sie gespielt haben. Wir sind jetzt in einer sehr guten Position», meinte der 43-Jährige. Ein weiterer Sieg aus den allerdings sehr schweren Spielen gegen Italien und Spanien würde schon reichen, um ins Viertelfinale einzuziehen.

Für die Kroaten ist ein erstklassiger Stürmer wie Mandzukic sehr wichtig. Sie brauchen jemanden, der das fast schon spanisch anmutende Kombinationsspiel eines Luka Modric und Ivan Perisic ganz vorne auch zum Abschluss bringt. Und sie brauchen jemanden, der die offenkundigen Schwächen von Verteidigern wie Gordon Schildenfeld oder Vedran Corluka mit seinen Toren überdeckt.

Die Frage ist nur, warum Magath und Wolfsburg ihn nicht mehr gebrauchen können, und offensichtlich kann auch sein Nationaltrainer das überhaupt nicht verstehen. «Im vorletzten Jahr ist Wolfsburg nur dank Mario in der Bundesliga geblieben. Und auch im letzten Jahr war er dort der beste Spieler», meinte Bilic. Ganz ungelegen kommt ihm die Haltung des VfL allerdings nicht. Denn zu den vielen Vereinen, denen ein starkes Interesse an Mandzukic nachgesagt wird, zählt neben Tottenham Hotspur neuerdings auch Lokomotive Moskau. Und dort wird Bilic nach der Europameisterschaft als Trainer hinwechseln.

news.de/dpa

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