Basketball Heißes NBA-Finale: Donnerschlag oder Hitzewelle?

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Heißes NBA-Finale: Donnerschlag oder Hitzewelle? Bild: dpa

Oklahoma City - Donnerschlag oder Hitzewelle? Die nordamerikanische Basketball-Liga NBA erwartet die beiden heißesten Wochen der Saison. In den Finals stehen sich ab Dienstag Oklahoma City Thunder und Miami Heat gegenüber - viele rechnen mit einer epischen Endspielserie.

Auf der NBA-Internetseite wird das Aufeinandertreffen gar als «One for the ages» bezeichnet - ein Duell, an das man sich noch lange erinnern wird. Ob es tatsächlich soweit kommt, hängt hauptsächlich von den Superstars Kevin Durant und LeBron James ab. Beide sind Flügelspieler, Kumpels, noch nie Meister geworden, haben während des Lockouts im November zusammen trainiert (James: «eine höllische Woche») und wollen in London mit Team USA Olympia-Gold gewinnen. Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten sind beide auch so unterschiedlich, wie die Ölfelder von Oklahoma und der South Beach in Miami. Durant ist ein stiller Alleskönner, wurde die vergangenen drei Jahre jeweils NBA-Scorerkönig, ist trotzdem bescheiden geblieben und passt somit wunderbar nach Oklahoma City. «Die Stadt ist so entspannt und ruhig - und genauso bin ich auch. Es ist der perfekte Ort für mich.»

James indes liebt den Hype, ließ im Sommer 2010 seinen Wechsel von Cleveland nach Miami live im TV übertragen («Ich nehme mein Talent an den South Beach»), trägt quer über seinen Rücken ein Tattoo mit den Worten «chosen 1» (Der Auserwählte) und spricht in Interviews lieber über sich als über seine Mitspieler. Fürsprecher halten den 27-Jährigen für den besten Basketballer der Welt, Kritiker entgegnen, dass er bereits zwei Finalserien verloren hat. Im Vorjahr unterlag Miami Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks 2:4. James kam in der gesamten Serie nur auf einen Schnitt von 17,8 Punkten/Partie und blieb in den entscheidenden Situationen am Spielende auffällig unauffällig.

In dieser Saison wurde er jedoch verdient zum wertvollsten Spieler (MVP) der Vorrunde gewählt. James erzielte in den Playoffs in jedem Spiel fast 31 Zähler - vier mehr als Durant. «Individuell sind sie die besten Spieler der Liga», sagt Thunder-Trainer Scott Brooks. Scoring-Champion gegen MVP - auf einen solchen Showdown mussten die NBA-Fans seit 1997 warten, als sich Michael Jordan mit den Chicago Bulls gegen die von Karl Malone angeführten Utah Jazz behauptete.

Doch OKC gegen Miami ist weit mehr als nur das Duell zwischen Durant und James. Thunders Russell Westbrook zählt zu den besten Spielmachern der NBA. Er wird sich vor allem gegen Miamis Dwyane Wade behaupten müssen. Zudem trifft in Oklahomas Power Forward Serge Ibaka, der beste Blocker der Liga auf Olympiasieger Chris Bosh. Ein Vorteil für Final-Debütant Oklahoma könnte neben dem Heimvorteil die tiefer besetzte Bank sein. In James Harden stellt der Verein den besten Einwechselspieler der Liga.

«Sie sind ein sehr, sehr, sehr talentiertes Team», betont Bosh. «Sie spielen gut zusammen, wir aber auch.» Man freue sich auf die Herausforderung, sagt James. So sehr die deutschen Fans im Vorjahr Nowitzki die Daumen gedrückt haben, so sehr fiebern die Schweizer diesmal mit Thabo Sefolosha. Oklahomas 28-jähriger Guard ist der erste Eidgenosse der NBA-Geschichte. Er spielt seine siebte Saison, gehört zur «Starting Five», ist ein anerkannter Defensivspezialist und Drei Punkte-Schütze.

news.de/dpa

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