Motorsport Nur Spitze in der Pannenstatistik: Schumis Silberpfeil

Nur Spitze in der Pannenstatistik: Schumis Silberpfeil (Foto)
Nur Spitze in der Pannenstatistik: Schumis Silberpfeil Bild: dpa

Montréal - Michael Schumacher wollte nach dem Wochenende zum Vergessen ganz schnell weg. Wieder die Zielflagge nicht gesehen, wieder keine Punkte gesammelt, wieder enttäuschte Hoffnungen für den Mercedes-Piloten.

Schumachers Silberpfeil avanciert zum Spitzenreiter in der Pannenstatistik der laufenden Formel-1-Saison. «Ich möchte mich bei Michael für diesen neuerlichen technischen Defekt entschuldigen», sagte Teamchef Ross Brawn in der offiziellen Team-Pressemitteilung zum Großen Preis von Kanada, dessen Ende Schumacher schon gar nicht mehr an der Strecke in Montréal erlebte. Er wollte so schnell wie möglich zu seiner Familie fliegen und dem Stau von der Strecke weg entgehen.

Vorwürfe erhob der stets loyale Rekordweltmeister nach dem vierten technisch bedingten Ausfall in den bisherigen sieben Rennen nicht. «Solche Dinge passieren», räumte Schumacher ein. «Ich weiß, dass meine Jungs und das gesamte Team ihr Bestes geben, und ich weiß, dass sie sich wahrscheinlich mehr ärgern als ich», sagte der 43-Jährige gleich nach dem Rennen. Und auch einen Tag später bekräftigte Schumacher, dass er seinen Mut ebenso wenig verliert wie den Glauben ans Team: «Ich glaube nach wie vor an unser gemeinsames Projekt und dass wir mit Mercedes etwas Tolles auf die Beine stellen werden», schrieb er auf seiner Homepage.

In Montréal kam es für den Kerpener aber knüppeldick. Groß waren die Hoffnungen, womöglich sogar den ersten Sieg seit seinem Comeback 2010 zu schaffen. Nachdem er aber in der Qualifikation zu spät noch einmal auf die Strecke geschickt worden war, musste sich Schumacher schon mit Startrang neun begnügen. Vier Hundertstelsekunden hatten ihm gefehlt, um noch einmal eine schnelle Runde zu fahren und einen besseren Startplatz zu ergattern. Im Rennen klemmte dann die Klappe vom Heckflügel. Die Folge: das Aus. «Mir tut es auch für den Michael leid, ganz klar», meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Schon in Bahrain hatte es Probleme am Heckflügel von Schumachers Wagen gegeben. Dort hatte er - nachdem auch noch das Getriebe hatte gewechselt werden müssen - als Zehnter den zweiten seiner mickrigen zwei Pünktchen geholt. Seit nunmehr drei Rennen sah Schumacher nicht mehr die Zielflagge. «Das ist nicht ein Grundsatzproblem, dass da nicht richtig gearbeitet würde», beteuerte Haug.

Die Liste der Defekte und Pannen an Schumachers Grand-Prix-Wochenenden ist lang. Zweimal war es der Heckflügel, zweimal das Getriebe und einmal die Benzinzufuhr. Hinzu kam ein schlecht festgezogenes Vorderrad und Schumachers selbst verschuldeter Auffahrunfall in Spanien. Dagegen erwies sich der Wagen von Teamkollege Nico Rosberg als zuverlässig, wenn es drauf ankam. Die «totale Zuverlässigkeit» gebe es bei Rosberg «und warum soll das bei Michael nicht gehen?», fragt Haug.

Die Antwort muss die Mercedes-Mannschaft geben. Schumacher setzte sich sofort nach seinem Aus und einem Wochenende auf dem Circuit Gilles Villeneuve, das sich «als leider nicht ganz störungsfrei» entpuppt hatte, mit seinen Ingenieuren zusammen. Gefragt ist sachliche, konzentrierte Problembewältigung. «Wer sich da nicht diszipliniert benimmt, der wird nie etwas bewegen. Brüllen, auf den Tisch hauen und fluchen bringt gar nichts», meinte Haug.

Schumacher schaltete indes nach dem Wochenende zum Vergessen und der schnellen Abreise zu seiner Familie zum Wochenende der neuen Hoffnung um und schaute nach vorn. «Die Attacke ist nun also verschoben auf Valencia», sagte der siebenmalige Weltmeister mit Blick auf das nächste Rennen in zwei Wochen. Wenn der Wagen mitspielt.

news.de/dpa

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