Tennis French-Open-Finale: Scharapowa gegen Errani

French-Open-Finale: Scharapowa gegen Errani (Foto)
French-Open-Finale: Scharapowa gegen Errani Bild: dpa

Paris - Maria Scharapowa ist zurück auf dem Tennis-Thron. Mit ihrem erstmaligen Finaleinzug bei den French Open in Paris kehrte die 25-jährige Russin nach 2008 wieder an die Spitzenposition der Weltrangliste zurück.

Dafür bezwang sie am Donnerstag in Paris Wimbledon-Siegerin Petra Kvitova aus Tschechien souverän mit 6:3, 6:3. «Ich bin mehr als überwältigt. Ich habe immer davon geträumt, hier mal im Endspiel zu stehen», sagte Scharapowa. Mit einem Ass hatte sie nach nur einer Stunde und 17 Minuten die gelungene Revanche für ihre Wimbledon-Finalpleite 2011 gegen die Linkshänderin mit dem brachialen Powertennis perfekt gemacht.

Die in Florida lebende Tennis-Diva löst Australian-Open-Siegerin Victoria Asarenka aus Weißrussland an der Weltspitze ab, die im Achtelfinale gescheitert war. «Vor einigen Jahren nach meiner Schulter-Operation war ich irgendwas über Hundert und habe gedacht, einmal war ich Nummer eins. Hoffentlich kann ich das wieder erleben. Das ist wunderbar», sagte Scharapowa, die zwischenzeitlich auf Rang 126 abgerutscht war. Um ihren ersten Roland-Garros-Titel kämpft sie im Endspiel nun gegen Angelique-Kerber-Bezwingerin Sara Errani.

Die laufstarke und taktisch klug spielende Italienerin besiegte überraschend US-Open-Siegerin Samantha Stosur 7:5, 1:6, 6:3. Die bisherige Sandplatz-Königin der Saison, in ihrer kompakten Statur an Landsfrau Francesca Schiavone erinnernd, rang Australiens Powerfrau in 2:04 Stunden nieder und weinte danach Tränen der Freude. «Ich habe keine Worte. Ich kann es nicht glauben. Es ist ein wundervolles Gefühl», sagte die kleine Italienerin. «Traumhafte Errani», titelte die «Gazzetta dello Sport» nach dem Coup auf ihrer Internetseite.

«Sie ist eine großartige Sandplatzspielerin», lobte Scharapowa ihre nächste Gegnerin. Die French Open auf dem einst ungeliebten roten Sand sind für die Russin der einzige Grand-Slam-Titel, der ihr in ihrer Sammlung noch fehlt. Wimbledon gewann sie 2004, die US Open 2006 und die Australian Open 2008. Weltranglisten-Erste war sie in ihrer Karriere bisher für insgesamt 17 Wochen, erstmals im Jahr 2005 und zuletzt 2008.

Die Weltranglisten-Sechste Stosur musste auf dem Pariser Centre Court Philippe Chatrier unterdessen wieder eine schmerzhafte Niederlage gegen eine Italienerin hinnehmen: 2010 war die Frau mit der Surfer-Sonnenbrille und dem gefährlichen Kick-Aufschlag als Favoritin im Finale Schiavone unterlegen, die als erste Italienerin einen Grand-Slam-Turniersieg feiern konnte. «Ich wünschte, ich könnte sagen, dass es damals viel schlimmer war, aber auch heute tut es sehr weh», sagte die bitter enttäuschte Stosur.

Errani stößt als neue Nummer zehn der Welt erstmals in ihrer Karriere in die Top-Ten vor und wird neue italienische Nummer eins. Sie warf auf ihrem Weg ins Finale zwei frühere Titelträgerinnen (Ana Ivanovic und Swetlana Kusnezowa) und im Viertelfinale die letzte deutsche Teilnehmerin Kerber raus. Diese kann sich immerhin damit trösten, in der Weltrangliste auf Platz neun zu klettern.

Die in Bologna geborene Errani gewann in diesem Jahr bereits die Sandplatz-WTA-Veranstaltungen in Acapulco, Barcelona und Budapest und schraubte ihre imposante Bilanz 2012 auf roter Asche auf 24:3 Siege. Damit hat die zähe Kämpferin schon ihr mit Abstand höchstes Karrierepreisgeld von 625 000 Euro sicher.

Bei den Herren steht am Freitag der Halbfinal-Showdown an: Top-Favorit und Titelverteidiger Rafael Nadal, der im Stade Roland Garros 2012 noch ohne Satzverlust ist, trifft auf seinen starken Landsmann David Ferrer. Nadal will zum siebten Mal am Bois de Boulogne triumphieren und damit als alleiniger Rekordhalter Björn Borg hinter sich lassen.

Außerdem steht die Neuauflage des denkwürdigen Halbfinal-Krimis aus dem Vorjahr zwischen Roger Federer und Branchenprimus Novak Djokovic an. Damals triumphierte Federer und beendete Djokovics Saisonsiegesserie von 41 Matches. Diesmal träumt der Serbe nach saisonübergreifend drei Grand-Slam-Turniersiegen in Serie davon, die vier wichtigsten Titel auf einmal zu halten.

Internetseite Roland Garros

news.de/dpa

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