Fußball Rooney trotzt Kritikern: «Warum nicht Europameister?»

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Rooney trotzt Kritikern: «Warum nicht Europameister?» Bild: dpa

Krakau - Es gibt nicht wenige auf der Insel, die Englands Superstar Wayne Rooney nicht mehr als einen einzigen EM-Einsatz prophezeien. Wenn die «Three Lions» am Montag gegen Frankreich in Donezk in die EM in Polen und der Ukraine starten, ist Englands Weltklassestürmer gesperrt.Wie auch vier Tage später gegen Schweden.

«Ich bereite mich so vor, als wenn ich in diesen beiden Spielen auflaufen würde», versprach Rooney kurz vor dem EM-Start der besorgten englischen Nation in einem BBC-Interview.

Erst im letzten Vorrundenspiel der Gruppe D darf das 26 Jahre alte «Enfant terrible» gegen die Ukraine ran. Rakete Rooney will dann so richtig durchstarten. «Hoffentlich gewinnen die Jungs die ersten beiden Spiele und ich kehre in ein Gewinner-Team zurück», unkte der ManUnited-Star vor dem Turnier. «Warum sollten wir es nicht gewinnen? Wir haben selbstverständlich die Spieler und die Qualität dazu.»

Die Zuversicht des gesperrten Superstars ist bemerkenswert angesichts der englischen Misserfolge der letzten Jahre. Bei der WM 2006 kam das Aus im Viertelfinale, für die EM 2008 qualifizierte sich England gar nicht erst und bei der WM 2010 demütigte Deutschland den Erzrivalen mit 4:1 im Achtelfinale. Doch Rooney lässt sich nicht beirren: «Man geht immer in ein Turnier mit der Hoffnung, es auch zu gewinnen. Die letzten beiden Turniere endeten für uns mit Enttäuschungen. Jetzt ist es Zeit, es richtig zu machen.»

Es klingt ein bisschen wie Trotz. Fast scheint es so, als sei Rooney derzeit der einzige Engländer, der Zuversicht verbreitet. Als das englische Team am Mittwochabend in Krakau das EM-Quartier bezog, wurde es zwar von einigen hundert Fans in der Innenstadt der polnischen Universitätsstadt erwartet. Zuversicht wollte aber auch da nicht so Recht aufkommen. Rund hundert Iren waren auch da und verhöhnten die «Three Lions» teilweise derb.

Auch von der englischen Öffentlichkeit gibt es derzeit kaum Unterstützung. Die Erwartungen sind gering im Fußball-Mutterland. «Soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass wir ohne große Erwartungen in ein Turnier starten. Wir hatten vor einem Monat noch nicht mal einen Manager oder Trainer und zudem auch viele Verletzte», sagte Rooneys Vorgänger als englischer Torjäger von Weltklasse-Format, Alan Shearer.

Mehrere Stammspieler mussten die EM verletzt absagen. Frank Lampard, Gareth Barry und Gary Cahill sind nicht dabei. Dazu darf Rooney zu Beginn nur zusehen, weil er sich im Qualifikationsspiel gegen Montenegro einen dämlichen Tritt leistete und für drei Spiele gesperrt wurde. «Das ist der Preis, den ich für meinen Fehler bezahlen muss», sagte Rooney zu seinem Ausfall.

Dass er überhaupt dabei ist, liegt wohl auch daran, dass seinem Flehen, den Bann doch bitte zu reduzieren, stattgegeben wurde. Englands Superstar darf mitkicken. Ab dem 19. Juni, dem letzten Vorrundentag. Immerhin. Dass Hitzkopf Rooney trotz seiner Sperre heiß ist, versteht sich von selbst. Mit Englands Kritikern rechnete der 26-Jährige nun ab. «Wir erwarten wirklich Großes von uns selbst. Wenn es Leute gibt, die das nicht erwarten, ist es deren Problem», polterte der einzige Weltstar im englischen Team, der erst in anderthalb Wochen ins Geschehen eingreifen darf. Vielleicht zu spät.

news.de/dpa

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