Fußball Die Leiden der Stars: Puyol, Lampard & Co. fehlen

München - Mehrere Stars wie Spaniens Carles Puyol oder Englands Frank Lampard verpassen die EM verletzt - ein Italiener aus ganz anderen Gründen.

Die Leiden der Stars: Puyol, Lampard & Co. fehlen (Foto)
Die Leiden der Stars: Puyol, Lampard & Co. fehlen Bild: dpa

Beim Mitfavoriten Frankreich fehlen vor allem die Außenverteidiger. Die Ukraine und Dänemark müssen ohne Stammtorwart auskommen.

Obwohl er überhaupt nicht dabei ist, steht Domenico Criscito in diesen Tagen sehr im Fokus. Der Italiener hat viel zu erklären zu den Manipulationsvorwürfen und seiner plötzlichen Ausmusterung aus dem italienischen EM-Kader. Die Staatsanwaltschaft übermittelte dem Verteidiger im Zusammenspiel mit Nationaltrainer Cesare Prandelli das Turnier-Aus - andere Stars erhielten die bittere Nachricht von ihren Ärzten. Böse erwischt hat es vor allem Spaniens Höhenflug-Fußballer, die in den kommenden maximal vier Wochen auf Puyol und David Villa verzichten müssen. Zwei Führungskräfte.

Auch Englands prominente Ausfallliste wird immer länger, die britischen Medien suchen die Schuldigen längst in ganz anderen Sphären. «Es ist wie verhext», klagte das Boulevardblatt «Sun» angesichts von Absagen der drei Leistungsträger Frank Lampard, Gareth Barry und Gary Cahill. Letzterer erlitt jüngst als vorläufig letzter beim bedeutungslosen Test gegen Belgien einen Kiefernbruch, sein Gegenspieler hatte ihn überflüssigerweise geschubst. «So langsam gehen uns die Stand-by-Spieler aus», wetterte Trainer Roy Hodgson.

Mit Abstand am schwersten wiegt aber der zwangsweise Verzicht auf Taktgeber Lampard. Im Training zog sich der Champions-League-Sieger vom FC Chelsea eine üble Oberschenkelverletzung zu. «Das ist ein Schlag für das Team», klagte Hodgson, «er war in sehr guter Form.»

So wie Criscito. Doch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen vermeintlichen Wettbetrugs zerstörten alle EM-Hoffnungen des 25 Jahre alten Profis aus St. Petersburger. Öffentlich kleinbei geben will er deswegen noch lange nicht geben. «Das ist mein Platz, der Nationaltrainer hat ihn mir versprochen», schimpfte Criscito.

Weil neben ihm und Stürmer Giuseppe Rossi (Kreuzbandriss) zumindest in den ersten beiden EM-Wochen auch Verteidigerkollege Andrea Barzagli (Wadenzerrung) fehlt, wird Coach Prandelli in der Defensive ziemlich improvisieren müssen. Kurz vor der Abreise ins EM-Quartier nach Krakau experimentierte er gar mit einer Dreierkette und Mittelfeldstar Daniele De Rossi in zentraler Position.

Zu solchen Notmaßnahmen ist Frankreichs Nationaltrainer Laurent Blanc nicht gezwungen. Allerdings muss der Weltmeister von 1998 auf zwei Außenverteidiger-Asse verzichten: Rechts fehlt Bacary Sagna (Beinbruch), links Eric Abidal (Lebertransplantation). Die gute Seele vom FC Barcelona sei kaum zu ersetzen, glaubt Blanc. «Er fehlt uns nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Mensch. Er ist als Typ sehr wichtig in der Gruppe, in der Kabine», sagte er dem «Kicker».

Bei den restlichen EM-Teilnehmern halten sich die Sorgen in Grenzen. Mitgastgeber Ukraine muss immerhin ohne Stammtorwart Alexander Schowkowski auskommen, das gleiche Schicksal haben die Dänen durch den verletzten Keeper Thomas Sörensen. Den Kroaten fehlt Ivica Olic (Oberschenkelverletzung). Keine Sorgen hat Bundestrainer Joachim Löw - auch Bastian Schweinsteiger dürfte nach seiner Wadenblessur rechtzeitig zum Auftakt fit werden.

news.de/dpa

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