Hertha BSC Berlin Rekordsperre für Rüpel Kobiaschwili

Fantumulte in Düsseldorf
Fortuna-Fans verlieren die Kontrolle

Lewan Kobiaschwili von Hertha BSC Berlin muss bis Ende 2012 zuschauen. Der Georgier erhielt nach seinem Faustschlag gegen Schiri Wolfgang Stark eine Rekordsperre. Thomas Kraft und Andre Mijatovic kamen nach dem Skandalspiel bei Fortuna Düsseldorf glimpflich davon.

So lange wurde noch kein Bundesliga-Spieler gesperrt: Wegen eines Faustschlages gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark ist Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili zu einer Rekordstrafe von 30 Wochen verurteilt worden. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) suspendierte den Georgier trotz seines Geständnisses bis zum Ende dieses Jahres. Nach dem Abpfiff der Bundesliga-Relegation zwischen Fortuna Düsseldorf und dem Hauptstadtclub (2:2) war es zu den Vorfällen gekommen.

Kobiaschwili akzeptiert Urteil

«Ich werde dieses Urteil akzeptieren, damit ich weiter Fußball spielen kann. Meine Familie und ich haben in der letzten Zeit sehr gelitten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das Verfahren abgeschlossen ist», sagte Kobiaschwili. Sein Vertrag in Berlin läuft noch bis Ende Juni 2013. Die Rückrunde könnte der bald 35-Jährige damit noch für die Hertha spielen.

Gnädig zeigte sich das DFB-Sportgericht bei Berlins Torhüter Thomas Kraft und Kapitän Andre Mijatovic. Wegen Schiedsrichter-Beleidigung muss Kraft bei vier Pflichtspielen seines Vereins pausieren. Mijatovic erhielt eine Sperre von drei Partien. Auch diese beiden Spieler hatten ihre Verfehlungen zugegeben.

Ursprünglich hatte der Kontrollausschuss für Kraft fünf und für Mijatovic vier Spiele Sperre gefordert. Hertha hatte die reduzierten Strafen akzeptiert - dagegen hat der Klub über einen Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels vor dem Ständigen Schiedsgericht immer noch nicht entschieden.

Urteil deutlich unter der Forderung des DFB-Sportgerichts

Mit seinem Urteil zu Kobiaschwili lag das DFB-Sportgericht deutlich unter der Forderung des Kontrollausschusses. Dieser hatte für Kobiaschwili eine einjährige Sperre gefordert. Die bisherige Rekordsperre hielt der vor kurzem gestorbene Timo Konietzka inne. Im Trikot des TSV 1860 München war er in der Saison 1966/67 wegen einer Tätlichkeit gegen einen Schiedsrichter im Spiel gegen seinen Ex-Verein Borussia Dortmund zu einem halben Jahr Spielpause verurteilt worden.

«Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschwili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann», sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz. «Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste.»

Hertha-Spiel traf Schiri Stark am Kopf

Kobiaschwili hatte nach dem Abpfiff des Chaos-Spiels am 15. Mai Schiedsrichter Stark auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen. Der Unparteiische kam darauf ins Straucheln und konnte nur durch das Abstützen am Treppengeländer einen Sturz vermeiden. Er erlitt ein Hämatom im Nackenbereich. Der Unparteiische erstattete daraufhin Strafanzeige gegen Kobiaschwili.

Die Sperre des Georgiers wird rückwirkend auf den 16. Mai datiert und endet am 31. Dezember dieses Jahres - nach genau 210 Tagen. Der Defensivspezialist darf in dieser Zeit weder Pflicht- noch Freundschaftsspiele seines Vereins absolvieren.

Offen ist noch das Strafmaß für den Berliner Christian Lell. Wegen einer Tätlichkeit gegen seinen Gegenspieler und Schiedsrichter-Beleidigung hatte der DFB-Kontrollausschuss eine Sperre von sechs Meisterschaftsspielen beantragt. Er soll in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben. Mit einem Urteil des Sportgerichts sei noch im Laufe dieser Woche zu rechnen, teilte der DFB mit. Lell hat sich mittlerweile bei Lukimya-Mulongoti entschuldigt.

phs/wam/news.de/dpa

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