Fußball Timoschenko-Tochter für EM - Janukowitsch: Sind bereit

Kiew - Der massive Streit um die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (51) sollte nach Ansicht ihrer Tochter nicht die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft belasten.«Meine Mutter hat während ihrer Amtszeit viel dafür getan, dass die Ukraine gemeinsam mit Polen Gastgeber der EM sein darf», sagte Jewgenija Timoschenko nach Angaben von Medien in Kiew.

Timoschenko-Tochter für EM - Janukowitsch: Sind bereit (Foto)
Timoschenko-Tochter für EM - Janukowitsch: Sind bereit Bild: dpa

Sie verstehe aber, wenn einzelne westliche Politiker den EM-Spielen in der Ex-Sowjetrepublik demonstrativ fernbleiben wollten.

Die in Haft erkrankte Oppositionsführerin Julia Timoschenko, die vor genau 300 Tagen festgenommen worden war, hatte sich vor kurzem gegen einen politischen Boykott des Turniers ausgesprochen. Auch Oppositionspolitiker Vitali Klitschko hatte «trotz aller Kritik» für einen Besuch der Spiele geworben. Der Boxweltmeister kritisiert vor allem die immensen Kosten. Statt der geplanten 3,2 Milliarden Euro wird die EM das finanziell angeschlagene Land Schätzungen zufolge 11,5 Milliarden Euro kosten. «Die Regierung hat die Gelegenheit verpasst, das Geld in eine Imageverbesserung zu investieren», kritisierte der oppositionelle Vizeparlamentschef Nikolai Tomenko.

Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch erklärte das Co-Gastgeberland unterdessen offiziell bereit für die am 8. Juni beginnende EM. Die Vorbereitungen seien extrem anstrengend gewesen, räumte der Staatschef ein. «Es gab durchaus das Risiko, das Turnier zu verlieren», sagte er mit Verweis auf die lange schleppend verlaufenden Infrastrukturprojekte. «Aber ein solches Großereignis ist auch ein Test für einen Staat und bringt jedes Land in seiner Entwicklung voran.» Janukowitschs Gegner machen den Präsidenten für die Strafverfolgung seiner innenpolitischen Rivalin Timoschenko verantwortlich. Der Staatschef weist dies zurück.

Einen Monat nach einer weiter ungeklärten Bombenserie mit 31 Verletzen in der Stadt Dnjepropetrowsk sicherte das ukrainische Verteidigungsministerium allen EM-Besuchern Schutz zu. Ein spezielles Anti-Terror-Programm für das Turnier sei landesweit angelaufen, sagte Vizeminister Wladimir Moscharowski. Am 27. April waren in Dnjepropetrowsk, das kein EM-Spielort ist, vier Bomben explodiert. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew wird am 1. Juli das Finale gespielt.

news.de/dpa

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