Leichtathletik Bolt in Rom der Renner: Nach Aus-Zeit wieder Top-Zeit?

Rom - Nach dem Bummelstreik von Ostrau will Usain Bolt in Rom wieder der Renner sein. Sechs Tage nach seiner unfreiwilligen Aus-Zeit beim Leichtathletik-Meeting in Tschechien muss der schnellste Mann der Welt beweisen, dass die 10,04 Sekunden über 100 Meter nur ein Betriebsunfall waren.Zwei Monate vor Olympia lässt sich Bolt nicht aus der Ruhe bringen - und schon gar nicht aus der Bahn werfen.

Bolt in Rom der Renner: Nach Aus-Zeit wieder Top-Zeit? (Foto)
Bolt in Rom der Renner: Nach Aus-Zeit wieder Top-Zeit? Bild: dpa

«Auch wenn ich jetzt bis London jedes Rennen verlieren sollte, das stört mich nicht. Egal. Wichtig sind die Olympischen Spiele», sagte der 25 Jahre alte Jamaikaner.

In der Ewigen Stadt will Bolt wieder seine typische Show abziehen, klarer Sieg und Superzeit inklusive. «In Ostrau hatte ich einen schlechten Tag, aber ich möchte dieses Rennen hinter mir lassen. Dieser Lauf wird mein Rennen am Donnerstag nicht beeinflussen», sagte der dreimalige Welt-Leichtathlet, der nach seinem Sieg im Vorjahr auch diesmal der Star im Stadio Olimpico ist. Beim Diamond-League-Meeting in Rom bestreitet der mehrfache Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler sein drittes 100-Meter-Rennen in dieser Saison. Vor einem Jahr triumphierte er im Foro Italico in 9,91 Sekunden.

Schon seit vergangenem Samstag ist Bolt in Italien, jeden Tag hat er im Stadion trainiert. Er hat sich nach dem Jetlag von Ostrau mal richtig ausgeschlafen und gut gegessen. All das zeigt, wie ernst er seinen Auftritt in der Olympia-Stadt von 1960 nimmt. Zwar kann er die 10,04 nicht aus seinem Gedächtnis löschen, aber er kann sie verarbeiten: Zusammen mit seinem Trainer Glen Mills hat er «jedes Detail des Rennens analysiert». Der Start war grottenschlecht, auf den ersten 50 Metern fehlte ihm die Energie in seinen langen Beinen.

Trotzdem hat ihn in Ostrau keiner geschlagen, in Rom peilt der 9,58-Sekunden-Sprinter den dritten Sieg im dritten 100-Meter-Rennen an. «Natürlich will ich gewinnen. Ich hoffe, dass diesmal mein Start gut klappt», sagte Bolt. Die größte Enttäuschung in dieser Saison könnte er nun schon hinter sich haben. Im Vorjahr kam der Schock ausgerechnet bei der WM in Daegu: Fehlstart im 100-Meter-Finale! Sein Landsmann Yohan Blake kassierte das für Bolt reservierte Gold.

In dieser Saison gehen sich die beiden aus dem Weg. Keiner will als Verlierer nach London kommen. Erst bei den Jamaika-Trials, der Olympia-Qualifikation, kommt es Ende Juni in Kingston zum Duell der Mega-Sprinter. Bolt ist guter Dinge, die Form stimmt. «Mit geht es gut, ich bin ganz entspannt. Langsam bin ich da, wo ich hinwill», versicherte er. Und zwar auf einem guten Weg nach London.

Sein zweites Europa-Rennen wird für den schnellsten Mann des Jahres (9,82 Sekunden) eine echte Herausforderung: Denn neben ihm starten unter anderen Ex-Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika), Europameister Christophe Lemaitre (Frankreich) und der frühere Weltmeister Kim Collins (St. Kitts und Nevis). Alle Drei hat er zwar schon oft geschlagen - doch diesmal läuft noch ein unsichtbarer Gegner mit: Die Erinnerung an Ostrau.

news.de/dpa

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