Fortuna - Hertha Rehhagel spricht von Weltkrieg

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Was ist in Hertha-Trainer Otto Rehhagel gefahren? Das DFB-Bundesgericht verhandelt derzeit über das Skandalspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin. Und Rehhagel zog als Zeuge alle Register. Der 73-Jährige sprach vom Loveparade-Unglück und erinnerte sich an den Zweiten Weltkrieg.

Mit einem Aufgebot von 16 Zeugen hat am Freitag in Frankfurt am Main das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die Verhandlung zu den skandalösen Vorfällen beim Düsseldorfer Relegationsspiel aufgenommen. Bis zum Nachmittag hörte der Vorsitzende Richter Goetz Eilers Referee Wolfgang Stark, den Sicherheitsbeauftragten Ralf Ziewer und den Projektleiter Relegationsspiele beim DFB, Götz Bender. Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt stellte neues Bild-Material vor: Die insgesamt 16 Fotos sollten die bedrohliche Ausnahmesituation rund um das Spiel belegen.

Stark als erster Zeuge geladen

Um 12.52 Uhr lud Eilers als ersten Zeugen von DFB-Seite Stark. Der Schiedsrichter aus Ergolding erläuterte wie auch schon bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht am vorigen Freitag die Vorkommnisse rund um das chaotisch zu Ende gegangene Rückspiel um den Bundesligaaufstieg. Nach rund einer Stunde wurde er wieder entlassen.

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Richter Eilers wollte von Stark - und den zunächst nachfolgenden Ziewer und Bender - vor allem erfahren, wie gefährlich sich die Schlussphase der Düsseldorfer Chaospartie dargestellt hatte. «Ich hatte keine Angst, dass die Fans, was von mir oder den Spielern wollten», meinte Stark. Auch Bender meinte zu der hitzigen Schlussphase: «Angst habe ich nicht verspürt.»

Angesichts der erwarteten Fülle von möglichem neuen Beweismaterial und der Menge der Zeugen rechnen Prozessbeobachter mit einer langen Sitzung in der Zentrale des DFB.

Rehhagel spricht von Weltkrieg und Loveparade-Unglück

Hertha-Trainer Otto Rehhagel hat die Umstände in Düsseldorf als chaotisch bezeichnet. «Für mich war das alles irregulär», sagte der 73-Jährige. «Das war ein Ausnahmezustand, wie ich ihn in 40 Jahren als Bundesligatrainer nicht erlebt habe», meinte er zum Fan-Auflauf in der Schlussphase. «Unsere Spieler waren paralysiert», beschrieb Rehhagel den Zustand in der Hertha-Kabine. «Ich konnte meiner Tätigkeit als Fußballlehrer nicht mehr nachkommen.» Seine Erfahrung als Trainer sage ihm: «Wenn die Meute losrennt, gibt es kein Halten mehr.»

Rehhagel scheute offenbar auch keine Vergleiche mit den Katastrophen wie dem Loveparadeunglück oder gar dem Weltkrieg. «Ich hatte so halb Angst. Ich weiß ja, was alles passieren kann. Ich saß 1943 im Keller, als die Amerikaner uns bombardierten», sagte er vor Gericht laut Bild.de. Und weiter: «Sich da richtig zu verhalten, da muss man ein Übermensch sein. Da hat man natürlich ein bisschen Angst. Das man denkt, was passiert, wenn die Leute den Platz fluten. Man hat ja die Ereignisse im Kopf in Duisburg (Love-Parade-Unglück mit 19 Toten, Anm. d.Red.).

Hertha-Protest in erster Instanz abgewiesen

Bei der Partie am 15. Mai war es in der Nachspielzeit zu tumultartigen Szenen gekommen, als Anhänger des Zweitliga-Dritten aus Düsseldorf schon vor Abpfiff auf das Spielfeld stürmten. Das DFB-Sportgericht hatte in erster Instanz den Einspruch von Hertha gegen die Wertung der Partie abgewiesen.

Bestätigt auch das Bundesgericht das 2:2, ist Hertha nach nur einem Jahr Bundesliga wieder abgestiegen. Die Berliner können aber als nächste Instanz noch das Ständige Schiedsgericht für Vereine und Kapitalgesellschaften der Lizenzligen anrufen.

phs/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Richard von Chladek
  • Kommentar 2
  • 28.05.2012 13:02

Bitte Herr Rehhagel, bleiben Sie bei den Fakten. Ihre "Mannschaft" hätte es nicht so weit kommen lassen müssen, Relegationsspiele zu bestreiten. Wenn man die Spiele der Hertha verfolgt hatte, so hatte diese nicht erkennen lassen, in der Bundesliga bleiben zu wollen. Dies war nie und nimmer eine Mannschaft, sondern ein zusammen-gewürfelter Haufen von Legionären. Ihre "Mannschaft" hätte noch zwei Stunden spielen können, und hätten keine Wende mehr geschafft. Düsseldorf ist zu Recht aufgestiegen und Sie haben sich für mich disqualifiziert.

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  • Andreas
  • Kommentar 1
  • 25.05.2012 18:05

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