DFB-Team vs. Schweiz Nutzt Bubi Draxler seine Chance?

Er geht noch zur Schule und ist erst 18 Jahre alt. Gegen die Schweiz soll Julian Draxler sein Debüt im DFB-Team geben. Während der Schalker wie viele andere um die EM 2012 kämpfen muss, erteilte Jogi Löw den Spielern des FC Bayern bereits einen Freibrief.

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Jetzt geht's richtig los. Den Ernstfall kann Joachim Löw ohne den für die Fußball-EM gesetzten Bayern-Block zwar nicht simulieren, dennoch verspricht sich der Bundestrainer vom Tagesausflug in die Schweiz (18 Uhr live im ZDF und im news.de-Liveticker) wertvolle Fingerzeige für die in zwei Wochen beginnende Titelmission in Polen und der Ukraine. «Das Spiel kommt zum richtigen Zeitpunkt. Die Schweiz ist für uns ein sehr guter Gegner, vielleicht so etwas wie das kleine Holland», erklärte Löw vor dem vorletzten Testlauf vor dem EM-Auftakt am 9. Juni gegen Portugal.

Freibrief für Spieler des FC Bayern

Löw verschärfte den Turnier-Countdown am Freitag in Südfrankreich mit klaren Ansagen: «Mit dem Spiel und der Ankunft der Bayern-Spieler im Trainingslager beginnt für uns nochmals ein neuer Abschnitt, die letzte heiße Phase der Vorbereitung. Der Prolog war gelungen, die harten und schwierigen Etappen folgen jetzt.» Am Dienstag wird Löw noch vier Nationalmannschafts-Azubis aus dem Kader streichen, aber keinen der acht Bayern-Nachzügler. «Sie sind Leistungsträger bei uns. Und sie haben international klasse Leistungen abgerufen», betonte er.

WM-Kleidung: Jogi Löw, die Stilikone

Das erste Länderspiel ohne Bayern-Akteure seit zwei Jahren sei kein «absoluter Härtetest», bemerkte Löw vor dem 51. Duell mit den von Ottmar Hitzfeld betreuten Eidgenossen am Samstag (18 Uhr) im Basler St. Jakob-Park. Aber man treffe auf einen Gegner, «der uns viel abverlangen wird». Lukas Podolski hob vor seinem 96. Einsatz für Deutschland die besondere Brisanz des Nachbarschaftsduells hervor: «Es wird schwer. Die Schweizer spielen zu Hause. Sie wollen - wie die Österreicher - die Deutschen immer ärgern.»

Wer spielt bei der EM 2012 hinten rechts und links?

Löw möchte nach zwei Wochen Training möglichst viele seiner 19 verfügbaren Akteure in einem Wettkampf sehen. Im Blickpunkt steht die Abwehrreihe mit Benedikt Höwedes, Per Mertesacker, Mats Hummels und Marcel Schmelzer. Der lange verletzte Mertesacker muss im ersten Wettkampf seit drei Monaten «den letzten Schritt» machen, um dann auch als Abwehrchef nach Polen und in die Ukraine zu fahren.

Von der Form der Außenverteidiger Höwedes (rechts) und Schmelzer (links) will der Bundestrainer mit abhängig machen, auf welcher Seite Kapitän Philipp Lahm bei der EM spielen wird. «Ich lass' es noch ein bisschen offen. Wir werden sehen, wie sich die Außenverteidiger gegen die Schweiz präsentieren», erklärte Löw.

Testet Löw Reus heute als Stürmer?

Im Angriff soll Miroslav Klose Spielpraxis sammeln. Löw will bei dem zuletzt wieder angeschlagenen Torjäger zwar «kein Risiko» eingehen. 60 bis 70 Minuten soll Klose aber spielen. Seine Sorgen um die EM-Fitness des Routiniers seien aber «kleiner, kleiner und kleiner geworden», betonte Löw. Klose vor Gomez und Cacau - so lautet das Stürmer-Ranking. «Aber die nächsten zwei Wochen sind auch noch wichtig. Wir brauchen Miro für 90 Minuten und in mehreren Spielen», erläuterte Löw. Als Alternative wird er womöglich noch Marco Reus testen. «Wenn man mal einem Rückstand nachläuft, hat er vorne drin gute Möglichkeiten gegen athletische Innenverteidiger.»

Die Real-Stars Mesut Özil und Sami Khedira werden in Basel auch nicht 90 Minuten durchspielen. Der Dortmunder Ilkay Gündogan darf sich im umkämpften defensiven Mittelfeld als Nebenmann von Khedira empfehlen. Löw sieht in dem Dortmunder einen «kleinen Schweinsteiger» - ein Fingerzeig? Der 18-jährige Schalker Julian Draxler soll für sein Trainingsengagement mit dem Länderspieldebüt belohnt werden.

Der Kampf um die Tickets für die EM 2012

Draxler wird wohl kein EM-Ticket erhalten, ebenso wie drei weitere Talente für kommende Turniere. «Diese Streichung wird ein bisschen negativ gesehen», beklagte Löw vier Tage vor der Bekanntgabe: «Die jungen Spieler werden hier vorbereitet auf die Zukunft.» Am meisten bangen müssen neben Draxler Torhüter Marc-André ter Stegen (20), die 23 Jahre alten Bender-Brüder Lars und Sven sowie Gündogan (21).

Mehr als der endgültige 23-Mann-Kader beschäftigt Löw die Turniermannschaft, in der die Bayern-Profis herausragende Rollen übernehmen sollen. Den Final-Tiefschlag von Bastian Schweinsteiger & Co. gegen Chelsea erklärte er ab sofort zum Tabuthema. «Ich halte es an der Zeit, dass bei uns völlige Normalität einkehrt. Dass die Bayern-Spieler zu spät kommen - egal. Der Finalsieg wäre schön gewesen, toll. Aber das interessiert mich nicht mehr», sagte Löw.

Bayern-Spieler steigen am Montag ein

Dass Bastian Schweinsteiger (Bluterguss an der Wade) und Jérome Boateng (Knie) leichte Blessuren mitbringen, ist laut Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt «kein Problem». Am Pfingstmontag sollen die acht Münchner ins Training einsteigen und einiges nacharbeiten.

An Schweinsteigers «Standing» in der Mannschaft ließ Löw überhaupt keinen Zweifel aufkommen. «Er ist seit 2010 wie Philipp Lahm eine absolute Führungspersönlichkeit, die durch Ehrgeiz ständig angetrieben wird.» Der «Tag X» kommt in zwei Wochen gegen Portugal.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Schweiz: Benaglio (VfL Wolfsburg/28 Jahre/42 Länderspiele) - Lichtsteiner (Juventus Turin/28/46), Senderos (FC Fulham/27/45), Djourou (FC Arsenal/25/30), Ziegler (Fenerbahce Istanbul/26/28) - Inler (SSC Neapel/27/55), Dzemaili (SSC Neapel/26/18) - Shaqiri (FC Basel/20/18), Xhaka (FC Basel/19/7), Mehmedi (Dynamo Kiew/21/8) - Derdiyok (Bayer Leverkusen/23/38)

Deutschland: Wiese (Werder Bremen/30/6) - Höwedes (FC Schalke 24/7), Mertesacker (FC Arsenal/27/79), Hummels (Borussia Dortmund/23/13), Schmelzer (Borussia Dortmund/24/5) - Khedira (Real Madrid/25/25), Gündogan (Borussia Dortmund/21/1) - Reus (Borussia Mönchengladbach 22/4), Özil (Real Madrid/23/31), Podolski (1. FC Köln 26/95) - Klose (Lazio Rom/33/114)

Schiedsrichter: Gautier (Frankreich)

phs/boi/news.de/dpa

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Andreas
  • Kommentar 1
  • 25.05.2012 18:04

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