Schwimmen «Coole Sau» Poewe sprudelt nach erstem vor Glück

«Coole Sau» Poewe sprudelt nach erstem vor Glück (Foto)
«Coole Sau» Poewe sprudelt nach erstem vor Glück Bild: dpa

Debrecen - Sarah Poewe war einfach nicht mehr zu stoppen. Nach ihrer ersten Medaille auf der Langbahn sprudelte es aus der 29-Jährigen auch am Vormittag drauf nur so heraus.Selbstironisch charakterisierte die Europameisterin über 100 Meter Brust das Erscheinungsbild ihrer Schwimm-Spezies mit dem speziellen Beinschlag an Land: «Man wackelt wie ein Pinguin und man sieht uns schon aus der Ferne.» Britta Steffen nannte Poewe nicht umsonst eine «coole Sau».

Den Tipp der früheren Zimmerkollegin, das Rennen langsamer anzugehen, nahm sie durchaus dankbar, aber auch innerlich lächelnd zur Kenntnis: «Es ist schon süß, von einer Kraulschwimmerin Tipps zu bekommen.»

Über ihre vierten Olympischen Spiele ist die Deutsch-Südafrikanerin selber noch etwas baff: «Ich fass' es selber nicht. Ich fühle mich noch nicht so alt», sagte sie mit großen Augen und muss kurz darauf lachen, als sie über ihren 20 Jahre alten Wuppertaler Teamkollegen Christian vom Lehn erzählt: «Der junge Frischling, er hat ja schon WM-Bronze und ich nicht.» Bei Poewes ersten Olympischen Spielen - 2000 wurde sie Vierte - übte vom Lehn noch in der Grundschule.

So erfrischend die ehemalige Studentin eines US-Colleges auch einfach drauf los redet, es gab und gibt auch die ernsteren Momente im Leben der Sarah Poewe. «Ich habe schon alles Mögliche miterlebt, Höhen und Tiefen. Es war auch richtig hart. Aber seitdem ich in Wuppertal schwimme, habe ich gelernt, es wieder zu genießen. Man heult, hat auch die Tage, wo man nicht trainieren will. Aber dieses Gold ist so eine tolle Erfahrung. Man muss einfach immer an sich glauben.»

Britta Steffen freute sich mit der ältesten Teamkollegin «dolle, das hat sie so verdient.» Bei der DM hätten Sarah und deren Mutter nach der knapp verpassten Norm «bitterlich geweint, das tat mir so leid».

Ernst wurde Poewe, als sie auf das Thema zu sprechen kam, das nicht nur die Brustschwimmer immer noch beschäftigt: Der plötzliche Tod des norwegischen Weltmeisters Alexander Dale Oen. «Diese Medaille möchte ich ihm gerne widmen.» Zwar habe sie ihn nicht sehr gut gekannt, doch einige Tage vor Dale Oens Tod korrespondierten die beiden via Facebook über ihre etwas spezielle Sportart. «Ich glaube dass er auf Brustschwimmen so stolz gewesen ist.»

Für die technisch anspruchsvollste Schwimm-Lage müsse man geboren sein, glaubt Poewe. «Entweder man hat es oder nicht, man kann Brustschwimmen nicht lernen, finde ich. Wir sind schon eine kleine spezielle Clique.»

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news.de/dpa

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