Schwimmen Biedermann: EM-Champ ohne Olympia-Norm

Biedermann: EM-Champ ohne Olympia-Norm (Foto)
Biedermann: EM-Champ ohne Olympia-Norm Bild: dpa

Debrecen - Auch ohne Olympia-Norm reichte es für Paul Biedermann zum dritten EM-Titel, die siegreiche Freistilstaffel um seine Freundin Britta Steffen sorgte für die 600.

deutsche Medaille bei Europameisterschaften.

Über 4 x 100 Meter lagen Startschwimmerin Steffen, Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber vor den starken Schwedinnen. Die Männer-Freistilstaffel verpasste als Siebte einen erfreulichen Schlusspunkt am ersten Finalabend von Debrecen, der 31. EM seit 1926.

In 3:47,86 Minuten gewann Biedermann über 400 Meter Freistil im ersten EM-Rennen das Premieren-Gold für die deutschen Schwimmer, verpasste aber wie bei den deutschen Meisterschaften die Olympia-Norm von 3:47,26. Sein erster EM-Titel überhaupt über die 400 Meter (über die halbe Distanz hatte er bereits 2008 und 2010 gewonnen) hinterließ auch beim Weltrekordler gemischte Gefühle. »Ich bin viel zu verhalten angeschwommen, habe das nicht gemacht, was mein Trainer vorher mit mir besprochen hat», sagte der Hallenser, freute sich dennoch über den Sieg: «Ein Titel ist immer schön.»

Als Medaillengewinner von der WM in Shanghai war Biedermann aber ohnehin für London qualifiziert. «Jetzt muss ich doch leider auf mein Freilos zurückgreifen», sagte der Weltrekordler, der in Berlin bei der DM über 200 Meter die Norm unterboten hatte. Trainer Frank Embacher konnte das Rennen seines Schützlings nicht wie sonst am Beckenrand verfolgen, weil ihm ein Ordner mit Hinweis auf die enge Halle den Zutritt verweigerte. «Er ist zwei Sekunden langsamer als in Berlin angegangen, positiv stimmen mich die letzten 200, die waren mehr als in Ordnung», sagte der Coach.

Vor zwei Jahren bei der EM in Budapest hatte Biedermann mit einer ähnlichen Renneinteilung gegen Yannick Agnel verloren. Der Franzose fehlte in Debrecen wie auch ein Großteil anderer europäischer Spitzenschwimmer.

Noch im Vorlauf war Britta Steffen nach einer harten Trainingseinheit tags zuvor nur die viertschnellste Zeit geschwommen und hatte von einer «echten Herausforderung» gesprochen. Die Doppel-Olympiasiegerin brachte im Finale mit ordentlichen 54,21 Sekunden das deutsche Quartett dann in Front. Silke Lippok hielt die Führung gegen Italiens Ass Federica Pellegrini, gegen die Weltranglisten-Zweite Sarah Sjöström (Schweden) verlor eine tapfere Lisa Vitting die Führung, doch die deutsche Staffel konterte noch einmal. «Dieses Gold verdanken wir unserer Schlussschwimmerin Daniela Schreiber», sagte Steffen.

Bei der Siegerehrung fehlte Vitting, sie litt schon den ganzen Tag unter Magenkrämpfen. «Wir sind stolz, dass sie so durchgehalten hat», sagte Schreiber, die ihrem Ruf als Klasse-Schlussschwimmerin erneut gerecht wurde: «Das ist pures Adrenalin. Wenn ich jemanden vor mir habe, dann muss ich sie kriegen. Das will ich auch mal im Einzel umsetzen», sagte sie vor den Vorläufen über die 100 Meter an diesem Dienstag. «Da werde ich keine Chance haben», erklärte Steffen, die das harte Olympia-Training auch während der EM nicht reduzierte.

Die Männer-Staffel mit Christoph Fildebrandt, Markus Deibler, Dimitri Colupaev und Marco Di Carli wurde beim Sieg von Frankreich nur Siebte. Die 400 Meter Lagen der Frauen gewann Lokalmatadorin Katinka Hosszu in 4:33,76. Minuten. Theresa Michalak (Halle/Saale) verzichtete auf einen Start und konzentriert sich auf das Olympia-Ticket über die halbe Distanz.

Auf seine dritten Olympischen Spiele darf sich Helge Meeuw freuen. Über 100 Meter Rücken unterbot der WM-Zweite von 2009 nach langem Trainingsausfall im Halbfinale in 53,80 Sekunden knapp die geforderte Zeit von 53,87. Damit zog er als Schnellster in das Finale an diesem Dienstag ein. «Ich freue mich sehr, aber in London muss ich natürlich schneller sein, da gewinnt man damit keinen Blumentopf», sagte der Mann von Ex-Weltmeisterin Antje Buschschulte.

Begonnen hatte der Finalabend mit einer Schweigeminute für den toten Norweger Alexander Dale Oen. Er wäre am (heutigen) Montag 27 Jahre alt geworden. Der Weltmeister über 100 Meter Brust war am 30. April während des norwegischen Höhentrainingslagers in Flagstaff/Arizona tot aufgefunden worden. Erste Untersuchungen gingen von einem Herzstillstand aus.

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news.de/dpa

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