Champions League Bayern verliert sein Sieger-Gen

Koa Gen, koan Dusel, koan Plan B: Der FC Bayern München steht nach der Pleite im Champions-League-Finale vor dem Scherbenhaufen einer ganzen Saison. Um endlich wieder Titel holen zu können, braucht Bayern Siegertypen und Konzept.

Champions League: Das Finaltrauma von München

Seit den großartigen Erfolgen der 1970er Jahre war es fest in der Münchner DNA verankert: das Bayern-Gen. Die Siegermentalität, die der strahlendste deutsche Klub seit Jahrzehnten verkörpert und von Generation zu Generation weiterträgt, ist legendär. Oder sollte man sagen: war legendär?

Denn es scheint, als sei das Bayern-Gen ausgerechnet der «Goldenen Generation» um Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger & Co. abhanden gekommen. Nach der Niederlage vor zwei Jahren im Champions-League-Endspiel gegen José Mourinhos Inter Mailand sitzt der Stachel nun nach dem vergeigten Finale dahoam noch tiefer. Die Pleite gegen die Maurermeister vom FC Chelsea ist vergleichbar mit der vernichtenden Endspiel-Niederlage 1999 gegen Manchester United. Und der geplatzte Traum vom Finalsieg dahoam bedeutet auch die zweite titellose Saison der Münchner in Serie.

Doch weder Jupp Heynckes noch Manuel Neuer machten den Fehler, die Niederlage auf die zerstörerische und unansehnliche Taktik des FC Chelsea zu schieben. Stattdessen muss sich die aktuelle Bayern-Generation eingestehen, die althergebrachten Tugenden des deutschen Rekordmeisters nicht mehr zu verkörpern. Neben dem Bayern-Gen ist auch der Bayern-Dusel fahnenflüchtig. Und damit auch das Zwingende und Furchteinflößende, das die Bayern stets ausstrahlten, um auch in engen Spielen noch in letzter Minute zuzuschlagen.

Um den Schalter wieder umzulegen, muss der FC Bayern München handeln. Denn dem aktuellen Team kann man allein nicht zutrauen, sich am eigenen Schopf wieder aus dem Vize-Schlamassel herauszuziehen. Es braucht Typen, die Erfolg und Konzept verkörpern - in der Mannschaft und über kurz oder lang auch auf der Trainerposition. Präsident Uli Hoeneß wird nicht umhin kommen, die abhanden gekommenen Bayern-Werte wieder teuer zurückzukaufen und sein Team siegessicherer und taktisch variabler aufzustellen. Sonst mutiert das Sieger-Gen endgültig zum Vize-Gen. Bayer Leverkusen ist übrigens seit dem Vize-Triple des Jahres 2002 in diesem Image gefangen.

Champions League: FC Bayern und Chelsea im Direktvergleich

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phs/news.de

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Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Dr. Klaus Dührsen
  • Kommentar 3
  • 21.05.2012 18:51

Arrogante Spieler und ein alter, bemitleidenswerter Trainer, der doppelt so alt ist wie seine ältesten Spieler - das kann nichts werden! Dazu noch eine degenerierte Vereinsführung, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen will, dabei liegt sie vor der Tür - nämlich in Dortmund. Wer am Samstag die fachlich gut fundierten Worte von Effenberg während der Übertragung bei Sky gehört hat, weiß woran es liegt. Ein ganz neuer Anfang muss her - ohne Höness, Nerlinger, Heinckes, Magath, Lahm, Robben und Ribery!

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  • nordicbull
  • Kommentar 2
  • 21.05.2012 13:36

In den letzten 30 Jahren waren bei den Bayern ..zig Spieler unter Vertrag. Und ..zig Trainer. Trotzdem hat sich an der Spielweise nichts geändert. Ergo kann es nur an den Alten liegen. Die Erfolge zu kaufen, daran ist vor Jahrzehnten als erste deutsche "Millionentruppe" Werder Bremen gescheitert. Der FC Chelsea hat trotz Abramovich´s Ölgelder mehr Schlagzeilen als "Milliardengrab" gemacht. Die erfolgreichen Teams in der BL sind aktuell eher die Vereine, die ihre jungen innovativen Trainer in Ruhe arbeiten lassen. Mit besseren Ergebnissen als die "Papierformen" erwarten ließen. Also: Ideen!!!

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  • isabelsunshine
  • Kommentar 1
  • 20.05.2012 19:37

bisschen weniger Selbstverliebtheit und Selbstmitleid wäre nicht schlecht!

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